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Eingepackt in Schal und Mütze genossen diese Christkindlmarktbesucher eine Tasse Glühwein.

Geretsrieder Christkindlmarkt

Spätere Sperrstunde kommt an

Geretsried - Rundherum herrschte am Samstagnachmittag Einkaufstrubel. Aber auf dem Christkindlmarkt am Karl-Lederer-Platz scheinen die Uhren ein wenig langsamer zu gehen.

Nicht nur, dass ein Großteil der Stände seit 20, 30 oder sogar 38 Jahren dieselben sind. Man kommt zur Ruhe bei den weihnachtlichen Klängen der Gartenberger Bunkerblasmusik, man freut sich, dass Volker Witte als Nikolaus immer noch die Klassiker Äpfel, Nüsse und Mandarinen an die Kinder verteilt.

„Genießen Sie die staade Zeit hier auf unserem traditionsreichen Christkindlmarkt“, empfahl Bürgermeister Michael Müller bei der Eröffnung am Samstagnachmittag. Jeder habe es selbst in der Hand, ob er den Advent hektisch oder entspannt angehe, meinte Müller. Er selbst blieb jedenfalls auf ein, zwei Tassen Glühwein und schaute sich zusammen mit seinen Kindern an, was die Stände zu bieten hatten. Da gab es Weihnachtliches wie die gehäkelten Sterne als Baumschmuck von Claudia Fleischer und die echten Bienenwachskerzen des Imkervereins, aber auch Exotisches wie die bunten Körbe, die die „Freunde Djibos“ aus Gelting zu Gunsten von Hilfsprojekten in Burkina Faso verkauften.

Neu auf dem Markt mit seinen rund 30 Buden waren heuer Claudia und Ronald Wolf von der Geretsrieder Stoff- und Teppich-Welt. Sie hatten mit Rehen bestickte Tischläufer und rote Samtkissen mit der Aufschrift „Frohes Fest“ dabei. „Wir sind seit 25 Jahren mit unserem Geschäft in Geretsried. Auf den Christkindlmarkt gehen wir privat immer gerne“, sagte Juniorchefin Claudia Wolf. „So entstand die Idee, heuer auch mal etwas anzubieten.“ Kleine Seifen und Windlichter haben die Kinder und Jugendlichen vom Jugendtreff Ein-Stein in den vergangenen Wochen mit der Leiterin Lilly Bühler gebastelt. „Diesmal haben sehr viele, auch Ältere bis 18 Jahre, begeistert mitgemacht“, freute sich Bühler. Der Erlös kommt Projekten des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit, wie beispielsweise einer Sommer-Freizeit zugute.

Zum ersten Mal war der Markt heuer am Samstag eine Stunde länger bis 21 Uhr geöffnet. Am Ende sah man vor allem junge Leute vor den Ständen zusammen stehen. „Ich find’s gut“, sagte Martin Baki (37), der mit seiner Freundin und deren Eltern aus Egling kurz vor Budenschluss noch einen Glühwein am TuS-Stand trank: „Wenn’s dunkel ist, wird es hier doch erst richtig schön.“

Fußball-Abteilungleister Ibro Filan, der am Samstagabend ausschenkte, meinte, die Stunde länger sei für Berufstätige, die am Samstag bis abends arbeiten müssten, angenehm. Natürlich bringe die Stunde auch etwas mehr Geld in die Vereinskasse. Evangelos Karassakalidis von der Griechischen Gemeinde begrüßte die „Sperrzeitverkürzung“ ebenfalls. „Die Besucher freuen sich, wenn sie sich etwas länger gemütlich miteinander unterhalten können. Der Geretsrieder Christkindlmarkt ist seit jeher ein beliebter Treffpunkt, an dem man Leute wiedersieht, die man das ganze Jahr über nicht sieht“, sagte Karassakalidis.

Tanja Lühr

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