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Näher am Menschen: Bürgermeister Michael Müller hörte aufmerksam zu, wenn ihm seine Bürger ihre Alltagssorgen schilderten, wie hier Johanna Weber. Und er machte sich mitunter auch Notizen, wenn gute Anregungen dabei waren.

Alltagssorgen, hautnah

Letzte Open-Air-Sprechstunde für dieses Jahr

Geretsried - Zum letzten Mal in diesem Jahr hielt Bürgermeister Michael Müller seine Bürgersprechstunde unter freiem Himmel ab – und erfuhr dabei wieder viel über die Alltagssorgen der Geretsrieder. Nächstes Jahr soll das Angebot fortgesetzt werden.

Manche sind auf dem Wochenmarkt nur vorbei gekommen, um zu sagen: „Gut schaun Sie aus heute“, und um ein bisschen über das Wetter zu plaudern. So wie die ältere Dame mit der schwarzen Jacke und dem Einkaufskorb unterm Arm. Sie scheint zufrieden zu sein mit Michael Müllers Politik.

Andere hatten ein handfestes Anliegen, über das sie gerne mit dem Stadtoberhaupt reden möchten. „Ich glaube, die Hemmschwelle, ins Rathaus in meine wöchentliche Sprechstunde zu gehen, ist größer, als mich hier einfach anzutreffen“, sagt Müller, der heuer bereits eine ganze Reihe von „Open-Air-Sprechzeiten“ auf dem Grünen Markt abgehalten hat.

Der 46-Jährige lebt das Motto „Näher am Menschen“, auch wenn nicht alle Begegnungen angenehm sind. Thema war an gestrigen Dienstag unter anderem das interkommunale Hallenbad. Gabriele Wolff beklagte sich, dass für das Projekt mehr als ein Hektar Stadtwald abgeholzt werden müsste: „Sie zerstören die grüne Lunge unserer Stadt“, warf Wolff dem Rathauschef vor. Der entgegnete, dass in den vergangenen 25 bis 30 Jahren kein größeres Stück städtischen Waldes gerodet worden sei. Außerdem sei der Standort direkt neben dem Schulzentrum ideal.

Für ein neues Hallenbad machte sich Johanna Weber stark. Sie würde jedoch ein kleines, rein städtisches Bad ohne Wolfratshausen bauen, wie sie erklärte. Sie wohnt seit 1964 in Geretsried und kennt die Streitigkeiten nur zu gut. Müller gab dazu keinen weiteren Kommentar ab.

Die Anregung eines jungen Ehepaars mit kleinem Sohn im Kinderwagen nahm er gerne auf. Die beiden wünschen sich, dass im Rahmen der Umgestaltung des Karl-Lederer-Platzes und der Egerlandstraße zumindest einige aufwändige Spielgeräte aufgestellt werden. Der Rathauschef sagte, es gebe Überlegungen in dieser Richtung. „Kinder freuen sich ja über die einfachsten Sachen.“ Wasser finde er persönlich immer toll zum Pritscheln im Sommer, so der Vater zweier Kinder. Der Brunnen am Neuen Platz sei zum Beispiel sehr beliebt.

Das Paar bedauerte, dass die Geretsrieder Spiel- und Bolzplätze überwiegend im Wald liegen würden und damit im Herbst und Frühling nicht besonders attraktiv seien. Schön finden die jungen Eltern den Spielplatz an der Isar-Promenade in Bad Tölz. Müller erwiderte, dass Geretsried nun einmal viel Wald besitze – zum Glück. Im Sommer würden die Bäume Schatten auf den Spielplätzen spenden. Den Wunsch des Paars nach mehr Spielgeräten für Kleinkinder wie Schaukeln und Babywippen notierte er sich.

Mit der Umgestaltung des Zentrums soll Abhilfe bei einem von einem Anwohner angesprochenen Problem geschaffen werden: Die Pflastersteine auf der Egerlandstraße, die ein lautes Rumpeln verursachen, wenn Autos zu schnell darüberfahren, sollen laut Müller durch andere verkehrsberuhigende Maßnahmen ersetzt werden.

Es ist geplant, die Sprechstunde 2017 auf dem Wochenmarkt fortzusetzen. Müller erinnerte daran, dass die Geretsrieder auch außerhalb des Sprechtags am Donnerstagnachmittag Termine mit ihm vereinbaren können: „Ich schau immer, dass ich es irgendwie unterkriege.“

tal

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