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Mehr als ein Bußgeld nahm ein Geretsrieder in Kauf, als er bei der Fahrscheinkontrolle falsche Angaben machte. 

Sozialstunden für 19-jährigen Geretsrieder

Falscher Vorname, falsches Geburtsdatum

Geretsried/Wolfratshausen – Ein 19-Jähriger hat sich nach der Fahrkartenkontrolle in der S-Bahn jede Menge Ärger eingehandelt.

Als er in der S-Bahn zwischen dem Ostbahnhof und dem Münchner Hauptbahnhof kontrolliert wurde, konnte ein 19-jähriger Geretsrieder keinen gültigen Fahrschein vorweisen. Die Fahrt hätte 2,70 Euro gekostet. Dafür gibt’s gewöhnlich ein saftiges Bußgeld, und die Sache hat sich. Doch der junge Mann fand sich nun vor dem Jugendgericht wieder. Dort musste er sich nicht nur wegen Erschleichen von Leistungen verantworten, sondern auch wegen Betrug und Urkundenfälschung.

Bei der Kontrolle am 20. November vorigen Jahres gegen 8.30 Uhr hatte der Angeklagte in einer Selbstauskunft zwar seinen richtigen Nachnamen, aber einen falschen Vornamen, ein falsches Geburtsdatum und eine falsche Hausnummer angegeben. „Die Überprüfung ergab, dass die Angaben nicht stimmten“, erklärte ein Polizeibeamter. Auf dem Weg zur Dienststelle habe der Beschuldigte dann selbst eingeräumt, dass das so nicht ganz stimme. Vor Gericht gab der Angeklagte an, nach einer feuchtfröhlichen Feier bei einem Kumpel am Vorabend bei der Kontrolle auf dem Weg zur Berufsschule noch nicht wieder ganz im Besitz seiner geistigen Fähigkeiten gewesen zu sein. „Ich hatte keine Zeit, eine Karte zu kaufen und habe in angetrunkenem Übermut geglaubt, es so rausreißen zu können“, erklärte der Heranwachsende seine damalige Motivation.

Jugendgerichtshelfer Andreas Dlugosch regte an, das Verfahren gegen ein paar Arbeitsstunden einzustellen statt ein Urteil zu sprechen. „Okay, Sie machen 16 Sozialstunden, und wir machen da einen Deckel drauf“, erklärte Jugendrichter Urs Wäckerlin, nachdem er das Einverständnis des Angeklagten eingeholt hatte.

rs

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