Ein Hund hat in Geretsried einen kleinen Jungen attackiert.
+
Ein Hund hat in Geretsried einen kleinen Jungen attackiert.

BUB WURDE SCHWER VERLETZT

Mischling biss Jungen (4) mehrfach ins Gesicht: Nun wurde der Hund eingeschläfert

  • Jennifer Lanzinger
    vonJennifer Lanzinger
    schließen
  • Volker Ufertinger
    Volker Ufertinger
    schließen

Ein Hund hat Mitte Juli in Geretsried einen Jungen heftig attackiert und schwer verletzt. Der Fall hat weitreichende Konsequenzen für den Hundehalter.

  • Ein Hund hat sich in Geretsried von einer Leine losgerissen und einem Buben mehrfach ins Gesicht gebissen
  • Das Kind wurde notoperiert
  • Der Hund wurde eingeschläfert

Update vom 20. August, 12.33 Uhr:

Der Fall sorgte im Juli bayernweit für Schlagzeilen: An einem Freitagabend war in Geretsried ein vierjähriger Bub von einem Hund angegriffen und schwer verletzt worden. Der Mischlingsrüde hatte sich von der Leine losgerissen und dem wehrlosen Kind mehrfach ins Gesicht gebissen, Der Bub musste in einer Klinik notoperiert werden. Hund und Herrchen waren nach dem Angriff zunächst verschwunden. Die Polizei traf den 28-jährigen Tierhalter später in dessen Wohnung in Geretsried an. Der Hund wurde noch am selben Abend in Verwahrung genommen.

Hund wurde mittlerweile eingeschläfert

Inzwischen liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft München II: „Wir haben den Vorgang dorthin weitergegeben“, erklärt Florian Lindner, Leiter des Einsatzzugs der Operativen Ergänzungsdienste der Polizei in Murnau, auf Nachfrage. Die Staatsanwaltschaft strebe gegen den Hundehalter ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung an. Sein Hund wurde mittlerweile eingeschläfert. Ein Gutachter hatte festgestellt, „dass von dem Tier eine Gefahr ausgeht“, berichtet Lindner. Dies alleine würde eine Einschläferung aber noch nicht rechtfertigen. Im konkreten Fall habe ein Veterinärmediziner jedoch festgestellt, dass der Hund an Knochenkrebs im Endstadium litt. „Durch die Einschläferung konnte dem Tier dieses Leid erspart bleiben.“

Lesen Sie auch: „Hasi“ musste sterben. Der Hund eines Alm-Touristen hatte zugebissen und das beliebte Haustier der Jocheralm grausam getötet. Der Hunde-Besitzer blieb eiskalt. Die Wirtin schäumt vor Wut.

Besitzer (28) darf keine Tiere mehr halten

Unabhängig von dem weiteren Strafverfahren wurde gegen den 28-jährigen Geretsrieder ein lebenslanges Tierhaltungsverbot ausgesprochen. „Das kann nicht ohne Weiteres verhängt werden“, sagt Lindner, „Wir reden hier aber von einem schwerwiegenden Vorfall.“ Die Stadt Geretsried als zuständige Sicherheitsbehörde habe das Verbot ausgesprochen.

Dem vierjährigen Buben geht es nach den Erkenntnissen der Polizei „den Umständen entsprechend“. Die Verletzungen im Gesicht seien noch sichtbar. „Was wir nicht sehen können, ist, wie es in dem Jungen aussieht. Die psychischen Auswirkungen von solchen Erlebnissen – gerade in diesem jungen Alter – können sehr unterschiedlich ausfallen.“

dst

Update vom 20. Juli, 14.30 Uhr:

Der kleine Geretsrieder (4), der am Wochenende von einem Hund attackiert worden ist, liegt immer noch im Krankenhaus. Wie berichtet, hatte sich das Tier am Freitagabend von der Leine losgerissen und dem Buben mehrfach ins Gesicht gebissen. „Die Operation ist gleich nach der Einlieferung gemacht worden und gut verlaufen“, erklärt Florian Lechner, stellvertretender Leiter der Örtlichen Einsatzgruppe Murnau, die am Einsatz beteiligt war und die Sachbearbeitung übernommen hat. „Es waren Fleischwunden“, erklärt er. „Ob irgend welcheFolgen wie Narben oder Schäden an den Nerven bleiben, muss sich erst noch zeigen.“ Der Besitzer (28) war der Polizei bereits bekannt. Auch hatten einige Nachbarn vor dem Hund offenbar Angst, es gingen Hinweise aus der Bevölkerung ein. „Jetzt ist das Tier in polizeilichem Gewahrsam“, erklärt Lechner. Ein amtlich bestellter Gutachter wird prüfen, wie aggressiv das Tier ist und ob es eingeschläfert werden muss. Zurück zum Herrchen kommt es jedenfalls nicht. „Das ist ausgeschlossen“, so der Beamte. Die Beurteilung ist nicht ganz einfach, weil es sich um einen Mischling handelt und nicht um einen reinrassigen Hund. „Der Einzelfall wird sehr genau zu prüfen sein“, so Lechner.

Erstmeldung vom 18. Juli, 16.22 Uhr

Geretsried - Ein tragischer Vorfall ereignete sich am Freitagabend in Geretsried im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Ein vier Jahre alter Junge ist von einem Hund angegriffen und schwer verletzt worden. Das Kind wurde bei der Attacke schwer verletzt und musste umgehend operiert werden. 

Geretsried/Bayern: Hund attackiert Kind - Junge wird bei Angriff schwer verletzt

Wie die Polizei am Samstag mitteilt, habe sich der Mischling am Abend von der Leine losgerissen. Anschließend habe er das Kind attackiert und ihm mehrfach ins Gesicht gebissen. Während der Junge mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert und operiert wurde, verließ der Hundebesitzer den Unfallort

Geretsried: Polizei trifft Hundebesitzer in Wohnung an 

Wie die Polizei weiter mitteilt, sei der 28 Jahre alte Mann vom Unfallort geflohen, die Polizei habe ihn wenig später jedoch in seiner Wohnung angetroffen. Gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Wie die Polizei weiter berichtet, sei der Hund mittlerweile in einem Tierheim untergebracht.

In den USA hat sich eine ganz ähnliche Attacke ereignet. Ein Junge versuchte seine Schwester noch vor dem Hund zu beschützen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion