Was darf’s denn sein? Seit 28 Jahren kennen die Geretsrieder Werner Kratschmer als freundlichen Verkäufer von Fisch- und Feinkost Reeh.
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Was darf’s denn sein? Seit 28 Jahren kennen die Geretsrieder Werner Kratschmer als freundlichen Verkäufer von Fisch- und Feinkost Reeh. 

Einkaufen unter freiem Himmel

Geretsried: Wochenmarkt beliebt wie nie - Fisch- und Feinkost Reeh

Der Geretsrieder Wochenmarkt ist beliebt wie nie. Sieben Händler bieten aktuell jeden Dienstagvormittag an der Egerlandstraße ihre frischen Waren an. Wir stellen sie in loser Folge vor. Heute: Volker Reeh von Fisch- und Feinkost Reeh.

Geretsried– Auf den 16. Juni freuen sich schon viele Geretsrieder Gourmets. Ab diesem Datum gibt es am Stand von Volker Reeh wieder frischen holländischen Matjes. „Bei der Spezialität handelt es sich um einen quasi jungfräulichen Hering“, erklärt der Inhaber von Fisch- und Feinkost Reeh. Der Hering wird vor Erreichen der Geschlechtsreife gefangen. Dann wird er ausgenommen und die Bauchspeicheldrüse aufgeschnitten, wobei ein Enzym austritt. Es verleiht dem Fischfleisch zusammen mit dem Salzwasser, in das es für einige Tage eingelegt wird, seinen besonders milden Geschmack und macht das Eiweiß noch leichter verdaulich.

Der Geretsrieder Volker Reeh ist der älteste noch verbliebene Händler auf dem Wochenmarkt. Seit Jahren steht Werner Kratschmer jeden Dienstag an seiner Stelle hinter der Theke des Verkaufswagens. Die Salzwasserfische wie Lachs, Rotbarsch und Kabeljau kommen überwiegend aus Norwegen, Island, Irland und Schottland, ebenso die Meerestiere. Teils stammen sie aus Hochseefischerei. Dann werden sie frisch gefangen auf Eis gelegt, zum Hauptumschlagplatz Frankfurter Flughafen gebracht und von dort aus zu den Händlern transportiert – immer bei null bis maximal zwei Grad gelagert. „Tiefgefrorenes gibt’s bei mir nicht“, betont Volker Reeh. Teils bezieht er seine Ware auch aus Aquakulturen „ohne die heute kaum noch Fischhandel möglich wäre“, wie er sagt.

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Der Seniorchef selbst und sein Sohn Benedikt, mittlerweile Geschäftsführer, schauen sich neue Lieferanten vor Ort an; dafür reisen sie bis nach Asien oder Norwegen. „Wir wollen wissen, wie groß die Zuchtbetriebe sind, womit die Fische gefüttert werden und ob sie Antibiotika erhalten“, erklärt Volker Reeh. Seine Ware besitze in der Regel das ASC- oder MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei. Die Süßwasserfische wie Forellen und Welse kommen aus dem Tegernsee, dem Chiemsee und dem Königssee sowie aus Zuchten.

Seltener sei mal eine Renke aus dem Starnberger See dabei, sagt Reeh. Das liege daran, dass dieser genau wie der Walchen- und Ammersee „zu sauber“ sei. Durch die immer weniger werdenden Einträge von Dünger, Phosphaten und anderen Stoffen wachse kaum noch Plankton, das Hauptnahrungsmittel von Renke, Saibling und Co.

Die beliebten Salate von Flensburger Dillhappen bis Frutti di mare stellt der Familienbetrieb Reeh überwiegend selber her. Apropos beliebt: Besonders en vogue sind laut Volker Reeh aktuell Lachs, Tintenfisch und Garnelen. Während der Hering früher der meistverkaufte Fisch gewesen sei, mache sein Anteil heute nur noch etwa zehn Prozent aus – mit Ausnahme der neuen, zarten Matjes

Tanja Lühr

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