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Das nächste Mammutprojekt: Die Adalbert-Stifter-Mittelschule soll erweitert und saniert werden. 

Schulen und Kitas im Mittelpunkt

Haushaltsentwurf für 2020: Stadt will 45,9 Millionen Euro investieren

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Die Stadt Geretsried hat viele Projekte. Einige kommen heuer zum Abschluss. Langweilig wird es aber nicht. Jetzt rücken Schulen und Kitas in den Mittelpunkt.

Geretsried – Einige Großprojekte stehen kurz vor ihrem Abschluss: Der Karl-Lederer-Platz ist fast wiederhergestellt, das interkommunale Hallenbad soll im Herbst eröffnen und im frisch überdachten Heinz-Schneider-Eisstadion fehlt es „nur“ noch am Innenausbau. Maßnahmen wie diese tauchen im Haushaltsentwurf für das Jahr 2020 mit Restbeträgen auf. Ruhiger wird es in Geretsried damit nicht. Andere Vorhaben rücken in den Fokus.

„Kindergärten und Schulen werden in den nächsten Jahren im Mittelpunkt stehen“, sagte Bürgermeister Michael Müller in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag. Dort stellte Verwaltungsleiter Helge Balbiani-Antony das Zahlenwerk vor. Das Gremium nahm den Haushaltsentwurf einstimmig zur Kenntnis und verwies ihn zur Diskussion an den Stadtrat.

Der teuerste Posten in den nächsten vier Jahren wird die Erweiterung und Sanierung der Adalbert-Stifter-Mittelschule sein. Viel Geld will die Stadt außerdem in die Hand nehmen, um für Entspannung in der Kinderbetreuungssituation zu sorgen. Wie berichtet soll an der Johann-Sebastian-Bach-Straße gegenüber vom Seniorendomizil Haus Elisabeth eine neue Tagesstätte entstehen. Für den Bau einer Dritten Grundschule kalkuliert die Kämmerei erste Ausgaben im Jahr 2023.Die Mittagsbetreuungen der bestehenden beiden Grundschulen sollen heuer mehr Platz in Modul-Gebäuden bekommen. Darüber hinaus erwähnenswert: Für die Wiederherstellung der Egerlandstraße, Teil der „Neuen Mitte“, sind in den kommenden vier Jahren 3,6 Millionen Euro eingeplant.

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Als „ungute Entwicklung“ bezeichnete Müller die Tatsache, dass die Verwaltung immer mehr Aufgaben übernehmen muss. „Die Kommune ist mehr als Daseinsfürsorge“, so der Rathauschef. Das macht sich auch im Haushaltsentwurf bemerkbar. „Wir geben eine Million mehr fürs Personal aus“, sagte Balbiani-Antony. Die Mehrkosten rühren daher, dass 8,6 neue Stellen im Rathaus eingeplant sind. Außerdem hatte der Stadtrat jüngst beschlossen, den städtischen Angestellten künftig die sogenannte Großraumzulage München zu zahlen.

Die rund 45,9 Millionen Euro, die die Stadt in den nächsten Jahren investieren will, finanzieren sich aus der laufenden Verwaltungstätigkeit (11 Prozent), durch Einzahlungen aus Investitionstätigkeit (32 Prozent) und Liquiditätsreserven (57 Prozent). Neue Kredite sind 2020 nicht nötig, dafür tilgt die Stadt rund 2 Millionen Euro Schulden. 2023 werden laut Plan noch 7,5 Millionen Euro Schulden übrig sein. Angesichts der vielen Projekte schrumpfen innerhalb der nächsten vier Jahre auch die liquiden Mittel der Stadt auf zirka 10 Millionen Euro.

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Volker Reeh (CSU) bezeichnete den Haushaltsentwurf als „sehr komfortabel“, kritisierte aber zwei Dinge. Seiner Ansicht nach bräuchte es eher in Gartenberg eine neue Kita, und ein neues Feuerwehrhaus für Gelting habe höhere Priorität als das geplante Bürger- und Jugendhaus in Stein. „Beides ist eine Frage der Grundstücke“, erklärte Müller. Lorenz Weidinger (Freie Wähler) ergänzte dazu, dass im städtebaulichen Vertrag für die Wohnbebauung auf dem ehemaligen Lorenz-Areal eine neue Kita festgeschrieben wurde.

Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU) und FW-Fraktionschef Dominik Irmer mahnten mit Blick auf die anstehenden Auf- und Ausgaben, mit weiteren Wünschen vorsichtig zu sein. „Wir sollten zügig den Deckel drauf machen und in die Beschlussfassung übergehen“, sagte Meinl, auch mit Blick auf die Wahl am 15. März.

sw

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