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Thekla Kraußeneck entwirft in den vier Bänden von Cronos Cube eine düstere Zukunft.

Willkommen im Überwachungsstaat

Science Fiction-Reihe „Cronos Cube“: Teil 3 erscheint im Herbst

  • Volker Ufertinger
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Thekla Kraußeneck (33) hat mit den ersten beiden Bänden ihrer „Cronos-Cube“-Reihe große Erfolge gefeiert. Im Herbst erscheint Teil 3.

Geretsried/Bad Heilbrunn – Unter anderem stand das Debüt von Kraußeneck auf der Shortlist für den deutschsprachigen Literaturpreis Seraph der Phantastischen Akademie. Im September erscheint nach dem zweiten nun der dritte und vorletzte Teil des Vierteilers im Oetinger-Verlag. Darüber sprach Redakteur Volker Ufertinger mit der Science Fiction-Autorin, die lange in Geretsried gelebt hat.

Frau Kraußeneck, Gratulation zum Abschluss des dritten Bandes! Hat er auch 560 Seiten wie die ersten beiden Bände?

Danke! Nein, er ist etwas länger. 620 Seiten.

In „Cronos Cube“ geht es um die zwei Freunde Zack und Lachlan in einem Überwachungsstaat des Jahres 2030. Wie ergeht es den beiden im dritten Band?

Der zweite Band ist ja schon ziemlich nervenaufreibend zu Ende gegangen, und die Krise ist im dritten Band noch lange nicht überstanden. Wer glaubt, dass Lachlan und Zack bislang durch schwere Zeiten gegangen sind, wird sich noch wundern.

Der dritte Band hat den Untertitel „Der freie Wille“. Klingt sehr philosophisch. Was hat es damit auf sich?

Der Untertitel ist ganz dicht an der Handlung dran. Zack erfährt etwas über sich, das die Frage aufwirft, ob er jemals eine freie Entscheidung getroffen hat – und ob er dazu überhaupt in der Lage ist. Lachlan steht unter dem Einfluss einer mentalen Programmierung, die aus ihm einen anderen Menschen macht. Für beide wird sich irgendwann die Frage stellen, ob es den freien Willen gibt und was individuelle Verantwortung bedeutet.

Der Staat reklamiert ja derzeit – Stichwort Corona – viel Macht für sich. Sind wir unterwegs zu dem Überwachungsstaat, den Sie darstellen?

Ich sehe uns auf jeden Fall in einer kritischen Phase, vor allem in Bayern. Ministerpräsident Markus Söder hat längst bewiesen, dass er überhaupt kein Problem mit der Einschränkung von Grundrechten hat, Stichwort: Polizeiaufgabengesetz. Daran erinnert sich nur niemand mehr, weil er jetzt in der Corona-Pandemie recht beeindruckend auftritt. Ich sehe daher durchaus die Gefahr, dass ein paar der Maßnahmen, die jetzt mit gutem Grund angeordnet werden, die Pandemie ohne guten Grund überdauern. Und dass die Akzeptanz in der Bevölkerung dafür steigt. Das ist schon sehr nah an meinem fiktiven Szenario.

Als Autor macht man ja auch eine Entwicklung durch. Was für eine Autorin waren Sie am Anfang, was für eine Autorin sind Sie jetzt?

Ich bin viel entspannter geworden. Frage mich nicht mehr bei jedem Satz, ob ich eine komplette Versagerin bin, und habe meinen Stil gefunden. Inzwischen bin ich ja bei der Agentur Michael Meller angelandet, ich plane mit dem Oetinger-Verlag in die Zukunft, schreibe schon mein viertes Buch: Das alles hat mich in meinem Tun viel sicherer gemacht, und ich finde, das liest man auch raus.

Sind schon Lesungen geplant? Geht das momentan überhaupt?

Schwierig. In unserer Region sollen im Herbst zwei Lesungen stattfinden, eine in Geretsried und eine in Penzberg. Inwiefern Corona das zulässt – mal sehen. Sollten die Lesungen ausfallen, werde ich aber auf jeden Fall online lesen. Für so was habe ich inzwischen einen kleinen YouTube-Kanal.

Steht noch der vierte und letzte Teil der „Cronos Cube“-Quadrologie aus, er soll im Frühjahr 2021 erscheinen. Schreiben Sie schon daran? Steht das Ende bereits fest?

Ja, ich schreibe zurzeit jeden Tag am letzten Band, hab’ ja meine Deadline im Juli. Das Ende steht schon lange fest, bestimmt seit drei Jahren, weil ich immer sehr weit vorausplane. Und ich bin sicher, dass dieses Ende meine Leser nicht so schnell loslassen wird.

vu

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