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„Klare Kante gegen Rechts“ will die Grüne Jugend im Landkreis zeigen. Dazu hatte sie  die Abgeordnete Katharina Schulz in den Hinterhalt eingeladen. 

Diskussionsabend in der Kulturbühne Hinterhalt

Grüne Jugend will „Klare Kante gegen Rechts“ zeigen

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Die Statistiken belegen es: Rassismus und Rechtsextremismus nehmen in allen Gesellschaftsschichten zu. Aus diesem Grund hatte die Grüne Jugend des Landkreises die Innenpolitikerin und Expertin für Rechtsextremismus der Grünen, Katharina Schulz, in die Kulturbühne Hinterhalt eingeladen. Der Abend mit dem Titel „Zusammenhalt statt Spaltung: Klare Kante gegen Rechts“ war gut besucht, vor allem auch von jungen Leuten.

Gelting– Immerhin einen Vorteil hat der Rechtsruck in Deutschland aus Sicht von Katharina Schulz. „Die Menschheit interessiert sich wieder mehr für Politik“, resümierte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag. Das wünschen sich auch die aktiven jungen Grünen in der Region. Sie sind der Meinung, „dass es eine jugendliche Basis braucht, die sich für Politik interessiert“, sagt deren Sprecher Jakob Koch, Sohn des Dritten Landrats Klaus Koch (Grüne). Seiner Meinung nach wird derzeit alles getan, „um die Region für junge Leute unattraktiv zu machen“. Teurer Wohnraum, schlechte Infrastruktur und zu allem Übel gebe es einen Rechtsruck, prangerte Koch im Anschluss im Gespräch mit unserer Zeitung an. Mit regelmäßigen Veranstaltungen will die Grüne Jugend dagegenhalten, aber auch aufzeigen, „dass zum Glück immer noch die Mehrheit für eine tolerante Gesellschaft und für ein buntes Bayern ist.“

Solidarität und Zivilcourage zeigen

Laut Katharina Schulz „wird unsere Demokratie von vielen Seiten angegriffen“. Die junge Politikerin ist ein Energiebündel, die ihr fundiertes Wissen und ihr politisches Engagement mit starker Überzeugung zum Ausdruck bringt. „Da könnte ich mich reinsteigern“, gab sie mehrfach zu, wenn es um die zögerliche Haltung der Regierung zum Thema ging. Ihrer Meinung nach würde „vieles, was selbstverständlich war, zu bröckeln beginnen“. Deshalb sei es wichtig, „aufzustehen, klar Stellung zu beziehen, Solidarität und Zivilcourage zu zeigen“.

Anhand aktueller Zahlen und Fakten aus wissenschaftlichen Studien machte sie klar: Rechtsextreme Straftaten nahmen gegenüber 2010 um 120 Prozent zu. Bei Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte liege die Aufklärungsquote nur bei 30 Prozent. „Da wird eher gefahndet, wer Cannabis raucht“, kritisierte Schulz. Die Neonaziszene sei in Bayern zwar schon immer aktiv. Aber die Gruppierungen seien heute besser vernetzt denn je. „Rassismus beginnt im Kopf“, warnte die Landtagsabgeordnete. „Ich werte mich auf, in dem ich andere abwerte“, so deren Motivation.

Differenzierter hinschauen

Was kann man dagegen tun? Schulz richtete das Wort an ihre Zuhörer. Es entstand eine rege Diskussion. „Wie soll ich mich verhalten?“ und „Woher kommt dieser Wandel in die rechte Schmuddelecke?“, wollten einige wissen. Schulz: „Wir sind gesellschaftlich verpflichtet, differenzierter hinzuschauen, die richtigen Medien zu wählen und auf wahre Quellen zu achten.“ Jimi Tammelleo, Mitglied der Grünen Jugend und Sohn von Hinterhalt-Wirtin Assunta Tammelleo, hatte den Vortrag mitorganisiert. „Wir müssen alle dazu beitragen unsere Werte zu erhalten“, sagte er. Und Jakob Koch ergänzte: „Wir müssen Stellung nehmen. Hey, hier hört‘s auf!“

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