Das Auge isst mit: Seit zehn Jahren bieten Gerhard Schattleitner (li.) und Adrian Weber auf dem Geretsrieder Wochenmarkt frisches Obst und Gemüse an.
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Das Auge isst mit: Seit zehn Jahren bieten Gerhard Schattleitner (li.) und Adrian Weber auf dem Geretsrieder Wochenmarkt frisches Obst und Gemüse an. 

Einkaufen unter freiem Himmel

Geretsried: Wochenmarkt beliebt wie nie - „Fruttalino“ aus Augsburg

Der Geretsrieder Wochenmarkt ist beliebt wie nie. Adrian Weber und Gerhard Schattleitner betreiben dort ihren Obst- und Gemüsestand „Fruttalino“.

Geretsried Große, rote Ochsenherztomaten, grüner Babyspinat, akkurat nebeneinander in der Steige liegende weiße Zwiebeln, knackige Radieschen und dunkle Blaubeeren: Bei „Fruttalino“ sieht alles zum Anbeißen aus. Dass das Obst und Gemüse nicht nur fürs Auge, sondern auch für den Gaumen ein Genuss sind, dafür garantieren Adrian Weber und Gerhard Schattleitner. Der Schwabe und der gebürtige Österreicher verkaufen nur Ware, die sie zuvor selbst gekostet haben. „Natürlich kann man mal Pech haben und die Aprikosen aus zehn verschiedenen Kisten eines Großmarkthändlers schmecken super, nur die aus der elften taugen nichts“, sagt Adrian Weber. Doch das passiere selten.

Die beiden Partner von „Fruttalino“, die in Augsburg leben, sind seit vielen Jahren im Geschäft. Seit zehn Jahren fahren sie nach Geretsried, wo sie früher auch auf dem Markt am Neuen Platz mit einem Stand vertreten waren. Das Obst und Gemüse aus Italien holen sie auf dem Großmarkt. Gelegentlich nehmen sie Flugware wie Mangos oder Papayas dazu, wenn sie ihnen besonders lecker erscheinen. Stolz sind sie auf die regionalen und saisonalen Erzeugnisse. Sie beziehen sie von Webers Schwager, der sie selbst anbaut. Gurken, Salate, Kohlrabi und Kräuter gibt es gerade frisch aus dem Beet.

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Im Oktober hilft Adrian Weber jedes Jahr seinen Eltern bei der Olivenernte. Sie besitzen eine Plantage von etwa 100 Bäumen in Portugal. „Das sind fünf Tage Knochenarbeit“, erzählt er. Die Oliven werden in einer EU-Presse aus Edelstahl gepresst und anschließend in Flaschen abgefüllt. Ab November ist das flüssige Gold am Marktstand erhältlich und meist schnell vergriffen.

Jeder der zwei Händler hat seine eigenen Stammkunden auf dem Geretsrieder Grünen Markt. „Es ist tatsächlich so, dass die einen lieber vom Adi bedient werden möchten und die anderen von mir“, erzählt Schattleitner mit sympathisch österreichischem Zungenschlag. Kompetent beraten wird man von beiden.

So empfiehlt Schattleitner einer Dame zum Spargel „Sieglinde“ oder „Amandine“ aus sechs, sieben zur Auswahl stehenden Kartoffelsorten. Er weiß, welche Erdäpfel viel und welche wenig Wasser enthalten, welche sich als Salat und welche sich aus dem Ofen am besten machen. Natürlich darf man am „Fruttalino“-Stand auch mal eine Erdbeere probieren oder ein Stück Apfel – das gehört zum Service. Es versteht sich von selbst, dass die Augsburger gerne – überwiegend vegetarisch – kochen und somit jede Menge Tipps geben können.

Fünf Märkte beliefert das Duo, die meisten im Allgäu. Der Geretsrieder Wochenmarkt ist der am weitesten von ihnen entfernte. Doch den langen Weg nehmen sie gerne auf sich, wie sie sagen, auch wenn der Dienstag generell kein idealer Markttag sei und andere Märkte mehr Laufkundschaft hätten. „Die Geretsrieder sind ein freundliches, aufgeschlossenes Publikum. Es macht Spaß hier“, findet Adrian Weber.

Tanja Lühr

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