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Lange ruht der Ball nicht mehr: Ab 1. März wird die neue Dreifachturnhalle am Schulzentrum gebaut. 

Der Landkreis rechnet mit 10,6 Millionen Euro Baukosten

Geretsried bekommt endlich eine Dreifachhalle

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Lange haben die Geretsrieder darauf gewartet, jetzt ist es so weit: Ab März wird eine neue Sportstätte gebaut. Im September 2020 soll das Gebäude stehen. 

Geretsried – Es schien eine unendliche Geschichte zu sein, doch nun wird das Projekt Dreifachturnhalle in die Tat umgesetzt. Mit der Entsorgung der Schneeberge am Schulzentrum wurden dafür ein paar große Bäume und Buschwerk gerodet, berichtet Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts. Gebaut wird ab 1. März, sodass die neue Sportstätte zum September 2020 steht. Der Landkreis rechnet mit Baukosten in Höhe von zirka 10,6 Millionen Euro.

Ursprünglich sollte nur eine DIN-Zweifachturnhalle entstehen. Kritiker hatten stets bemängelt, dass die Halle zu klein sei, doch der Freistaat erkannte keinen höheren Bedarf an. Das änderte sich mit der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium, dessen Wiedereinführung wurde 2017 festgelegt – kurz bevor der Kreistag dem Bau der Zweifachturnhalle zustimmen sollte.

Die benötigten Kapazitäten wurden erneut überprüft, da der Sportunterricht anstatt an den Nachmittagen künftig wieder vermehrt vormittags abgehalten wird. Das Ergebnis: Der Bau einer Dreifachturnhalle macht Sinn. Es wird mit insgesamt 105 Sportklassen an den drei Schulen – Realschule, Gymnasium und Förderschule – gerechnet.

Auch wenn die neue Sportstätte primär den Unterrichtsbedarf decken soll, werden auch Geretsrieder Vereine von den zusätzlichen Kapazitäten profitieren. „Wir freuen uns auf die neue Halle“, sagt Mirko Naumann vom Turn- und Sportverein (TuS). Der Vorsitzende des mitgliederstärksten Vereins der Stadt ist aber auch sicher, dass die freien Belegungszeiten schnell ausgebucht sein werden. Mehr noch: Angesichts des prognostizierten Wachstums der Stadt fürchtet Naumann, dass sich die Lage weiter verschärfen wird.

Der TuS passe sich den Gegebenheiten an. „Irgendwie geht es ja“, sagt Naumann. Optimal ist das Ergebnis aber nicht. Da komme es etwa vor, dass sich 40 Kleinkinder in einer Einfachturnhalle tummeln, dass unter 16-jährige Leichtathleten bis 21 Uhr trainieren müssen oder bei Wettkämpfen nicht genug Platz für die Zuschauer ist. Wenn die Bevölkerung wachse, sei nicht nur Wohnraum ein Thema, sondern auch die Freizeitgestaltung. „Das wird eine große Aufgabe in den nächsten Jahren sein.“

In Geretsried gibt es fünf städtische Turnhallen. Erwartungsgemäß ist deren Auslastung gut. „Die Vereine und die VHS würden gerne noch mehr Zeiten in Anspruch nehmen“, sagt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt Geretsried. Baulich seien die Hallen in einem guten Zustand, mittelfristig stehen aber ein paar Arbeiten an. An der Karl-Lederer-Mittelschule (Baujahr 1967) sei bald die Sanierung des Sanitärbereichs, des Sportbodens und der Decke nötig. In Gelting (Baujahr 1983) soll der Zugangsbereich neu gestaltet werden und an der Adalbert-Stifter-Mittelschule müssten einige Bereiche mit abgehängten Decken erneuert werden.

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Hinzu kommen die beiden Turnhallen des Landkreises. Jene am Schulzentrum ist laut Landratsamt-Sprecherin Peischer zu 100 Prozent ausgelastet, bei der Halle an der Franz-Marc-Schule gebe es lediglich am Wochenende minimale Lücken. Auch hier steht die Sanierung an: An der Franz-Marc-Schule ist sie für 2023 geplant, am Schulzentrum ein Jahr später.

Danach, dass demnächst neben der Dreifachturnhalle eine weitere neue Sportstätte in Geretsried entsteht, sieht es aktuell nicht aus. Die Idee, anstelle des Hallenbads an der Jahnstraße einen Sportpark zu errichten, wenn das neue Bad an der Adalbert-Stifter-Straße steht, sind noch nicht konkreter. Das Thema werde aber in der nächsten Zeit angepackt, so Loibl. „Das alte Hallenbad wird zurückgebaut, da es, so wie es ist, nicht wirtschaftlich nutzbar ist.“

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Die Pläne des Tennisclubs, eine eigene Halle auf den Tennisplätzen acht bis zehn zu errichten, eventuell mit Beteiligung des TuS, liegen laut Vorsitzendem Klaus Köhler in der Schublade. Unter den 362 Mitgliedern „fehlt eine größere Gruppe, die sich für das Projekt stark macht“. Ein Viertel spiele auch im Winter, dafür seien genug Kapazitäten frei. Die Hallen in Starnberg und Bad Heilbrunn sollen aber abgerissen werden. Wenn das der Fall ist und nur noch das Tennisland und die Hallen in Wolfratshausen sowie Schäftlarn zur Verfügung stehen, will Köhler vorbereitet sein. „Die Vorstandschaft muss rechtzeitig in die Zukunft schauen“, erklärt Köhler. Der Bauingenieur hat die Pläne für das rund 850 000 Euro teure Gebäude selbst gezeichnet. 2017 wurden sie genehmigt, seit vergangenem Jahr liegen sie auf Eis.

sw

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