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Weltfußballer gegen Bürgermeister: Rathauschef Michael Müller (li.) testete vor den Augen von Büchereileiter Björn Rodenwaldt (Mitte) und Pressereferent Thomas Loibl die Tauglichkeit einer der Spielekonsolen.  

Aufbruch in virtuelle Welten

Gaming-Raum in der Geretsrieder Stadtbücherei eröffnet

Als erste Stadt im Landkreis hat Geretsried nun einen Gaming-Raum. Dort können die Besucher Computer- und Videospiele ausprobieren und ausleihen. „Der Weg in die neue Medienwelt ist beschritten“, sagte Bürgermeister Müller.

Geretsried – Gespannt steht Michael Müller dem fünffachen Weltfußballer des Jahres Cristiano Ronaldo gegenüber. Wird er den Angriff des portugiesischen Ausnahmestürmers abwehren können? Wenige Minuten später schwimmen dem mit einer 3D-Brille ausgestatteten Rathauschef Meeresschildkröten entgegen. Virtuelle Szenen wie diese können Besucher der Stadtbücherei künftig regelmäßig erleben. Als erste Stadt des Landkreises hat Geretsried einen eigenen Gaming-Raum eingerichtet, in dem Computer- und Videospiele gespielt werden können und zur Ausleihe bereitstehen.

„Förderung zur Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen“

„Der Weg in die neue Medienwelt ist beschritten“, erklärte Müller bei der Eröffnung. Dabei war die etwa 30.000 Euro teure Einrichtung – 40 Prozent übernahm die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen in München – im Jugend- und Kulturausschuss nicht unumstritten. Kritiker verwiesen auf die Gefahr, in der Computerscheinwelt den Bezug zur Realität zu verlieren. Doch Müller, der als Kind selbst eine Konsole besaß und später auf dem Bildschirm auch Moorhühner jagte sowie Büchereileiter Björn Rodenwaldt glauben fest an eine positive Nutzung. „Unsere Stadtbücherei leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz unserer Kinder und Jugendlichen“, lobte der Bürgermeister.

Rodenwaldt kündigte die verstärkte Zusammenarbeit mit den benachbarten Schulen an. „Wir sehen es als wichtige Aufgabe einer öffentlichen Bücherei, Bildungsprozesse mit Games anzureichern“, sagte Rodenwaldt. So könnten beispielsweise Computerdarstellungen von unbekannten Ländern den Erdkundeunterricht anschaulicher machen. Auch Rollenspiele rund um Mobbing oder häusliche Gewalt ließen sich so einstudieren. Insgesamt sind rund 80 Spiele aus den Bereichen Action, Abenteuer, Strategie, Lernen und Simulation verfügbar. Dafür stehen die Konsolen „Nintendo Switch“ und „Playstation 4“ sowie die 3D-Brille „HTC-Vive“ zur Verfügung. „Vor Ort sind nur Spiele mit einer Altersangabe bis sechs Jahren spielbar“, erklärte Rodenwaldt.

Jeder Besucher darf eine Stunde am Tag spielen

Um Suchtverhalten vorzubeugen beziehungsweise lange Warteschlangen zu vermeiden, darf jeder Besucher höchstens eine Stunde am Tag spielen. Die 3D-Brille muss spätestens nach einer Viertelstunde abgesetzt werden. „Sie steht allen Personen ab zwölf Jahren zweimal wöchentlich zu festen Terminen zur Verfügung und kann im Sitzen getestet werden“, versprach der Büchereileiter. In diesem Zusammenhang wünscht er sich die Mithilfe von Gaming-Spezialisten, die die Besucher beim Testen der Brille betreuen. Ungeübte könnten leicht ins Stolpern kommen.

Rodenwaldt dankte Julie Birnbauer und Helena Martin. Die beiden jungen Frauen haben die Wände des mit modernen Sitzmöbeln ausgestatten Raumes mit Anime- und Manga-Figuren bemalt.

Peter Herrmann

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