Ein modernes Gebäude mit viel Holz sieht der Entwurf von Nova-Architekten für Stein vor. Im vorderen Teil soll es einen Bereich für Bürger mit Lesecafé und Saal geben, hinten entsteht ein Treffpunkt für die Jugend.
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Ein modernes Gebäude mit viel Holz sieht der Entwurf von Nova-Architekten für Stein vor. Im vorderen Teil soll es einen Bereich für Bürger mit Lesecafé und Saal geben, hinten entsteht ein Treffpunkt für die Jugend. (Visualisierung)

Neubau nicht mehr als 7 Millionen Euro kosten

Abstriche beim Bürger- und Jugendhaus in Stein

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Das Bürger- und Jugendhaus in Stein soll nicht mehr als 7 Millionen Euro kosten, so die Vorgabe des Stadtrats. Die Architekten haben deswegen einiges aus dem Vorentwurf gestrichen.

Geretsried – Das Bürger- und Jugendhaus in Stein wird etwas kleiner. Es wird keine professionelle Caterer-Küche geben, und die Bühne wird technisch nicht voll ausgestattet. Das sind ein paar der Details, die das beauftragte Büro Nova-Architekten aus ihrem Entwurf gestrichen hat. Die Planer mussten Einsparungen vornehmen, nachdem der Stadtrat das Projekt vergangenen Sommer auf 7 Millionen Euro gedeckelt hatte. Die abgespeckte Variante stellte Marina May von Nova-Architekten in der Stadtratssitzung am Dienstag vor.

Die Architektin legte sich ins Zeug, dem Gremium zu zeigen, dass ihre Kollegen und sie die finanzielle Vorgabe ernst nehmen. Um die Kostenschätzung in Höhe von rund 8 Millionen Euro zu drücken, haben die Planer ihren Vorentwurf überarbeitet. Die Aufteilung in Bereiche für Bürger und für Jugendliche, die getrennt und zusammen funktionieren sollen, bleibt erhalten. Mit diesem Konzept war das Büro in einem Planungswettbewerb als Sieger hervorgegangen.

Allerdings passen nun in den Veranstaltungssaal 18 Stühle weniger, so dass insgesamt nur noch 144 Sitzplätze möglich sind. Das Gebäudevolumen wird insgesamt kleiner, was sich auch im Keller auswirkt. Dort kommt nun nicht mehr der Sanitärbereich unter, sondern nur noch Künstler-Umkleide, Technik und zwei kleinere Lagerflächen. Im Erdgeschoss wird die zunächst vorgesehene Profi-Küche ersetzt durch eine konventionelle Haushaltsküche. „Das bedeutet, dass Caterer ihr Geschirr mitbringen und in benutztem Zustand abtransportieren müssen“, so May. Das sei aber gang und gäbe.

Gespart wurde auch an der Bühnenausstattung, dort beschränke man sich nun auf die Anschlüsse. „Technik müsste bei Veranstaltungen gemietet oder mitgebracht werden.“ Darüber hinaus gestrichen wurden eine mobile Bühne, Spielgeräte im Außenbereich und eine mobile Trennwand im Obergeschoss. Manches könne man später nachrüsten oder über Spenden finanzieren. „Uns war wichtig, die Flexibilität zu erhalten“, so die Architektin. Sie denke, das funktioniere mit dem Entwurf gut. „Es ist immer noch ein sehr schönes Haus, das einen Zugewinn für das Quartier Stein bedeutet.“ Inklusive Indexsteigerung liegt die Kostenschätzung nun bei 7,16 Millionen Euro.

An der Stadtratssitzung nahm auch Rudi Mühlhans, Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit (TVJA), teil. Der Verein leistet das Quartiersmanagement in den Sanierungsgebieten, die im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“ aufgewertet werden. Teil davon ist das Bürger- und Jugendhaus in Stein, in dessen Planung der TVJA involviert ist. Er verglich das Projekt mit einer Bergtour. „Ich mache keinen Hehl daraus: Wir sind jetzt an der Glaswand, das Ziel ist aber die Benediktenwand“, so Mühlhans. Er hielt ein flammendes Plädoyer für die Idee, in Stein ein Haus für alle Generationen zu schaffen.

Seit der Jugendtreff Ein-Stein 2003 eröffnet hat, seien Tausende von jungen Menschen auf ihrem Weg ins Leben begleitet worden. Und im Rahmen des Quartiersmanagements könne man erleben, wie sich Bürger für ihren Stadtteil einsetzen. „Ich bitte Sie, den Neubau zu unterstützen – als Zentrum, das Stein verdient hat“, richtete Mühlhans seinen Appell an die Stadträte. Der Verein wolle 150 000 Euro für das Projekt zur Verfügung stellen.

Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste) wollte von Mühlhans wissen, wie der TVJA die Änderungen bewertet. „Wir werden Bühnentechnik brauchen“, meinte Mühlhans. Daher werde der Verein sich einsetzen, die nötigen Gelder zu beschaffen. Auch hätte man sich mehr Lagerfläche im Keller gewünscht. „Aber hier geht es nicht um ein Wunschkonzert, sondern um eine gute Lösung für den Stadtteil.“

CSU-Bürgermeister Michael Müller ergänzte, dass sich die Stadt separat um Fördergelder für die Technik bemühen könnte. „Wir brauchen auch für die Ratsstuben eine neue Bühnenausstattung“, so der Rathauschef. Die Funktion des Gebäudes, einen Ort der Begegnung zu schaffen, sei aber mit dem Entwurf gegeben. Volker Witte (Grüne) wünschte sich zudem Vorrichtungen, um für Ausstellungen Kunstwerke aufhängen und beleuchten zu können.

Der Stadtrat nahm den Vorentwurf einstimmig zur Kenntnis. May will bereits in der nächsten Sitzung eine Planung samt Kostenberechnung vorstellen. Mitte Juni sollen die Genehmigungsunterlagen abgegeben sein. „Wir würden uns wünschen, im Sommer 2022 mit dem Bau beginnen zu können“, so die Architektin.

sw

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