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Sagen nach sieben Jahren leise Servus: Astrid Tabellion und ihr Hund Nepomuk verlassen die Mittelschule.

Zum Abschied fließen Tränen

Astrid Tabellion verlässt Mittelschul-Praxisklasse

Geretsried – Sieben Jahre lang hat Astrid Tabellion die Praxisklasse an der Mittelschule als Sozialpädagogin betreut. Nun verlässt sie Geretsried. Mit ihr geht auch Schulhund Nepomuk.

Beim Abschiedsfrühstück mit der Klasse am vergangenen Freitag flossen Tränen. Astrid Tabellion war auch deshalb so beliebt, weil sie keine Noten geben musste, sondern den Schülern der Praxisklasse als Sozialpädagogin zusätzlich zum Klassenleiter half: als Nachhilfelehrerin am Nachmittag, mit Sozialtraining und Entspannungsstunden, bei der Berufsorientierung, der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche und bei vielen anderen schulischen, aber auch persönlichen Problemen.

Stellvertretend für zahllose schöne Erlebnisse mit ihren Schützlingen nennt die 36-Jährige eines: „ Ich erinnere mich an ein Mädchen, das vor fünf Jahren vor den Abschlussprüfungen jeden Nachmittag freiwillig zu mir zum Lernen kam. Einmal haben wir ein Foto gemacht, auf dem sie am ganzen Körper mit bunten Merkzetteln beklebt ist. Das intensive Coaching half. Sie schaffte den Abschluss und bekam eine Lehrstelle in ihrem Wunschberuf Friseurin. Sie besuchte mich noch eine Zeitlang regelmäßig. Als sie den Arbeitgeber wechselte, half ich ihr noch einmal bei der Bewerbung.“

Das Beispiel zeigt, wie eng der Kontakt zwischen der Magister-Pädagogin und ihren Schülern bisweilen war. Klar, dass es auch Astrid Tabellion nicht leicht fällt zu gehen. Die Tölzerin erwartet im Mai ihr erstes Kind und hat nicht vor, an die Mittelschule zurückzukehren. „Nach sieben Jahren ist es Zeit, etwas anderes zu machen“, sagt die junge Frau, die zuvor im Inselhaus-Kinderheim gearbeitet hatte. Sie bedauert, dass sie ihre jetzige Klasse nicht bis zum Schluss begleiten kann. Es sei immer bewegend zu sehen, wie die jungen Leute im Lauf des Schuljahres erwachsen würden. In den vergangenen Jahrgängen hätten fast alle P-Schüler ihren Abschluss geschafft, 80 Prozent hätten im Schnitt einen Ausbildungsplatz bekommen.

Nicht nur die Praxisklassen-Schüler, die ganze Mittelschule ist traurig über den Abschied von Nepomuk. Der schwarze Golden-Retriever-Schäferhund-Mischling war der Star an der Schule. Als ausgebildeter Therapiehund verstand er es, Schüler wie Lehrer aufzumuntern und zu trösten. Der Elfjährige war ein Clown und Charmeur. „Er wird uns fehlen“, sagt P-Klassenlehrer Rüdiger Rieß. Astrid Tabellion hatte mit Nepomuk mehrere Schulungen bestanden und durfte sich „Fachberaterin für tiergestützte Interaktion“ nennen. So ganz ohne Weiteres kann man also keinen Schulhund einführen. Der Retrievermix wiederum wird laut seinem Frauchen die Kinder und den Trubel vermissen. „Er ist jeden Tag gerne in die Schule gegangen.“ Von wem kann man das schon behaupten?

Für Astrid Tabellion ist noch kein Nachfolger gefunden. Rüdiger Rieß wird von einer Teilzeitkraft unterstützt, bis die Sozialpädagogenstelle neu besetzt ist.

von Tanja Lühr

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