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Verhandlung vorm Amtsgericht 

Gefährliche Körperverletzung: Geretsrieder angeklagt

Geretsried – Anfangs war es ein lustiger Abend. Später gab es Streit, Tritte und einen Schuss. Am Ende landeten ein Tölzer und zwei Geretsrieder wegen gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank.

Die drei Freunde, ein Tölzer (26) sowie zwei Geretsrieder (27 und 31) feierten am 26. Juni dieses Jahres in einem Geretsrieder Nachtlokal. Als sie gegen 2.15 Uhr zum Rauchen an die frische Luft gingen, hockte ein Betrunkener (24), der wegen Stress’ mit einem anderen Gast vor die Tür gesetzt worden war, auf dem Parkplatz am Boden und lehnte am Auto des älteren Geretsrieders. Auf dessen Aufforderung, sich einen anderen Platz zu suchen, soll der 24-Jährige geantwortet haben: „Verpiss Dich, Du Hurensohn.“

Bis hierhin deckten sich die Anklageschrift und die Aussagen der Beschuldigten einigermaßen. Über den weiteren Ablauf gingen die Ansichten zunächst auseinander. Für die Staatsanwaltschaft war klar: Die Drei schlugen den Betrunkenen nieder und traten dann auf den am Boden liegenden ein. Die Angeklagten, von denen nur einer durch einen Rechtsanwalt vertreten wurde, lieferten eine andere Version. „Er wollte mich schlagen. Ich habe ihn weggeschubst. Er fiel zu Boden. Wir wollten ihm hoch helfen. Dann kam plötzlich sein Freund mit einer Pistole. Er schoss einmal in die Luft. Dann zielte er auf uns“, erklärte der 27-Jährige. „Wir wollten ihm die Pistole wegnehmen. Dabei fiel sie zu Boden. Der Typ ist dann ins Lokal, den anderen haben wir nicht mehr gesehen.“

Richter Helmut Berger hielt es für geboten, den Angeklagten Gelegenheit zu geben, ihre Version zu überdenken. Doch die beharrten auf ihrer Sicht der Dinge. Der Türsteher und der Inhaber des Lokals bestätigten, dass die drei den Geschädigten zunächst zu Boden gestoßen, sich dann um ihn gestellt und mit Füßen getreten hatten. „Sie haben schon fleißig zugehackt“, erklärte der Barbesitzer. „Aber nicht richtig durchgezogen, eher so wie wenn man einen Ball wegkickt.“ Beendet worden sei die Auseinandersetzung, als der Freund des Geschädigten mit der Schreckschusspistole hantierte.

Nun schien es Verteidiger Manfred Fuchs an der Zeit, sich mit seinem Mandanten und dessen Freunden zu besprechen. Als sie nach kurzer Unterbrechung wieder auf der Anklagebank Platz nahmen, teilte der Rechtsanwalt mit: „Der Vorfall ist in der Anklageschrift richtig wiedergeben. Es tut ihnen sehr leid.“

Die Staatsanwältin beantragte daraufhin wegen des „ganz erheblich gefährlichen Vorgehens“ Bewährungsstrafen von jeweils 18 Monaten für den jüngsten und den ältesten Angeklagten sowie 19 Monate für den vorbestraften 27-Jährigen. „Es ist nicht okay, was sie gemacht haben, aber das ist von der Staatsanwaltschaft doch etwas zu hoch aufgehängt“, sagte Verteidiger Fuchs, der für Geldstrafen plädierte.

Richter Berger bewertete die Sache ebenfalls als minder schweren Fall. Er verurteilte die drei Freunde zu jeweils 90 Tagessätzen. Deren Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Einkommen. So muss der 26-Jährige insgesamt 2250 Euro zahlen, der 27-Jährige 4500 und der 31-Jährige 3600 Euro.

Von Rudi Stallein

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