Isarau-Stadion Geretsried
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Manche Sportstätten in Geretsried sind in die Jahre gekommen - so das Isarau-Stadion. Das, findet Wolfgang Werner, sollte in Angriff genommen werden.

Fokus auf Isarau-Stadion und Robert-Schumann-Weg

Arbeitskreis Sport fordert Investitionen

Geretsried ist eine Sportstadt. Jetzt stellte Sportreferent Wolfgang Werner jetzt seine Pläne für das Isarau-Stadion und den Robert-Schumann-Weg vor.

Geretsried – Wenn im Sommer das interkommunale Hallenbad an der Adalbert-Stifter-Straße eröffnet, hat das in die Jahre gekommene Bad an der Jahnstraße endgültig ausgedient. Der Arbeitskreis „Zukunft Sport“ des Stadtrats schlägt an dessen Stelle einen zusätzlichen Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage vor. Dass diesbezüglich dringend Bedarf besteht, machte Sportreferent Wolfgang Werner (SPD) kürzlich in der Stadtratssitzung deutlich. Dort stellte er die Ziele des Arbeitskreises vor.

Ein Ziel ist der Abbruch des alten Hallenbades. „Das ist ganz klar“, so Werner. In Penzberg habe das 715 000 Euro gekostet. Für die Überplanung des Areals rechne er mit Kosten in Höhe von 1,5 bis 2 Millionen Euro. „Aber das ist nur geschätzt.“ Auf der dann frei gewordenen Fläche könnte ein Kunstrasenplatz gebaut werden. Dafür müssten der Tartan-Bolzplatz, der Soccer-Five-Platz und der Beachvolleyballplatz verlegt werden. Benötigt würde außerdem ein neues Gebäude mit Sanitäranlagen, Umkleiden und einem Kiosk.

Mehr Menschen brauchen mehr Sportstätten

Bereits 2009 habe man ins Sportentwicklungskonzept aufgenommen, dass in der größten Stadt des Landkreises zwei Rasensportflächen fehlen. Das Problem verschärfe sich, wenn wie prognostiziert bis 2036 rund 36 000 Einwohner in Geretsried leben und die S-Bahn „Ende der 20er-, Anfang der 30er-Jahre“ definitiv bis nach Geretsried rollt. „Dann werden wir bis zu vier Rasenplätze verlieren, drei an der Böhmwiese und den Nebensportplatz in Gelting“, so Werner. Spätestens bis Mitte der 2020er-Jahre müsse die Stadt „handeln, Weichen stellen und gegebenenfalls investieren“.

Grünen-Stadtrat Dr. Detlef Ringer äußerte mit Blick auf das Areal an der Jahnstraße Zweifel, ob „wir da einen Fußballplatz reinbringen“. Er hätte sich gewünscht, dass Werner einen Plan vom Umgriff des Isarau-Stadions vorbereitet. „Das muss man sich im Detail anschauen“, sagte auch Bürgermeister Michael Müller (CSU). Der Rathauschef gab zu bedenken, dass man in diesem Zusammenhang auch berücksichtigen müsse, dass die Stadt einen Standort für eine dritte Grundschule suche. „Diese Fragestellungen greifen ineinander. Es kann nicht allein der Arbeitskreis ,Zukunft Sport‘ entscheiden, wie wir das Areal entwickeln.“

Neben der Überplanung des Geländes sieht der Arbeitskreis dringenden Handlungsbedarf im bestehenden Isarau-Stadion. Das Vereinsheim und die Westtribüne müssten renoviert werden. Auch seien zusätzliche Stellplätze erforderlich, so Werner.

Es gibt auch viel nicht-organisierten Sport

Als zweiten Schwerpunkt hat sich der Arbeitskreis, der laut Werner „bedauerlicherweise rein männlich besetzt ist“, die Sportanlage am Robert-Schumann-Weg vorgenommen. Wie berichtet haben die Fußball-Freunde Geretsried das Gelände gepachtet und leiden darunter, dass der Platz regelmäßig unter Wasser steht. Zudem gebe es im Keller des Vereinsheims einen Saal, der kaum genutzt werde. Zusätzliche Umkleiden und Sanitäranlagen wären nötig und könnten dort untergebracht werden. Die Sanierungskosten schätzt Werner auf 500 000 Euro.

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Dass die Stadt weiterhin in den Sport investieren muss, daran ließ Werner keinen Zweifel. „Fakt ist, Geretsried hat neben der ,Schulstadt‘ auch das Prädikat ,Sportstadt‘. Punkt“, sagte der Sportreferent. In Sachen Sportstätten und der Vielfalt an Vereinen sei Geretsried „auf Augenhöhe mit Bad Tölz“ und könne sich weit über die Landkreisgrenzen hinaus sehen lassen.

Einen Beschluss zum Thema fasste der Stadtrat nicht. Das Gremium nahm den Bericht des Arbeitskreises zur Kenntnis, der entsprechend weiterarbeiten will. Bürgermeister Müller sagte, das Sportentwicklungskonzept müsse konsequent fortgeschrieben werden, da es auch niederschwellige Sportangebote berücksichtige. „Wir haben auch viel nicht organisierten Sport. Da braucht es eine ausgewogene Vorgehensweise.“

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