Die Warteschlange vor dem Testzentrum in Geretsried
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Warten auf das Stäbchen: Das Testzentrum an der Sudetenstraße in Geretsried ist gut besucht. Das BRK prüft Möglichkeiten, das Angebot zu erweitern.

Ansturm auf das kostenlose Angebot

1500 Schnelltests in zwei Wochen: Das Testzentrum des BRK könnte erweitert werden

  • vonDominik Stallein
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Der Andrang ist riesig - ein Ende nicht in Sicht: Das Testzentrum des BRK in Geretsried hat in nur zwei Wochen schon über 1500 Abstriche vorgenommen. Eine Erweiterung ist denkbar, weil Schnelltests immer wichtiger werden.

Geretsried – Wenn das Team um Philippe Goller vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) seinen Dienst antritt, weiß es: Der Tag wird stressig. Zwischen 110 und 160 Menschen steuern pro Tag das Testzentrum an der Sudetenstraße 68 an. Insgesamt 1500 Abstriche wurden seit der Öffnung vor etwas mehr als zwei Wochen genommen.

„Wir sind im Grenzbereich der Kapazitäten“, berichtet BRK-Bereichsleiter Philippe Goller. Durchschnittlich 30 bis 40 Tests führe das Team in einer Stunde durch – mehr sei in der aktuellen Besetzung nicht möglich. „Und auch dieses straffe Programm können wir nur durchziehen, weil das Team super eingespielt ist“, so Goller.

Einige kommen zum Beispiel vor dem Besuch bei Verwandten.“

Philippe Goller, BRK-Bereichsleiter

Zwei hauptamtliche Mitarbeiter des BRK nehmen die Abstriche. Für Anmeldung und Auswertung der Tests sind drei weitere Angestellte vor Ort. Von 10 bis 14 Uhr hat das Testzentrum werktags geöffnet. Wegen der großen Nachfrage gelten diese Öffnungszeiten seit Ostern auch samstags, dafür sind Ehrenamtliche des BRK im Einsatz. „Auch da ist der Andrang groß – einige kommen zum Beispiel vor einem Besuch bei Verwandten“, erklärt der Bereichsleiter. Werktags kämen oftmals Arbeiter zum Testen, die sich vor einem Auftrag vergewissern oder ins Ausland fahren möchten. Wenn noch mehr Testwillige das Zentrum ansteuern, wird das BRK sein Angebot erweitern müssen. Es betreibt die Teststation in Kooperation mit dem Landratsamt und dem Discounter Aldi, der in dem derzeit leer stehenden Supermarkt eine neue Filiale einrichten möchte (wir berichteten).

Erweiterung ist eine Personalfrage. „Die Nachfrage bei den Bürgern wäre da“

Derzeit werden die Abstriche im ehemaligen Bäckerei-Bereich vorgenommen. „Wenn wir erweitern, verlagern wir alles auf die Supermarkt-Fläche“, sagt Goller. Momentan sei dies aber noch eine Personalfrage. Man bräuchte doppelt so viele Mitarbeiter wie jetzt, also insgesamt zehn pro Schicht. „Die Nachfrage bei den Bürgern wäre da“, vermutet der Bereichsleiter. Zudem sei damit zu rechnen, „dass die Politik noch stärker auf Tests setzt“.

In Wolfratshausen werden Bürger seit Weihnachten von Ehrenamtlichen getestet - auch hier ist der Andrang riesig. Eine Erweiterung ist nur eine Frage der Zeit.

Wenn Aldi öffnet, muss das Testzentrum schließen - oder umziehen

Aldi stellt dem BRK die derzeit ungenutzten Ladenflächen zur Verfügung – möchte seine Filiale aber noch in diesem Jahr eröffnen. „Ich schätze, dass wir bis zum Spätsommer an diesem Ort sein können“, sagt Goller. Das BRK wolle das Angebot aber auf jeden Fall weiterführen. „Wir halten die Augen nach anderen Räumlichkeiten in Geretsried offen.“

Die meisten der bisher 1500 Besucher konnten beruhigt nach Hause fahren: „Nur sieben Tests waren positiv“, berichtet Goller. Diese seien an das Gesundheitsamt gemeldet und die Personen in Quarantäne geschickt worden. Sie mussten einen Labortest vornehmen lassen.

Wie läuft der Test ab?

In der Einrichtung an der Sudetenstraße kann sich jeder ohne vorherige Terminabsprache testen lassen. Mitzubringen sind ein Ausweisdokument mit Lichtbild und Geburtsdatum. Der Abstrich ist kostenlos, das Ergebnis wird in Papierform ausgehändigt. Etwas Zeit muss man einplanen: Nach dem Abstrich dauert es 15 Minuten, bis das Ergebnis feststeht. Hinzu kommt je nach Andrang eine zusätzliche Wartezeit vor der Anmeldung vor Ort. dst

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