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Fiebern der Premiere am 29. Februar entgegen: Die Schauspieler der Brauchtumsgruppe Gelting. 

Mordsgaudi um einen Musterstier

Brauchtumsgruppe Gelting spielt wieder Theater – Neue Regie, neue Darsteller

Um einen musterstier dreht sich heuer das Theater der Brauchtumsgruppe Gelting. Eine Mordsgaudi.

Gelting Unter neuer Regie und mit zwei neuen, jungen Gesichtern im Ensemble versüßt die Brauchtumsgruppe Gelting den Zuschauern die Fastenzeit wieder mit einem lustigen Mundart-Theaterstück. Franz und Markus Wirtensohn, weitläufig miteinander verwandte, altgediente Darsteller, haben heuer gemeinsam erstmals die Spielleitung übernommen. „Uns gibt es nur im Doppelpack“, scherzt Franz Wirtensohn.

Zahlreiche Stücke lasen die beiden durch, bis sie mit dem Dreiakter „Herkules, der Musterstier“ von Marianne Santl fündig wurden. „Das passt zu uns“, sagt Markus Wirtensohn, denn in Gelting gebe es doch noch einige Landwirte. Allerdings besaß keiner von ihnen einen Prachtstier, wie er den perfektionistischen Regisseuren für die Ankündigungsplakate und Flyer vorschwebte.

Eine Bekannte vermittelte den Kontakt zur Besamungsstation München-Grub, wo man der Theatertruppe einen mehrfach prämierten, äußerst wertvollen Zuchtbullen als Fotomodell überließ. Schon das Shooting mit dem auf Hochglanz polierten Tier sei eine Mordsgaudi gewesen, erzählt Franz Wirtensohn, der das Entgegenkommen der Mitarbeiter in Grub sehr zu schätzen weiß.

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Bei den Aufführungen an den Wochenenden zwischen dem 29. Februar und dem 4. April können freilich nur Fotos von „Herkules“ auf der Bühne gezeigt werden. Das Rind gehört im Stück Bauer Sixtus Hackl, gespielt vom großartigen Konrad Mayr, der schon im vergangenen Jahr in der Hauptrolle als Richter Bergmoser in „Hohes Gericht“ überzeugte. Sixtus will seinen Musterstier zusammen mit seinem Freund, dem Viehhändler Alois Siegl (Franz Wirtensohn), auf der Zuchtviehausstellung in München präsentieren.

Die Bäuerin Emma (Regina Mayr, auch im echten Leben die Ehefrau) und Siegls Gattin Rosa (Marlies Kiesel) wollen natürlich auch dabei sein. Doch die beiden Männer haben keine Lust, die zwei mitzunehmen, weil sie nach der Ausstellung noch „richtig die Sau rauslassen wollen“. Sie erfinden eine Ausrede, um alleine losziehen zu können. Die Damen riechen den Braten und wollen hinterher. Aber erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Emmas und Rosas Plan missglückt, die Ehegatten kommen erst am übernächsten Tag verletzt, ohne Geld und ohne Stier nach Hause – dafür mit einem reichlich schlechten Gewissen.

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Zu allem Überfluss taucht auch noch eine junge, hübsche Dame am Hof auf, die über alle zwei Männer bestens Bescheid zu wissen scheint. Eine nähere Bekanntschaft ist nicht von der Hand zu weisen. Für Heiterkeit sorgt zudem Magd Zenzi (Sabine Wirtensohn) mit ihrem losen Mundwerk.

Premiere haben unter den neun Schauspielern Sebastian Schrills und Katharina Wenus (beide 28). Markus und Franz Wirtensohn versprechen außerdem ein paar weitere Neuerungen wie eine moderne Ton- und Lichtanlage und insgesamt „mehr Pepp“. 

Tanja Lühr

Tickets

Karten gibt es heuer erstmals online über München-Ticket zu kaufen (Infos auch auf der Homepage unter www.brauchtumsgruppe-gelting.de) oder im Vorverkauf direkt im Theatersaal an der Leitenstraße 4 an folgenden Tagen: Freitag, 14. Februar, von 18 bis 20 Uhr, Samstag, 15. Februar, von 9 bis 12 Uhr, Freitag, 21. Februar, von 18 bis 20 Uhr und Samstag, 22. Februar, von 9 bis 12 Uhr.

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