+
Schließt nächstes Jahr: Die Penny-Filiale in Stein.

Penny in Stein macht nächstes Jahr zu

Einziger Nahversorger schließt: Grüne schlagen Alternative vor

  • schließen

Wenn mit der Penny-Filiale nächstes Jahr der einzige Nahversorger in Geretsried-Stein schließt, wollen die Grünen für Abhilfe sorgen. Der Vorschlag ist Teil ihres Wahlprogramms für die Kommunalwahl 2020.

Geretsried– Die Bevölkerung in Stein ist in Aufruhr. Mit der Penny-Filiale schließt Mitte nächsten Jahres der einzige Nahversorger in dem Stadtteil. Ein Ersatz ist derzeit nicht in Sicht. Einen Lösungsansatz präsentierte die Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Martina Raschke, bei der Jahresabschlussfeier der Partei in der Gaststätte „PapperlaPub“. Nach dem Vorbild im Stadtteil Gelting könnte auch in Stein ein Dorfladen entstehen.

Haben uns damit auseinanderzusetzen, dass wir mehr werden. Martina RaschkeMartina RaschkeBürgermeisterkandidatinder Grünen. Foto: ph

„Wenn sich kein Discounter anbietet, könnte man auch über die Gründung einer Genossenschaft nachdenken“, erklärte Raschke den Parteimitgliedern. Fast im gleichen Atemzug räumte sie jedoch ein, dass der im Geretsrieder Süden gelegene Stadtteil Stein nicht mit den dörflichen Strukturen in Gelting zu vergleichen sei. In jedem Fall müsse aber gerade für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und kein Auto besitzen, Ersatz geschaffen werden. Ihre Ideen erläutern wollen die Grünen am Freitag, 27. Dezember, von 10 bis 12 Uhr. „Dann bauen wir vor dem Penny-Markt einen Info-Stand auf“, kündigte Ortssprecher Michael Kling an.

Das Wahlprogramm der Partei händigte Kling den Mitgliedern zunächst nur in schriftlicher Form aus. In den kommenden Tagen haben sie die Möglichkeit, per E-Mail die einzelnen Punkte zu kommentieren beziehungsweise Vorschläge zu machen. Zu den zentralen Forderungen im Vorentwurf gehören die Energieerzeugung aus nachhaltigen Quellen, der Auf- und Ausbau alternativer Verkehrswegekonzepte unter besonderer Berücksichtigung der Fahrradfahrer sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Seniorenheimen.

Lesen Sie auch: Das sind die Kandidaten der Geretsrieder Grünen

Eine der größten Herausforderungen ist aus Sicht von Spitzenkandidatin Raschke der stetig wachsende Zuzug. Seriöse Prognosen gehen davon aus, dass die Stadt schon im kommenden Jahrzehnt die 30 000-Einwohner-Marke übertreffen wird. „Wir haben uns damit auseinanderzusetzen, dass wir mehr werden“, sagte die Geltingerin. Die interkommunale Zusammenarbeit mit Wolfratshausen will Raschke ebenso fördern wie die ins Stocken geratene Energiewende. „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke“, stellte sie fest.

Dritter Landrat Klaus Koch sieht das genauso. „Einige grüne Zielsetzungen konnten in der größten Stadt des Landkreises nicht so durchgesetzt werden, wie das im ländlichen Raum der Fall ist“, sagte der Beuerberger. Als Beispiel nannte er die Abfalltrennung und das Recycling von Wertstoffen. Wie schon bei der Verabschiedung des Wahlprogramms der Kreisgrünen forderte er, dass Geretsried und der Landkreis eine Vorreiterrolle in puncto Energiewende einnehmen sollten.

Am Ende der Jahresabschlussfeier hatte sich Ortssprecher Michael Kling noch etwas Besonderes ausgedacht. Er spendierte den Mitgliedern aus nachhaltigem Bambusholz angefertigte Trinkhalme sowie zum Essen Insektenburger. Wem bei letzterer Variante der Appetit verging, der konnte alternativ auch in einen veganen oder einen Bürger mit Rindfleisch beißen.

ph

Einen Überblick über alle Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 in Geretsried finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

70 Jahre Gemeindegründung: Auch 1950 wurde nicht am 1. April gefeiert
Das Fest zu 70 Jahre Gemeindegründung musste die Stadt verschieben. Ein Blick ins Archiv zeigt: Auch damals wurde nicht am 1. April gefeiert.
70 Jahre Gemeindegründung: Auch 1950 wurde nicht am 1. April gefeiert
So kämpft Krebspatientin Natascha um ihr Leben
Die Familienkrebshilfe „Sonnenherz“ ruft dazu auf, eine Eurasburgerin zu unterstützen, die seit vier Jahren um ihr Leben kämpft. Ihr Sohn ist neun Jahre alt. 
So kämpft Krebspatientin Natascha um ihr Leben
Corona-Krise im Landkreis: Zahl der Infektionen steigt auf 188 - so verteilen sie sich auf die Gemeinden
Mittlerweile ist die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf 188 gestiegen. Alle Entwicklungen in der Region im News-Ticker.
Corona-Krise im Landkreis: Zahl der Infektionen steigt auf 188 - so verteilen sie sich auf die Gemeinden
Egling: Jogger durch Schüsse aufgeschreckt - Polizei sucht Zeugen
Beim Joggen im Wald hörte ein Eglinger plötzlich mehrere Schüsse.  Die Polizei konnte den Sachverhalt zwar aufklären, sucht aber weiter nach einem Zeugen. 
Egling: Jogger durch Schüsse aufgeschreckt - Polizei sucht Zeugen

Kommentare