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Der Bohrturm steht, und bald dreht sich auch wieder der Bohrmeißel auf dem Hofgut Breitenbach. Foto: hl-archiv

Geothermie

Im Mai soll sich der Meißel wieder drehen

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Eigentlich wollte die Enex Power Germany noch im April auf dem Hofgut Breitenbach nach heißem Wasser bohren. Jetzt kündigt das Unternehmen den zweiten Bohrversuch für den 4. Mai an.

Gelting – Nach einigen Jahren „intensiver Vorarbeit“ könnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden, teilt Enex-Geschäftsführer Dr.  Robert Straubinger mit. Bis vor kurzem galt die im Jahr 2013 durchgeführte Geothermiebohrung in Gelting als die längste Europas. 6036 Meter fräste sich der Bohrmeißel durchs Erdreich. Allerdings brachte das 35-Millionen-Euro-Projekt „trotz technisch einwandfreier Ausführung“ nicht den erhofften Erfolg, so Straubinger. Es folgten eine detaillierte Ursachenforschung und geologische Analysen. Enex ist überzeugt, dass „am Standort Geretsried sehr wohl erhebliche geothermische Ressourcen erschlossen werden können, wenn das Bohrziel richtig gewählt ist“. Beim ersten misslungenen Versuch war vermeintlich poröses Gestein angebohrt worden, das sich im Nachhinein als äußerst kompakt und trocken herausstellte. Jetzt will man zu Bereichen mit größeren tektonischen Verwerfungen vordringen.

Eine Abkehrbohrung soll ans Ziel führen

Erreichen will Enex dieses Ziel über eine Ablenkbohrung. Für diesen sogenannten Side Track wird das bestehende Bohrloch bis zu einer Tiefe von 2600 Metern genutzt. An dieser Stelle zweigt der neue Bohrpfad ab. Von dort aus wird sich der Bohrmeißel 3000 Meter weit einen anderen Weg durchs Erdreich suchen. In einer Tiefe von mehr als 4800 Metern hofft Enex, auf heißes Wasser in ausreichender Menge zu stoßen. Es sei eine Temperatur von deutlich über 150 Grad zu erwarten. Möglich machen diesen zweiten Versuch neue Investoren: Wie berichtet handelt es sich um Fonds, die von der Münchner Beteiligungsgesellschaft Auctus beraten werden.

Das Geltinger Geothermie-Vorhaben „Dolomitkluft“ ist Teil eines Forschungsprojekts, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit einem Millionenbetrag unterstützt wird. Partner sind neben dem Projektentwickler Enex das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) aus Hannover, die Technische Universität (TU) München sowie zwei geologische Ingenieurbüros. 

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