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Baustelle im Eisstadion geht in die heiße Phase

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Hochbetrieb herrscht  Jahnstraße am Geretsrieder  Eisstadion:  Die Abbrucharbeiten sind im vollen Gange. Nur beauftragte Bauarbeiter dürfen das Areal betreten.
Wüst sieht es derzeit im Heinz-Schneider-Eisstadion aus. © Rico Lehwald/Visualisierung: Kiessler Architekten München

Hochbetrieb herrscht derzeit im Eisstadion an der Jahnstraße:  Die Abbrucharbeiten sind im vollen Gange. Nur beauftragte Bauarbeiter dürfen das Areal betreten.

Geretsried – Am Heinz-Schneider-Eisstadion wird gebaggert und gesägt. Seit gut einer Woche laufen die Abbrucharbeiten, die nötig sind, damit die Arena wieder ein Dach bekommen kann. Bis Mitte März sollen diese abgeschlossen sein. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt.

Damit hat die heiße Phase an der Jahnstraße begonnen. Nach zwölf Jahren endet das Kapitel Freiluft-Arena. Für 7,6 Millionen Euro lässt die Stadt eine Halle über dem bestehenden Stadionrund errichten (wir berichteten). Dazu werden laut Loibl zunächst Reste der Dachkonstruktion entfernt, die im Jahr 2006 aufgrund akuter Einsturzgefahr zurückgebaut wurde. An der Ost- und West-Tribüne im Bereich der Stüberl müssen die Giebelwände weichen. „Die Außenwände bleiben stehen“, so der Pressereferent.

Den Reaktionen im Internet nach zu urteilen, blutet dem einen oder anderen Mitglied beim Abschied vom Stüberl schon das Herz. Doch ESC-Vorsitzender Tommi Stöber kann sie trösten: „Das ICE-Stüberl, das VIP-Stüberl und die Geschäftsstelle werden wiederaufgebaut – neu und hübsch und etwas vergrößert.“

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Zur neuen Wintersaison soll die dann überdachte Arena in neuem Glanz erstrahlen. © Rico Lehwald/Visualisierung: Kiessler Architekten München

Das vom Stadtrat beauftragte Abbruchunternehmen baut darüber hinaus auch die Sitzstufen an der Nordost-Tribüne zurück. Dort ist eine Freifläche geplant. „Im Nachgang können wir die Räume in Eigenregie aufbauen“, erklärt Stadionvereins-Chef Rico Lehwald. Einzelheiten stünden noch nicht fest, angedacht seien aber zusätzliche Kabinen und ein neuer Kraftraum. „Den alten wird es so nicht mehr geben, da wir dort das Eismeisterbüro eingerichtet haben, damit die Eismeister näher am Eis sind.“

Beim Abriss des alten Daches hatte die Stadt mit asbestbelasteten Dachplatten zu kämpfen. Das ist auch bei dieser Maßnahme ein Thema. „Die Dacheindeckung der Stüberl besteht aus Eternit-Wellplatten“, so Loibl. Sie müssten fachgerecht entsorgt werden.

Direkt an den Rückbau der einzelnen Bestandteile schließen sich die Arbeiten für den Rohbau an. Dazu gehören laut Loibl eine neue Bodenplatte an der Nordost-Tribüne. Die bestehenden Wände im Unter- und Erdgeschoss werden ergänzt, bestehende Fundamente an der Nordtribüne sowie Stahlbeton-Ständer für die Dachkonstruktion ertüchtigt. Die verbliebenen Wände der Stüberl werden erweitert und mit einem Flachdach geschlossen. Zu guter Letzt legen die Arbeiter die unterirdischen Räumlichkeiten an der Südseite des Stadions temporär frei, um sie mit einer Wärmedämmung zu versehen.

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„All das soll bis Ende Mai geschehen, dann beginnt der Dachaufbau“, erklärt Loibl. Vorgesehen ist ein Tonnendach, das aus Fertigkomponenten zusammengesetzt wird. Ende August soll es stehen – inklusive neuer Kabinen, Sanitärbereiche, Lüftungstechnik und Beleuchtung im Inneren des Stadions. Der Eingang für Zuschauer wird dann nicht mehr im Erdgeschoss, sondern – wie bei Stadien üblich – oberhalb der Tribünen sein.

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Das Grün um die Arena musste im Vorfeld für die nördliche Dachkante und für neue Rigolen zur Entwässerung weichen, was Grünen-Stadtrat Volker Witte in der jüngsten Sitzung kritisiert hatte. Konkret wurden „größtenteils Büsche sowie fünf kleinere Fichten, die nicht unter die städtische Baumschutzverordnung fallen, gefällt“, erklärt dazu Loibl.

Wer kein beauftragter Bauarbeiter ist, darf das Heinz-Schneider-Eisstadion, beziehungsweise das, was davon noch übrig ist, aktuell nicht betreten. Zuvor haben die Mitglieder der ESC River Rats und des Stadionvereins viel Eigenleistung in das Projekt Überdachung gesteckt. In der vergangenen Spielpause packten sie mit an, als die Katakomben umgebaut wurden. Noch vor Saisonende räumten sie alles aus dem Stadion – auch die Anlaufstelle für Mitglieder. „Wir haben die Geschäftsstelle in den alten Kunstbunker am Isardamm 20 verlegt“, erklärt Stöber. Er gehörte dem Geretsrieder Kulturpreisträger Albrecht Widmann, der ihn kürzlich an die Krämmel-Unternehmensgruppe verkauft hat (wir berichteten). Hier habe der Verein Büro- und Lagerräume anmieten können, sodass die Geschäftsstelle wie immer über den Sommer dienstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet hat.

sw 

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