Ein Wohnblock am Johannisplatz
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Diese Häuserzeile wird am Johannisplatz saniert.

Baugenossenschaft saniert 300 Wohnungen

Auch nach Sanierung: Mietpreis soll einstellig bleiben

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Seit 50 Jahren hat sich wenig getan - jetzt beginnt die Sanierung von 300 Wohnungen am Johannisplatz. Die Miete soll weiterhin günstig bleiben.

Geretsried – Über rund 300 Wohnungen verfügt die Baugenossenschaft Geretsried (BG) am Johannisplatz. Seit rund 50 Jahren sind sie äußerlich fast unverändert. In den nächsten Jahren will die BG die Außenhülle der Mietshäuser nach und nach sanieren. Heuer soll es mit den Hausnummern 23 bis 29 losgehen. Dort befand sich früher auch das Büro der Genossenschaft.

Wolfgang Selig

„Der Johannisplatz ist noch vor der ersten Ölkrise gebaut worden und gehört energetisch gesehen leider inzwischen zu den schlechteren Objekten der Baugenossenschaft“, gibt Geschäftsführer Wolfgang Selig offen zu. Das liege aber auch daran, dass man in den vergangenen 15 Jahren Objekte an anderen Standorten – zum Beispiel im Blumenviertel oder rund um den Neuen Platz – energetisch saniert oder durch einen Neubau ersetzt habe. Sie hätten den Johannisplatz mittlerweile energetisch überholt.

Die Baugenossenschaft möchte alle Häuser am Johannisplatz sanieren

„Unser Ziel ist es, dieses Jahrzehnt für Sanierungsarbeiten an allen unseren Häusern am Johannisplatz zu nutzen“, sagt der Geschäftsführer. Dazu zählten auch die Adressen am Dompfaffenweg und an der Sperlingstraße, die unmittelbar um den Johannisplatz herum gruppiert sind. Bei den Wohnungen handelt es sich um frei finanzierte Mietwohnungen, bei denen dem Geschäftsführer zufolge fast überall ähnliche Sanierungsmaßnahmen geplant sind. „Wir werden die Balkone erneuern und alte einfachverglaste Holzfenster durch isolierverglaste Kunststoff-Fenster ersetzen“, kündigt Selig an. An der Kellerdecke sowie an der Fassade sollen Wärmedämmungen angebracht werden. Auch im Außenbereich und beim Brandschutz wolle man das eine oder andere anpacken. Im Einzelfall könne in späteren Jahren in anderen Bauabschnitten auch über Themen wie Schwellenreduzierungen, Aufzugsnachrüstung, Tiefgaragenerweiterung oder Dachgeschossausbau nachgedacht werden. Jetzt sei es für solche Überlegungen aber noch zu früh, schränkt Selig ein. „Das wird gerade erst planerisch vorgeprüft.“

Die Miete wird teurer, bleibt aber günstig

Seit dem 1. Januar 2019 dürfen Vermieter die jährliche Miete um bis zu acht Prozent der für die Wohnung aufgewendeten Kosten erhöhen. Auch die Mieter am Johannisplatz werden tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Monatsmiete werde sich im Normalfall um einen Betrag zwischen ein und 1,50 Euro je Quadratmeter erhöhen, räumt Selig ein. Aber: Durch die energetischen Maßnahmen sollen sich im Gegenzug die Nebenkostenvorauszahlungen für Heizung und Warmwasser reduzieren und im besten Fall auch niedrig gehalten werden können. Mit der geplanten Steigerung liege man unter der gesetzlichen Grenze, so Selig. „Alle Wohnungen werden auch hinterher zu unter neun Euro je Quadratmeter Kaltmiete vermietet sein, teilweise auch sehr deutlich unter neun Euro.“ Das hänge vor allem vom inneren Zustand der Wohnung, aber auch von der Dauer des Mietvertrags und von anderen Faktoren ab. „Damit liegen wir immer noch spürbar unter den aktuellen Vergleichsmieten in Geretsried, die inzwischen im zweistelligen Bereich gelandet sind.“ Andere Renovierungsmaßnahmen wie neue Haustüren, neue und besser gedämmte Dächer sowie ein Nahwärmenetz mit neuer Heizzentrale „haben wir in den letzten Jahren schon ohne Modernisierungsumlagen auf die Mieter umgesetzt. sie sind von den Bewohnern gut angenommen worden.“

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