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Aufwendig umgestaltet wurden die Außenanlagen des Pfadfinderheims an der B11. Auch um mehr Licht ins Haus zu bekommen, legten Freiwillige einen Senkgarten an.

Denn Inklusion ist ein wichtiges Thema 

150 Freiwillige packten mit an: Geretsrieder Pfadiheim ist jetzt barrierefrei

Eine Woche lang arbeiteten Freiwillige am Pfadfinderheim an der B11, um die gesamte Anlage behindertengerecht zu gestalten. Denn: Inklusion ist für die Pfadfinder ein wichtiges Thema.

Geretsried – Der große, so genannte Senkgarten war das härteste Stück Arbeit. Das Gelände entlang der südlichen Hauswand wurde abgegraben und terrassenförmig angelegt, sodass eine geschützte Aufenthaltsfläche entstand. Rollstuhlfahrer können nun barrierefrei über eine Rampe auf diesen Platz und ins Untergeschoss des Pfadfinderheims mit Seminarraum und Duschen gelangen, was bisher nicht möglich war. Außerdem wurde der Spielplatz neu mit Holzgeräten bestückt, der Zeltplatz hergerichtet, eine Erdjurte gebaut, die Feuerstelle als Atrium abgesenkt, und es entstanden überall Wege für Rollstuhlfahrer – insgesamt waren es sieben Baustellen.

Bewerkstelligt hat dies alles eine fleißige Truppe unter der Leitung von Architekt Jürgen Reincke und Gartengestalter Wolfgang Heiland. Sie gehört der Bundesarbeitsgemeinschaft selbstverwalteter Gartenbaubetriebe, kurz BaseG, an. Diese unterstützt jedes Jahr ein von ihr ausgewähltes, gemeinnütziges Projekt mit einer Woche ehrenamtlicher, unentgeltlicher Arbeit.

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2018 war es der Verein Wilde Rose, eine selbstständige Untergliederung im Bund Deutscher Pfadfinder (BDP). Zusammen mit ihren Familien, Mitgliedern der Wilden Rose und einer Gruppe junger Griechen, die gerade zu Gast bei den Pfadfindern war, schufteten die Frauen und Männer, die zumeist kleine Gartenbetriebe führen, in der Sommerhitze auf dem weitläufigen Gelände. Bis zu 150 Fachleute und Laien waren täglich im Einsatz. Anita Reincke kochte für die ganze Kompanie.

„Es ist uns eine große Ehre und Freude, dass wir ausgewählt wurden“, sagt Stephanie Otto, Pressesprecherin des Vereins Wilde Rose. Zusammen mit Herbert Swoboda präsentierte sie dieser Tage das – wenn auch noch nicht ganz fertige – Ergebnis. Otto zeigte sich begeistert vom Eifer und vom Zusammenhalt der BaseG-Leute. „Der 13-jährige Sohn eines Mitglieds durfte mit dem Radlader fahren und war stolz wie Oskar. Andere Kinder halfen beim Pflastern der Wegbegrenzungen oder in der Küche“, erzählt sie. Ihr habe besonders gefallen, dass die Gartenbauer ihren eigenen Kindern und den jugendlichen Gästen ein Gefühl von Berufsstolz vermittelt hätten. Was man im Handwerk schaffe, sei etwas wert, es habe Bestand, gibt Otto das Gefühl wieder.

Zu Recht stolz auf das Ergebnis sind (v. li.) Jürgen Reincke, Anke Reincke, Herbert Swoboda und Stephanie Otto vom Verein Wilde Rose.

Bei der Abschlussfeier stellte jede Arbeitsgruppe ihr Projekt mit einem Lied oder Gedicht vor. Auch Günther Fuhrmann, Behindertenbeauftragter des Geretsrieder Stadtrats, war gekommen, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Denn die Stadt hat das Projekt – das Material musste die Wilde Rose selbst bezahlen – mit 10 000 Euro unterstützt.

Wenn die „Pfadis“ das Grundstück gerade nicht selber nutzen, sollen sich Vereine aus der Umgebung, wie zum Beispiel der Geretsrieder Verein zur gemeinsamen Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder, dort aufhalten dürfen. „Dieses schöne, barrierefreie Freizeitgelände ist eine Bereicherung für alle“, meinte Fuhrmann nach der Besichtigung. Tanja Lühr


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