+
Eine interessante Kulisse wäre der Blaue Bunker am Eisstadion. Doch die Ruine gilt als einsturzgefährdet.

Rohbau stammt aus der Zeit der Rüstungswerke

Ketelhut will Blauen Bunker als Kulturstätte nutzen

  • schließen

Der Blaue Bunker in Geretsried soll als Kulturstätte genutzt werden. Das fordert Kulturreferent Hans Ketelhut. Doch es gibt ein Problem.

Geretsried – Ob für die Musikschule, die Bücherei oder das Museum: Hans Ketelhut, Kulturreferent des Stadtrats, verteilte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport viel Lob. Es werde „hervorragende Arbeit“ geleistet. Ketelhut nutzte seinen Bericht aber auch für deutliche Forderungen. Bürgermeister Michael Müller nahm diese als Impulse auf.

Hans KetelhutKulturreferent des Stadtrats

Derzeit werde mit dem Bau des interkommunalen Hallenbads und der Sanierung sowie Überdachung des Eisstadions viel Geld für den Sport ausgegeben, stellte der Kulturreferent fest. „Ich will nichts aufrechnen und stehe wie alle anderen auch hinter den Projekten.“ Doch die Stadt müsse entsprechend im kulturellen Bereich nachziehen. „Wir müssen das Kulturleitbild fortschreiben und neue Angebote schaffen“, sagte Ketelhut.

Sein Credo lautet: „Kulturstadt Geretsried 2025“. In besagtem Jahr soll nach seinen Vorstellungen eine Veranstaltungshalle für 150 Menschen im Museumsgarten fertiggestellt werden. „Der Ratsstubensaal wird nicht mehr lange den Ansprüchen gerecht werden“, fürchtet Ketelhut. Aus diesem Grund fordert er, die Erweiterung des Museums schnell anzugehen. Es müsse noch heuer ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden.

Auch den sogenannten Blauen Bunker thematisierte Ketelhut in seinem Bericht vor dem Ausschuss. Dort fanden vor einigen Jahren Kulturveranstaltungen statt, und der Kulturreferent träumt seit Längerem von einer Freiluftbühne am Eisstadion. Die Idee, den Bunker umzufunktionieren, fand sogar Eingang ins Stadtleitbild. Nach einem Gutachten aus dem Jahr 2004 ist der Bunker aber einsturzgefährdet und darf deshalb nicht betreten werden.

Nun verlangte Ketelhut, die Statik des Blauen Bunkers nochmals zu überprüfen und eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. Er solle als Kulturstätte genutzt und in den Skulpturenpark eingebunden werden, forderte der Kulturreferent. Für letzteren, der sich durch die Innenstadt ziehen soll, müssten weitere Kunstwerke angekauft werden.

Lesen Sie auch: So soll die „Neue Mitte“ aussehen: Bürgermeister Michael Müller im Interview

Der Blaue Bunker nahe des Isardamms, Bunker Nummer 356, ist dem Weg der Geschichte des Arbeitskreises Historisches Geretsried zufolge ein Rohbau aus der Zeit der Rüstungswerke. Er sollte ein Trockenhaus für die Pikrinsäureabteilung werden, die DAG (Dynamit Aktiengesellschaft) und DSC (Deutsche Sprengchemie) vorgesehen hatten, um die Säure als Sprengstoff in Granaten zu verwenden. 1943 wurden die Bauarbeiten eingestellt, da man sich entschieden hatte, die extrem gefährliche Säure durch den Sprengstoff TNT zu ersetzen. 1948 wurde der Rohbau durch die Alliierten gesprengt. Er erlitt schwere Schäden, blieb aber stehen. Den Namen Blauen Bunker verdankt die Ruine den überwiegend blauen Graffitis, die über die Jahre an den Wänden entstanden sind.  sw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ergebnisse der Landrats-und Kreistagswahl in Geretsried: Demmel hatte knapp die Nase vorne
Nun liegen auch die Ergebnisse der Landrats- und Kreistagswahl aus den Geretsrieder Stimmbezirken vor: Gelting ist die Hochburg der Grünen – die AfD holt 5,12 Prozent.
Ergebnisse der Landrats-und Kreistagswahl in Geretsried: Demmel hatte knapp die Nase vorne
Kreisklinik ist auf Vielzahl von Covid-19 Patienten vorbereitet
Geschäftsführer Ingo Kühn ist sicher: Auf die Kreisklinik kommen unruhige Tage zu. Er geht davon aus, dass viele Covid-19 Patienten eingeliefert werden. 
Kreisklinik ist auf Vielzahl von Covid-19 Patienten vorbereitet
Zahnärzte behandeln auch in Corona-Krise
Zahnärzte behandeln ihre Patienten auch in Corona-Zeiten - allerdings mit Einschränkungen. Der Schutz der Patienten steht im Vordergrund.
Zahnärzte behandeln auch in Corona-Krise
Geretsried: Egerlandstraße ab Ende März für zweieinhalb Jahre dicht
Eine der Hauptverkehrsachsen Geretsrieds ist ab Ende März für zweieinhalb Jahre dicht: Die Egerlandstraße wird sich im Zentrum in eine Riesenbaustelle verwandeln. 
Geretsried: Egerlandstraße ab Ende März für zweieinhalb Jahre dicht

Kommentare