Enex-Geschäftsführer Robert Straubinger (li.) und Projektmanager Andreas Gahr auf dem Hofgut Breitenbach. Im Hintergrund ist derselbe Bohrturm zu sehen, der bereits 2017 im Einsatz war.
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Ortstermin: Enex-Geschäftsführer Robert Straubinger (li.) und Projektmanager Andreas Gahr auf dem Hofgut Breitenbach. Im Hintergrund ist derselbe Bohrturm zu sehen, der bereits 2017 im Einsatz war.

Checken, messen, spülen

Geothermie: Arbeiten für Forschungsprojekt „Zokrates“ laufen

  • Doris Schmid
    VonDoris Schmid
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Die Geothermie-Arbeiten auf dem Hofgut Breitenbach in Gelting sind wieder angelaufen. Bereits in eineinhalb Monaten sollen sie abgeschlossen sein – für die Branche eine äußerst kurze Zeit.

Geretsried – Die Genehmigungen des Bergamts Süd liegen vor, und so konnte am vergangenen Samstag der Startschuss für das Forschungsprojekt „Zokrates“ fallen, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Nach zwei fehlgeschlagenen Bohrungen – es gab zwar äußerst hohe Temperaturen, aber das Gestein ließ zu wenig Wasser durch – soll erforscht werden, wie sich diese porösen Schichten im Untergrund für Wasser durchlässig halten lassen. Zu diesem Zweck sollen Quarzsandpartikel mit Wasser in die bereits bestehenden Fugen und Risse im Untergrund eingespült werden. Die Hoffnung: Die kleinen Sandkörner stellen sich quer und bilden einen Keil, der die Risse offenhält.

Derselbe Bohrturm wie 2017

Um die Untersuchungen durchführen zu können, ist wieder ein Bohrturm errichtet worden, und zwar derselbe, der bereits 2017 im Einsatz war. „Die Firma Daldrup hat die Bohrung damals durchgeführt“, sagt Enex-Geschäftsführer Robert Straubinger beim Ortstermin. „Und der, der die Bohrung am besten kennt, sollte es betreuen“, ergänzt Projektmanager Andreas Gahr. Neben der Firma Enex sind an dem Verbundprojekt die Ruhr-Universität Bochum, die Ingenieurgesellschaft Geos aus Sachsen, die Geothermie Neubrandenburg sowie das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) aus Hannover beteiligt.

Der Bohrturm beherrscht die Szenerie auf dem von Bäumen umgebenen Hofgut am Breitenbach. Neben Baucontainern liegen Rohre, Arbeitsmaterialien und Werkzeuge. Ein leises Surren ist zu hören, zu sehen gibt es ansonsten nicht viel. Aber das Daldrup-Team ist bereits zu einer ersten Erkenntnis gelangt. „Das Loch ist unversehrt“, freut sich Straubinger. Im nächsten Schritt startet das Messprogramm. Dazu muss das Bohrgestänge wieder nach oben geholt und mit einem extra Sensorkopf versehen werden. Anschließend arbeitet sich das Gerät wieder Meter um Meter vor, bis die Marke von etwa 5400 Metern erreicht ist. Vermessen werden die letzten 1000 Meter. So soll herausgefunden werden, an welchen Stellen es sich lohnt, den Quarzsand einzubringen.

Ergebnisse werden nächste Woche erwartet

Projektmanager Gahr schätzt, dass diese Ergebnisse nächste Woche vorliegen werden. Funktioniert das Prinzip, kann mit dem Einblasen des Quarzsands und im Anschluss den Pumptests begonnen werden. „Ende September sind wir durch“, hofft Straubinger. Die Auswertung der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt wird wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als die Arbeiten vor Ort. Straubinger rechnet mit eineinhalb Jahren. Eine für ein Forschungsvorhaben übliche Zeit.

Info-Abend von Eavor Erdwärme

Ein Info-Abend zum geplanten Geothermieprojekt der Eavor Erdwärme findet wie berichtet am Dienstag, 10. August, statt. Dieses Projekt soll starten, sobald die Arbeiten für das Forschungsprojekt „Zokrates“ beendet sind. Vorgestellt werden soll das Verfahren, mit dem das kanadische Unternehmen in Gelting Erdwärme gewinnen will. Lost geht’s um 19 Uhr in den Ratsstuben.

nej

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