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Ging zu Boden: Die Sternwarte am Gymnasium fällt der Generalsanierung zum Opfer. Foto: Hermsdorf-Hiss

Generalsanierung 

Aus für die Sternwarte am Geretsrieder Schulzentrum

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Die Sternstunden sind vorbei: Die Sternwarte am Geretsrieder Schulzentrum muss einer Lüftungsanlage Platz machen. 

Geretsried – Ihre Tage waren bereits gezählt, jetzt beißt die Sternwarte des Gymnasiums tatsächlich ins Gras: Handwerker haben die Kuppel vom Schuldach demontiert und auf einer Wiese am Schulgelände abgestellt. „Man macht sich Gedanken über eine künftige Nutzung“, sagt Sabine Schmid, Sprecherin des Landratsamts. Im Zuge der Generalsanierung musste die Sternwarte „der Erweiterung des Dachraums zur Unterbringung der Lüftungsanlage“ Platz machen, erklärt Schmid.

Der Verein „Isartalsternwarte“, vormals „Schulsternwarte Geretsried“, war darauf vorbereitet. „Wir wussten, dass die Kuppel abgebaut wird“, sagt Vorsitzender Kurt Motl. Ein bisschen komisch sei es aber schon, die alte Sternwarte nun am Boden liegen zu sehen. Motl bemüht das Bild vom „lachenden und weinenden Auge“. Der Verein betreibt schließlich seit 2014 eine moderne Sternwarte in Königsdorf. Der Standort an der Jugendsiedlung sei optimal.

Dennoch sind mit der Sternwarte am Gymnasium einige Erinnerungen verbunden. Fast 50 Jahre lang gewährte sie den Blick in fremde Galaxien. „Astronomische Highlights in dieser Zeit waren der Besuch des Halleyschen Kometen 1986, die Einschläge des auseinandergebrochenen Kometen Shoemaker-Levy auf dem Jupiter 1994, der schnell vorbeiziehende Komet Hyakutake 1996, der Jahrhundertkomet Hale-Bopp 1997 und die emotionsgeladene totale Sonnenfinsternis am 11. August 1992“, erzählt Motl.

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Als der Sachaufwandsträger des Landkreises Anfang der 1970er Jahre das heutige Schulzentrum in Geretsried errichtete, stattete er das Gebäude mit der Sternwarte aus. Ein paar Jahre später gründete sich der Verein „Schulsternwarte Geretsried“ mit Dr. Otto Rothe an der Spitze, um die bis dahin leerstehende Kuppel auszustatten. Hobbyastronom Eduard Lenz stellte sein Spiegelteleskop leihweise zur Verfügung, ist in der Vereinsgeschichte nachzulesen.

Motl, der seit 1977 interessierte Gymnasiasten in Astronomie unterrichtet, fasst die Jahre in einem Rundbrief an die Vereinsmitglieder so zusammen: „Wir haben Sternstunden erlebt in der alten Sternwarte – und haben mit Begeisterung die neue Sternwarte gebaut.“ Seit deren Einweihung hat sich der öffentliche Betrieb nach Königsdorf verlagert. Mit einer Ausnahme: Jedes Jahr am Kinder- und Jugendtag führte der Verein zahlreiche Interessierte durch die Sternwarte am Gymnasium. Auch Vereinsmitglieder nutzten den ungestörten Ort weiterhin für Astrofotografie. Motl: „Das fällt jetzt weg.“ Auch wenn der Verein in Geretsried mit immer mehr Störlichtern zu kämpfen hatte, vor allem von der Adalbert-Stifter-Straße und dem Fußballplatz, und eine undichte Stelle etwa seit zwölf Jahren dafür sorgte, dass hölzerne Tragring der Sternwarte morsch wurde, so der Vorsitzende. „Die Sternwarte hat bis zuletzt voll funktioniert.“

In den vergangenen Monaten räumten die Vereinsmitglieder die Kuppel aus. Die beiden Teleskope, die dort standen, laut Motl „hervorragende Geräte“, finden nun in Königsdorf Verwendung. Auch einige Fachliteratur hatte sich über die Jahre am Gymnasium angesammelt, die der Verein von Hobbyastronomen aus der Umgebung geerbt hat. Auch diese wird künftig in Königsdorf gelesen. Den Rest erledigte ein Kran: Er hievte die schwere Teleskopmontierung zu Boden und schließlich die Kuppel selbst.  sw

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