Der Standort: An der Kreuzung des Robert-Schumann-Wegs mit der Johann-Sebastian-Bach-Straße soll die Kita „Blechkiste“ ein neues Zuhause finden.
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Der Standort: An der Kreuzung des Robert-Schumann-Wegs mit der Johann-Sebastian-Bach-Straße soll die Kita „Blechkiste“ ein neues Zuhause finden. 

„Verwaltungswahnsinn“

Neue Blechkiste: Bürgermeister äußert deutliche Kritik am Landratsamt

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Der Geretsrieder Bürgermeister fühlt sich vom Kreisbauamt vorgeführt. Im Verfahren für den neuen Kindergartenstandort hatte das diverse Einwände. 

Geretsried – Unter dem Zuspruch des Stadtrats hat Bürgermeister Michael Müller in der Dienstagssitzung deutliche Kritik an den Baujuristen des Landratsamts geübt. Anlass war die Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen für den neuen Standort der Kindertagesstätte „Blechkiste“. Müller sprach von einem „Verwaltungswahnsinn“. Und: „Das Kreisbauamt wirft uns bei einem Kindergarten jeden erdenklichen Knüppel zwischen die Beine“, so der Rathauschef.

Zuvor war Stadtbaurat Rainer Goldstein mit dem Gremium die Einwände der Träger öffentlicher Belange durchgegangen. „Eine normale Baugenehmigung wollte uns das Landratsamt nicht erteilen“, schickte Goldstein voraus. Daher sei ein Satzungsbeschluss nötig. Das entsprechende Bebauungsplanverfahren habe das städtische Bauamt trotz des Corona-Lockdowns durchführen können. Geplant ist, die Kindertagesstätte Blechkiste samt einer zusätzlichen Containereinheit am Robert-Schumann-Weg neu zu errichten. Die bestehenden Mietcontainer an der Tattenkofener Straße sind in baulich schlechtem Zustand. Zudem braucht die Stadt zusätzliche Betreuungsplätze. Als Standort hat sich der Stadtrat für den ehemaligen Bolzplatz neben dem Verkehrsübungsplatz entschieden.

Auch wenn in direkter Nachbarschaft bereits Gebäude stehen – das der Fußballfreunde, der Reservisten und der Eisstockschützen – , reichte das Landratsamt diverse Anmerkungen zur „Gemeinbedarfsfläche Süd-West“ ein. „Viele Träger öffentlicher Belange hatten keine Einwände“, merkte Goldstein in der Sitzung an.

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Ein Kritikpunkt der Behörde war das Thema Bodenschutz. Im Planungsgebiet befand sich früher eine Bauschuttdeponie. Dessen ist sich das städtische Bauamt bewusst. „Wir haben die gesamte Fläche Anfang 2020 rasterartig untersucht“, erklärte Goldstein. Es gebe ein paar Verunreinigungen, die die Stadt in Angriff nehmen werde. Die Sanierungsmaßnahme sei in Planung. Es sei aber auch schon ein kompletter Bodenaustausch durchgeführt worden. Bürgermeister Müller ärgerte sich über die Ausführungen des Landratsamts. „Sie finden offenbar Lust daran, uns hier vorzuführen“, so der Rathauschef, auch wenn das Landratsamt dies gar nicht so empfinde. Dagegen sei in der Stadt zu beobachten, „wie schnell Projekte in eigener Zuständigkeit umgesetzt werden“.

Nachdem Müller seine deutliche Kritik am Landratsamt geäußert hatte, klopften die anwesenden Stadträte zustimmend auf die Tische. Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste) zollte dem Geretsrieder Bauamt ausdrücklich Respekt, dass dieses das Verfahren angesichts der Einwendungen in so kurzer Zeit durchgeführt habe. Der Stadtrat beschloss den Bebauungsplan „Gemeinbedarfsfläche Süd-West“ einstimmig zur Satzung.

sw

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