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Mit einem Faustschlag ins Gesicht soll ein Geretsrieder seiner Ex-Frau das Nasenbein zertrümmert haben. Vor Gericht war das nicht zu beweisen.

Prozess am Amtsgericht

Geretsrieder soll Ex-Frau die Nase gebrochen haben – Freispruch

Geretsried/Wolfratshausen - Ein 39-jähriger Geretsrieder soll seiner Ex-Frau die Nase gebrochen haben. Aus Mangel an Beweisen wurde er freigesprochen.

Mit einem Faustschlag ins Gesicht soll ein 39-jähriger Geretsrieder seiner Noch-Ehefrau (48) das Nasenbein zertrümmert haben. Zudem, so heißt es in der Anklageschrift, habe die Geschädigte bei einem handgreiflichen Streit am 29. Dezember vorigen Jahres eine Gehirnerschütterung sowie Platzwunden an den Augenbrauen erlitten und sei kurzzeitig sogar bewusstlos gewesen. Deshalb musste sich der von seiner Frau getrennt lebende Ehemann wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Der gelernte Kranfahrer wurde freigesprochen.

Die Frau, die ihren Mann einen Tag nach dem angeblichen Vorfall bei der Polizei angezeigt hatte, machte in der Verhandlung von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. „Für mich ist es schwierig, weil alles wieder hochkommt“, erklärte die 48-Jährige.

So musste sich das Gericht sein Urteil nach der Aussage des Angeklagten und den Ergebnissen eines gerichtsmedizinischen Gutachtens bilden. Der Beschuldigte schilderte, wie sich der Tag, an dem er seine Ehefrau misshandelt haben soll, entwickelt hatte. „Sie hatte sehr schlechte Laune.“ Im weiteren Verlauf des Tages habe sie begonnen zu trinken. „Je mehr Drinks sie hatte, desto schlechter wurde ihre Laune“, so der Ehemann, der von seiner Frau „mit sehr schlimmen Worten“ beleidigt worden sein will.

Versuche, seine Frau zu beruhigen, seien fehlgeschlagen, schilderte der Angeklagte weiter. „Sie trank immer wieder und sagte, sie werde mich ins Gefängnis bringen. Sie wusste ja, dass ich Bewährung habe.“ Schließlich habe er die Wohnung verlassen, sei zu seinen Eltern gegangen. Als er später zurückkam, habe seine Frau betrunken auf dem Boden gelegen, wie der Mann mit Handy-Fotos dokumentierte. Womöglich habe sie sich die Verletzungen bei dem Sturz zugezogen, mutmaßte der Angeklagte.

Diese Möglichkeit konnte hinsichtlich der Platzwunden auch der Gerichtsmediziner nicht ausschließen. „Es kann ein Faustschlag gewesen sein, aber auch ein Sturz ist möglich.“ Die Nasenbeinfraktur sei von einem Radiologen zwei Tage nach dem Vorfall als älteren Datums angesehen worden, also nicht an dem der Anklageschrift zugrunde liegenden Tag entstanden. Weitere Zeugen gab es nicht. So war der Freispruch die logische Konsequenz.

rs

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