Vertreter der Geretsrieder Wassersportler überreichen dem Bürgermeister ein Plakat, darauf steht „2664“
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Symbolkraft: (v. li.) Uwe Röhler (2. Vorsitzender des WSV 72), Monika Grasberger (Vorsitzende der Reha-Sport-Freunde Geretsried), Benjamin Ahr (2. Vorsitzender des Tauchclubs Oberland) und Rolf Meinert (2. Vorsitzender der Geretsrieder DLRG) haben 2664 Unterschriften gesammelt, um Bürgermeister Michael Müller und den Stadtrat zu bitten, dass Wassersportler weiterhin trainieren dürfen, ohne Hallennutzungsgebühren zahlen zu müssen.

2664 Unterschriften

Gegen Gebühren im neuen Hallenbad: Wassersportler übergeben Petition an Bürgermeister

  • Susanne Weiss
    VonSusanne Weiss
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2664 Frauen und Männer haben die Petition der Geretsrieder Wassersportler unterzeichnet. Die Liste übergaben Vereinsvertreter nun dem Bürgermeister.

  • Vereine sollen für Nutzung des neuen Hallenbads zahlen
  • Mit einer Petition bitten sie um eine andere Lösung
  • Bürgermeister: Stadtrat wird Thema diskutieren

Geretsried – Physisch haben die Vertreter der Allianz Wassersport Geretsried und Bürgermeister Michael Müller Abstand zueinander gehalten. So gebieten es die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In der Sache wünschten sich beide Parteien jedoch ein engeres Miteinander, wie sie betonten.

Die Allianz Wassersport Geretsried, dazu gehören der Geretsrieder Ortsverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), der Wasserball- und Schwimmverein (WSV 72), der Tauchclub Oberland (TCO) und die Reha-Sport-Freunde Geretsried, übergaben Bürgermeister Michael Müller am Donnerstagvormittag vor dem Rathaus eine Liste mit exakt 2664 Unterschriften.

Wassersportler wollen Wogen glätten

Anfang September hatten die Wassersportler die Petition „Rettet den Wassersport in Geretsried – keine Nutzungsgebühren für Vereine im neuen Hallenbad“gestartet. Damit wollten sie den Druck in der Diskussion um Nutzungsgebühren für die Vereine im interkommunalen Hallenbad, das im März eröffnen soll, erhöhen. Zur Debatte steht ein Kostenmodell, wonach die Stadt 70 Prozent der Gebühren für die Geretsrieder Wassersportvereine übernehmen will. 30 Prozent müssten sie selbst tragen. Die Petition sei von manchen Stadträten als Schuss gegen sie aufgefasst worden, berichtete Uwe Röhler, Zweiter Vorsitzender des WSV 72, bei der Übergabe. „Das war nicht aggressiv gemeint“, war er bemüht, die Wogen zu glätten. Man habe nicht gegen eine Grünen-, CSU- oder SPD-Fraktion im Stadtrat schießen wollen. „Eine Petition ist ein probates Mittel der Meinungsäußerung und nicht mehr als eine öffentliche Bitte“, so Röhler. Sein Mitstreiter bei der DLRG, Zweiter Vorsitzender Rolf Meinert, kam dennoch nicht um Kritik herum. „Wir hätten uns ein bisschen mehr Kommunikation und Einbindung von Anfang an gewünscht. Damit hätte sich manches vermeiden lassen“, sagte er. Die Wassersportler waren von der Nachricht überrascht worden, dass mit der Eröffnung des neuen Hallenbads zusätzliche Kosten auf sie zukommen. Bislang sind sie wie alle Geretsrieder Sportvereine von Hallennutzungsgebühren befreit.

Unterstützung ist für Vereine nicht selbstverständlich

Die Vereine fürchten, ihre Mitgliedsbeiträge erhöhen zu müssen und dadurch unterzugehen. Das hätte nicht nur Auswirkungen auf das Training der Rettungsorganisationen. „Wir nutzen das Hallenbad vor allem für Flossen- und Schnorcheltraining“, erklärte Benjamin Ahr, Vize-Vorsitzender des TCO. Dadurch blieben Rettungstaucher über den Winter fit. Auch die Jugendarbeit des Vereins sei nicht zu vernachlässigen. Der TCO hat eine Unterwasser-Rugby-Mannschaft. Die DLRG beteiligte sich zudem am Einsatz in der Schneekatastrophe vor knapp zwei Jahren, erinnerte Meinert. Der WSV 72 packt laut Röhler beim jährlichen Ramadama mit an, um ein Zeichen zu setzen.

„Wir waren der Stadt in all den Jahren sehr dankbar“, betonte der Zweite Vorsitzende. In der Bevölkerung – die Unterschriften sammelte die Allianz nicht nur online, sondern auch vor Supermärkten – sei die Petition größtenteils positiv aufgenommen worden. Man hätte noch mehr als 2664 Unterstützer gefunden, wenn die Aktion weitergeführt worden wäre, meinte Röhler.

Bürgermeister hätte sich bessere Kommunikation gewünscht

Bürgermeister Michael Müller nahm sich Zeit für das Anliegen der Wassersportler. „Es ist gut, wenn sich jemand für seine Sache einsetzt“, sagte er. An einer Petition sei nichts unredlich. Auch in einem weiteren Punkt stimmte er den Wassersportlern zu. „Ich hätte mir eine bessere Kommunikation gewünscht“, so der Rathauschef. Seine Tür stehe immer offen. Was nun die Organisation der künftigen Hallenbadnutzung betrifft, obliege die Entscheidung nicht ihm. „Der Stadtrat wird dies im Rahmen seiner Haushaltsberatungen diskutieren, wenn alle Zahlen und Fakten auf dem Tisch liegen.“

Zudem will Müller die Petition dem Landrat übergeben. „Rettungsorganisationen sind nicht nur Aufgabe der Stadt, sondern auch von Landkreis und Staat.“ Auch betreffe das Thema nicht nur die Geretsrieder Vereine, schließlich baue man ein interkommunales Hallenbad. „In den kommenden Wochen und Monaten werden wir noch einige Diskussionen führen müssen.“ sw

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