Einbürgerung
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Bei einer Fachtagung setzt sich der TVJA mit Herausforderungen bei der Integration auseinander.

Interkulturelle Kommunikation und Öffnung

Gelebte Integration in Geretsried: Trägerverein veranstaltet Fachtagung

Zum Thema „Interkulturelle Kommunikation und Öffnung“ organisiert der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit eine Fachtagung. Die Anmeldung läuft.

Geretsried – Die Stadt Geretsried ist in Sachen gelebter Integration bundesweit beispielgebend. Seinen Teil dazu leistet der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit (TVJA) mit dem Projekt „Integration aktiv“ und zahlreichen Veranstaltungen. Im Jahr des Doppeljubiläums 70 Jahre Gemeinde und 50 Jahre Stadthat sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen: einen Fachtag in den Ratsstuben am Mittwoch, 18. November, der sich dem Thema „Interkulturelle Kommunikation und Öffnung“ widmet.

Die Geschichte der Stadt, die nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch fruchtbare und zielführende Kooperation verschiedener Kulturen entstand, diente als Inspiration für den Titel der Veranstaltung: „Gelebte Integration in Geretsried – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Die Organisatoren des Kongresses, Franziska Walter und Patrick Hingar von „Integration aktiv“, stellten das Programm kürzlich der Presse vor.

Motto: „Herausforderungen durch Kompetenz meistern“

Unter dem Motto „Herausforderungen durch Kompetenz meistern“ lädt der TVJA Geretsrieder Bürger aus den Kernbereichen der Integration „zu einem spannenden, vielseitigen und lehrreichen Fortbildungstag ein“, wie Hingar verspricht. Er nennt einige Beispiele dafür, wo die Eingliederung ausländischer Mitbürger noch nicht optimal funktioniert: bei der Arbeitssuche, im Umgang mit Behörden oder im Alltag, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund „nicht so benehmen, wie es sich gehört“. In einer Beratungsstelle werden etwa wiederholt ausgemachte Termine und Fristen nicht eingehalten oder Dokumente und Anträge nicht eingereicht. Eltern kommen nicht zum Elternabend oder zum vereinbarten Gespräch und wenn doch, verstehen sie die Anliegen und Bitten der Lehrer an sie nicht.

„Abseits sprachlicher Probleme entstehen Konflikte, wird aneinander vorbeikommuniziert“, hat Franziska Walter festgestellt, die sich in ihrem Studium der Kultur- und Sozialwissenschaften mit dem Thema befasste. Oft seien dafür interkulturelle Zusammenhänge die Ursache.

Professor Andreas Kirchner moderiert Fachtag

Der Fachtag unter der Moderation von Andreas Kirchner, Professor für Wissenschaft, Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit, will dazu beitragen, Herausforderungen durch Kompetenz zu meistern. Er richtet sich an Mitarbeiter der Kommunalverwaltung, Lehrer, Pädagogen und sonstige Interessierte im Haupt- und Ehrenamt. Von erfahrenen Experten auf dem Gebiet der interkulturellen Kommunikation wie der Soziologin Dr. Norma Mattarei oder Andreas Merx, Trainer für Diversity und interkulturelle Kompetenz, erfahren die Teilnehmer, welche Chancen und positiven Effekte für Gesellschaften durch die Annahme der Herausforderung dieser interkulturellen Konflikte entstehen. In den Workshops lernen sie, mit welchen Kniffen und Werkzeugen Konfliktsituationen erfolgreich bewältigt werden können. Die Pausen bieten Zeit für Gespräche untereinander. Eine humoristische Einlage mit dem Stand-Up-Comedian Hani Who sorgt für Unterhaltung.

TVJA-Geschäftsführer Rudi Mühlhans wird den Workshop zusammen mit Bürgermeister Michael Müller um 8.45 Uhr eröffnen. Bis 16.30 Uhr sind Vorträge und Talkrunden geplant, dazwischen gibt es Mittags- und Kaffeepausen. Weil der Mittwoch, 18. November, der schulfreie Buß- und Bettag ist, bietet der Trägerverein für den Nachwuchs der Tagungsteilnehmer eine Kinderbetreuung im Mütterzentrum und im Jugendzentrum Saftladen an.

Info

Der Fachtag am Mittwoch, 18. November, ist vorrangig für kommunale Verwaltungsmitarbeiter, Pädagogen, Lehrer sowie Ehrenamtliche konzipiert. Bei verfügbarer Kapazität steht die Veranstaltung auch Interessierten anderer Berufsgruppen offen. Um planen zu können, bittet der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit um schriftliche Anmeldung per E-Mail an iag@jugendarbeit-geretsried.de. Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro pro Person.

Stadt finanziert IAG-Stelle weiter

Die Koordinationsstelle „Integration aktiv“ (IAG) bleibt bestehen. Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt, die Stelle im Jahr 2021 mit 85 000 Euro zu fördern. Seit 2012 bietet der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit (TVJA) mit der IAG einen übergeordneten Ansprechpartner zum Thema Integration. Zunächst lief das Projekt über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Inzwischen finanziert es die Stadt. Zuletzt war Patrick Hingar für die IAG zuständig, der Geretsried wie berichtet verlässt. Die Stelle konnte nahtlos weiterbesetzt werden, teilt TVJA-Geschäftsführer Rudi Mühlhans auf Nachfrage mit. Die neue Kollegin werde Ende September vorgestellt.

Tanja Lühr

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