Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus
+
Hadern mit der Baustelle vor ihrer Haustür: Rund 30 Anwohner von Enzian- und Asternweg trafen sich mit unserer Zeitung vor Ort. 

Anwohner gehen auf die Barrikaden

Baumaßnahme an Enzian- und Asternweg: Eigentümer kritisieren Stadt Geretsried und Stadtwerke

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
    schließen

Anwohner von Enzian- und Asternweg sind unzufrieden mit der Baumaßnahme vor ihrer Haustür. Sie kritisieren die Stadt. Die Kommune weist die Vorwürfe zurück.

Geretsried – Die Bagger stehen am Freitagnachmittag schon still, als sich am Enzian- und Asternweg rund 30 Anwohner versammeln. Sie sind äußerst unzufrieden mit der Baumaßnahme vor ihrer Haustür. Die Stadtwerke verlegen derzeit neue Kanal- und Wasserleitungen, dann erneuert Energie Südbayern die Gasleitung, im Anschluss wird die Stadt eine Asphaltdecke aufbringen sowie Pflastersteine im Kreuzungsbereich und Granitdreizeiler am Bankett anlegen.

Dass die in die Jahre gekommenen Leitungen irgendwann erneuert werden müssen, „war uns allen klar“, sagt Thomas Schumann. Auch an den Straßen sei lange nichts gemacht worden. Einmal sei ein Schlagloch so tief gewesen, dass eine ältere Dame böse gestürzt sei, berichtet Ingeborg Boothe. Was die beiden und weitere Grundstückseigentümer von Enzian- und Asternweg ärgert, ist die Informationspolitik von Stadt und Stadtwerken. Weil sie sich dort nicht gehört fühlen, haben sie unsere Zeitung um ein Treffen gebeten.

„Flapsige Standardantworten“ von offizieller Seiter

Schumann hat alles haarklein notiert. In sieben Schreiben habe er von offizieller Seite „flapsige Standardantworten, nur das Nötigste, wie aus der Schublade“ bekommen. Am Donnerstag sei nun eine ausführliche Rückmeldung an ihn gegangen. „Aber die habe jetzt nur ich, die anderen bräuchten diese Details aber doch auch“, kritisiert der Geretsrieder. Zu Beginn der Baumaßnahme hätten die Stadtwerke Flugblätter verteilt, aber die seien nicht in jedem Briefkasten gelandet. Dabei hätte man Termine für eine Begehung ausmachen müssen. „Wir hätten uns ein Treffen mit allen Eigentümern gewünscht“, sagt Schumann. Das habe es vor einer entsprechenden Maßnahme am Traubenweg gegeben.

Anwohner sprechen von Abzocke

Für die Eigentümer geht es um viel Geld. 90 Prozent der Baukosten müssen sie tragen. „Am Asternweg sind von zwölf Anliegern neun Rentner, da hat niemand 30 000 Euro auf der Seite“, sagt Bernhard Funke. Das sei Abzocke, schließlich habe die Stadt 50 Jahre lang nichts an der Straße gemacht. „Der Stadtrat sollte sich schämen“, so Funke. Dazu kommen für einige Eigentümer nötige Umbauten an ihren Hausanschlüssen, wie bei Familie März. „Wir müssen unser Bad herausreißen“, erklärt Thomas März mit Blick auf geänderte Höhen von Kanal- und Wasserleitungen. Wie schnell er reagieren muss, wisse er nicht. Auch nicht, ob er heuer noch Handwerker bekomme.

Die Situation erweckt bei einigen Anwohnern den Eindruck, dass die Stadt die Baumaßnahme überstürzt und möglichst schnell durchziehen will. Die Erschließungsbeiträge für die Herstellung älterer Straßen können Kommunen noch bis 1. April 2021 von Anliegern einfordern. „Die Stadt Tölz verzichtet darauf, aber die Stadt Geretsried will es noch schnell durchziehen“, vermutet Jürgen Spreider.

Kürzlich gab es wohl einen Vor-Ort-Termin mit Bürgermeister Michael Müller und Altbürgermeister Gerhard Hasreiter, der am Enzianweg wohnt. „Der Termin fand auf meine Veranlassung statt“, bestätigt Hasreiter, als er mit seinem Hund an den versammelten Anwozhnern vorbeikommt. Das missfällt den Nachbarn. „Wir wären auch gerne informiert worden“, erklärt dazu Campano Pointner.

Bauamt und Stadtwerke weisen Kritik zurück

Das städtische Bauamt und die Stadtwerke weisen die Kritik der Anwohner zurück. In einer ausführlichen Stellungnahme legen sie auf Nachfrage unserer Zeitung dar, in welcher Form sie die Anlieger informiert hätten. „Wir haben uns redlich bemüht und bemühen uns nach wie vor, hier für die entsprechenden Informationen zu sorgen“, betont Stadtwerke-Vorstand Jan Dühring. Auch konkrete Ansprechpartner seien genannt worden. „Heute (Montag, Anm. d. Red.) geht sogar nochmals ein Informationsschreiben unsererseits raus, um etwaige letzte Unklarheiten hinsichtlich unserer Terminschiene (Kanal und Wasser) zu beseitigen“, so Dühring. Auch Stadtbaurat Rainer Goldstein kündigt an: „Im Verlauf dieser Woche wird erneut ein Anwohnerschreiben ausgehen, das die nun konkretisierten Abläufe darstellt.“

sw

Auch interessant: 

Parkgebühren in Geretsried? ProCit schlägt Alarm

„Abifeier light“: So lief‘s am Geretsrieder Gymnasium

Aus Batsch FM wird Stadtradio Geretsried

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Radunfall in Geretsried: Polizei sucht Unfallbeteiligte mit orangefarbenem Kopftuch
Bei einer Kollision zweier Radfahrerinnen auf dem Radweg parallel zur B11 am Freitag zog sich eine Beteiligte schwere Blessuren zu, die andere setzte ihre Fahrt fort, …
Radunfall in Geretsried: Polizei sucht Unfallbeteiligte mit orangefarbenem Kopftuch
Schwere Radunfällen im Tölzer Land: Fünf Verletzte
Eine ganze Reihe von schweren Fahrradunfällen ereignete sich am Wochenende im südlichen Landkreis. Fünf Beteiligte mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Einmal war …
Schwere Radunfällen im Tölzer Land: Fünf Verletzte
Kettenreaktion: Motorradfahrer leicht verletzt
Ein Auffahrunfall mit drei beteiligten Autos ereignete sich am Samstag gegen 12.50 Uhr auf der Staatsstraße 2065 im Münsinger Ortsteil Mandl. Dabei stürzte auch ein …
Kettenreaktion: Motorradfahrer leicht verletzt
Amtsgericht: Ein Streit, zwei Versionen
Zu fast jedem Streit gibt es zwei Sichtweisen. Selten gehen die aber so weit auseinander wie bei einer körperlichen Auseinandersetzung, die zwei Geretsrieder im Sommer …
Amtsgericht: Ein Streit, zwei Versionen

Kommentare