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Hier wurde gedreht: Stadtführer Robert Schael zeigt, wie der Zugspitzweg während der Dreharbeiten in den 1950er-Jahren aussah.

Auch ein „Tatort“ wurde dort gedreht

Als der Grenzzaun durch Geretsried verlief: Stadtführer zeigt ehemalige Filmkulissen

Bei einer Führung durch zeigt Robert Schael ehemalige Filmkulissen. Sogar für den „Tatort“ kamen die Macher einmal nach Geretsried.

Geretsried – Eine komplizierte Liebe nimmt ein dramatisches Ende. Auf der Flucht über die Grenze werden der westdeutsche Polizist und seine Geliebte aus der DDR erschossen. Die Szene stammt aus dem Film „Himmel ohne Sterne“, der im Jahr 1955 gedreht wurde. Wer beim tragischen Schlussakkord genau hinsieht, kann erkennen, wo Carl und Anna erschossen wurden: auf dem Parkplatz des Heinz-Schneider-Eisstadions in Geretsried.

Bei einer Stadtführung zeigte Robert Schael jüngst einer kleinen Gruppe von Interessierten verschiedene Filmschauplätze aus Geretsried – viel ist allerdings nicht mehr davon übrig. „Die Spielorte sehen inzwischen alle anders aus“, sagt Schael gleich zu Beginn der Tour.

Das hält die Besucher trotzdem nicht davon ab, sich auf der Böhmwiese ganz genau umzusehen. Dort, wo heute Fußballer auf einem Bolzplatz kicken, trafen sich einst Geretsrieder im Gasthaus Böhm. Auf der Karte standen kühle Getränke und herzhaftes Essen.

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Im Film „Himmel ohne Sterne“ fielen die Mahlzeiten an dieser Stelle karger aus: „Hier wurden die Kasernen-Szenen gedreht“, sagt Schael und präsentiert in seinem blauen Ordner Fotos. Sie zeigen das ehemalige Gasthaus sowie Bilder aus dem Film. Die Geschichte des Wirtshauses, das 1973 niederbrannte, ist auf einer Gedenktafel beschrieben, die zum Weg der Geschichte gehört. Wirt Bruno Böhm aus Graslitz hatte die ehemalige Lagerküche als Gaststätte eröffnet. Im Liebesdrama sieht man, wie das Bauwerk auf der heutigen Böhmwiese vor einigen Jahrzehnten ausgesehen hat.

Dreharbeiten in Geretsried: Eva Kotthaus und Erik Schumann standen im Jahr 1955 für „Himmel ohne Sterne“ auf der Böhmwiese vor der Kamera.

Wer gerne alte „Tatort“-Folgen sieht, kann auch etwas über die Stadtentwicklung Geretsrieds lernen. An der Egerlandstraße gab es nämlich bis in die frühen 1990er Jahre eine Tankstelle. Inzwischen ist der Betrieb in ein Wohnhaus umfunktioniert. In der „Tatort“-Folge „Abendstern“ aus dem Jahr 1976 wurde die Tankstelle kurzfristig mitten in das Ruhrgebiet verlegt. Das Essener Ermittler-Team sucht im Krimi einen Mörder – ein Benzinfleck an der Fundstelle der Leiche veranlasst die Polizisten, gespielt von Hansjörg Felmy und Willy Semmelrogge, alle Tankstellen im Umkreis zu überprüfen.

Nun liegt das Geretsrieder Stadtzentrum nicht unbedingt im direkten Umfeld des Ruhrgebietes, die Filmemacher lösten das Problem aber. „Alle Autos, die hier vorbeigefahren sind, hatten Essener Kennzeichen“, erzählt Schael schmunzelnd beim Blick auf die Kreuzung von Egerland- und Böhmerwaldstraße.

Warum die Tankstelle aus dem Ruhrpott-„Tatort“ in das bayerische Oberland verlegt wurde, lässt sich heute nicht mehr ergründen. „Das muss ein riesiger Aufwand gewesen sein, aber so besonders sah die Tankstelle ja nicht aus“, bemerkt eine Besucherin aus Gilching, als sie die historischen Fotos begutachtet.

Etwas Besonderes waren allerdings die alten Bunker in Gartenberg. Einer davon wurde in „Himmel ohne Sterne“ gezeigt. Die Szene vor dem Bauwerk ist grausam: Ein russischer Soldat wird aufgrund eines Missverständnisses von der Hauptfigur erschossen. Auf einem Foto zeigt der Geretsrieder den Besuchern, wie der Bunker einst aussah. Heute steht an seiner Stelle ein Wohnhaus.

Im Gasthaus Böhm wurden Kasernen-Szenen für „Himmel ohne Sterne“ gedreht. An die Wirtschaft erinnert heute noch eine Tafel auf dem Weg der Geschichte.

Lediglich einer der Drehorte, den die Gruppe besucht, erinnert noch heute an die Filmszenerie: Hinter dem Heinz-Schneider-Eisstadion zieht sich ein kleiner Wall durch das grüne Dickicht. Der Ort stellt im Film „Himmel ohne Sterne“ die ost-westdeutsche Grenze dar. „Die Erhöhung sieht man heute noch“, berichtet Schael und präsentiert den Teilnehmern ein Foto aus dem Film. Es zeigt die schmerzverzerrten Gesichter des Liebespaares, das in der Szene seinen tragischen Tod findet. Direkt vor dem Grenzzaun werden sie hinterrücks erschossen. Der Zaun steht heute noch. Allerdings nicht in Thüringen, sondern mitten in Geretsried. Dominik Stallein

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