Tattoo fürs Leben: Philipp Goodluck hat sich die Postleitzahl von Geretsried auf den Bauch stechen lassen. 

„Ich wollte etwas, was mich immer an Geretsried erinnert“

Wenn Heimatliebe unter die Haut geht: Geretsrieder lässt sich besonderes Tattoo stechen

„Ich mag Geretsried“, sagt Philipp Goodluck. Das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis: Der 24-Jährige hat sich die Postleitzahl seiner Heimatstadt tätowieren lassen.

VON CLARA WILDENRATH

Geretsried – Spätestens in der nächsten Badesaison sind Philipp Goodluck verwunderte Blicke und neugierige Fragen sicher. „82538“ steht knapp unterhalb seines Bauchnabels in schwarzen Ziffern. Ortsansässige wissen: Das ist die Postleitzahl von Geretsried. Aber wie kommt man auf die Idee, sich die in die Haut stechen zu lassen? „Ich hab’ mein ganzes Leben hier verbracht und wollte etwas, was mich immer daran erinnert“, erklärt Philipp Goodluck. Die Zahl sieht schön aus, findet er, „mit der Acht vorne und hinten – das hat was“. Und die Leute wüssten gleich, wo er herkomme.

Geretrieder tätowiert sich Postleitzahl auf den Bauch

Ende September hat ihm eine Freundin die fünf Ziffern mit schwarzer Tinte auf den Bauch tätowiert. Am Abend bei ihr zu Hause auf dem Bett, in aufwändiger „Hand Poked“-Technik, also Punkt für Punkt mit einer einzelnen Nadel statt mit einer Maschine. Nach 90 Minuten sei sie fertig gewesen, erzählt Goodluck, und weh getan habe es kaum. Viele seiner Freunde kamen zum Zuschauen; sie fanden die Aktion und sein fleischgewordenes Bekenntnis zur Heimatstadt cool. Seine Mutter weniger: „Schaut aus wie eine KZ-Nummer“, war ihr Kommentar.

Rund 90 Minuten dauerte die gar nicht mal so schmerzhafte Prozedur.

Seine dunklere Hautfarbe und die (derzeit blond gefärbten) schwarzen Locken hat Philipp vom Vater aus Nigeria, die Heimatverbundenheit von der Mutter und den Freunden. Goodluck ist in Wolfratshausen geboren, in Geretsried und Waldram zur Schule gegangen. Seine Leidenschaft gilt der elektronischen Musik: Als DJ und Partyveranstalter organisiert er Techno-Events in der Region. Mit großem Zulauf, sagt er. Aber: „Leben kann ich davon nicht. Unsere Einnahmen investieren wir immer gleich in neues Equipment.“

Geretsrieder lässt sich Postleitzahl tätowieren: Prozedur hat kaum weh getan

Tagsüber arbeitet er deshalb als Lagerist in einer Geltinger Firma. Nächstes Jahr will er studieren – was, weiß er noch nicht genau: „Irgendwas mit Gestaltung oder Mode. Oder Musik.“ Wenn er dafür umziehen muss, kann es durchaus sein, dass die Postleitzahl von Geretsried noch durch weitere ergänzt wird: „Aber nur, wenn es mir dort richtig gut gefällt“, schränkt er ein.

So oder so werden die fünf Ziffern unter dem Bauchnabel nicht die einzige Tätowierung des jungen Mannes bleiben. Zum 24. Geburtstag haben ihm seine Freunde einen Tattoo-Gutschein geschenkt. Deshalb will er sich jetzt auch sein Faible für selbstgemischte Elektro-Klänge unter die Haut stechen lassen: Das Logo seines DJ-Kollektivs „Klangfusion“ soll schon bald seinen Körper schmücken. Wo, weiß er allerdings noch nicht genau: „Am Knöchel vielleicht. Oder an der Schulter.“

Geretsried: Postleitzahl bleibt nicht das einzige Tattoo 

Der Tattoo-Trend in Deutschland nimmt zu. Eine Umfrage zeigt: Jeder fünfte ist in Deutschland mittlerweile tätowiert. Auch in Wolfratshausen sind Tattoos etabliert - das weiß Thomas Meszaros vom Wolfratshauser Tattoo- und Piercingstudios Newborn. Beim Seniorencafe in Lenggries löchterten die Teilnehmer kürzlich Tätowiererin Caro „Karacho“ Mayer. Die Rentner hatten viele Fragen. 

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