Blick ins neue Hallenbad: Die Baukosten belaufen sich inzwischen auf rund 18 Millionen Euro.
+
Blick ins neue Hallenbad: Die Baukosten belaufen sich inzwischen auf rund 18 Millionen Euro. 

Alle Baustellen dauern länger

Kassensturz bei Großprojekten: Neues Hallenbad kostet fast 18 Millionen

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
    schließen

Überall wird gebaut, das treibt die Preise in die Höhe. Am Hallenbad in Geretsried macht sich das deutlich bemerkbar, aber auch für andere Großprojekte muss die Stadt tiefer in die Tasche greifen.

Geretsried – Die Stadt Geretsried stemmt viele Großprojekte gleichzeitig. Nicht auf allen Baustellen läuft es nach Plan. In der Dienstagssitzung des Stadtrats gab die Verwaltung einen mitunter ernüchternden Überblick.

Hallenbad

Von allen Großprojekten in Geretsried macht sich die überhitzte Baukonjunktur beim Hallenbad am deutlichsten bemerkbar. Bei fast allen Auftragsvergaben musste der Stadtrat Mehrkosten in Kauf nehmen. Stand jetzt verteuert sich der Bau des interkommunalen Schul- und Sportbads an der Adalbert-Stifter-Straße um zwei Millionen Euro. Ende 2017 lag die Kostenberechnung von Projektsteuerer Thomas Kaltenmark vom Stuttgarter Ingenieurbüro Klotz und Partner bei 15,3 Millionen Euro. Die aktuelle Prognose liegt 17 Prozent darüber, bei rund 18 Millionen Euro.

Überhaupt „läuft nicht alles ganz rund“ auf der Baustelle, berichtete Kaltenmark. Der Rohbau sollte eigentlich im Februar 2019 stehen, wurde aber erst im August fertig. Zwei Firmen, die mit den Estricharbeiten und dem Gerüstbau im Innenbereich beauftragt waren, habe man kündigen müssen. „Aber wir haben auch richtig gute Firmen, die Technik funktioniert hervorragend“, so der Projektsteuerer.

Beim ersten Spatenstich hatten die Verantwortlichen gehofft, im Februar dieses Jahres im neuen Hallenbad schwimmen zu gehen. Der Termin rückte im Verlauf der Bauarbeiten immer weiter nach hinten. Nun soll im November zum ersten Mal Wasser in die Becken fließen – zur Dichtheitsprobe, so Kaltenmark. Der Probebetrieb ist für Januar bis März 2021 vorgesehen. Zuletzt nannte Bürgermeister Michael Müller den 1. März 2021 als Eröffnungstermin.

Lesen Sie auch: Nutzungsgebühr bereitet Vereinen Sorge: „Wir bekommen das nicht finanziert“

Parkdeck

Beim Bau des Parkdecks neben dem Hallenbad liegen die Arbeiten dagegen im Zeitplan, berichtete Kaltenmark. „Ich bin zuversichtlich, dass es vor Weihnachten fertig wird.“ Aktuelle Kostenprognose: vier Millionen Euro. Das sind zehn Prozent mehr als Ende 2017 berechnet. Die Steigerung erklärte Kaltenmark mit unvorhergesehenem Altmaterial, das entsorgt werden musste und Mehrkosten bei der Vergabe. Der Stadtrat hatte sich dabei entschieden, gleich acht statt sechs Halbebenen zu bauen. Dadurch entstehen zusätzliche Parkplätze.

Eisstadion

Nachdem die River Rats ihre erste Saison im bereits überdachten, aber noch nicht ganz fertigen Eisstadion absolviert haben, laufen die Bauarbeiten weiter. Innenausbau, Südterrasse und Photovoltaikanlage waren noch zu machen. „Wir sind jetzt sehr nah am Ende“, vermeldete Ingenieur Daniel Hock vom Münchner Architektenbüro Kiessler + Partner. Die Fertigstellung Ende September „sollte ganz gut klappen“.

Auch die Kosten für das Eisstadion (Überdachung und Sanierung) sind seit Baubeginn stetig gestiegen. Mit einer Kostenberechnung von 7,4 Millionen Euro war die Stadt gestartet, vergangenes Jahr lag man bei rund 10 Millionen Euro. Am Dienstag nannte Hock eine neue Prognose: 10,6 Millionen Euro. Der Ingenieur erklärte dies mit der Bauzeitenverlängerung, zusätzlich angeschafften Türen und Fliesen sowie der Entsorgung von Altlasten.

Auch interessant: Trotz Corona-Krise: Arbeiten im Eisstadion laufen weiter

Mittagsbetreuungen

An den beiden Grundschulen errichtet die Stadt jeweils Modulgebäude für die Mittagsbetreuung. Die Arbeiten laufen, werden aber nicht zum Schuljahresbeginn abgeschlossen sein. Am Isardamm sollen die Container Ende Oktober bezugsfertig sein und insgesamt 2,5 Millionen Euro kosten. An der Karl-Lederer-Schule ist der Termin Ende des Jahres, die Kosten liegen bei 2,4 Millionen Euro.

Kindertagesstätten

Um kurzfristig zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen, hat die Stadt die Kindertagesstätte „Blechkiste“ durch neue Container am Verkehrsübungsplatz ersetzt. Der Betrieb läuft seit ein paar Tagen. Gekostet hat die Maßnahme gut eine Million Euro, berichtete Christoph Otawa vom Bauamt. Für die Kindertagesstätte in Gelting hat die Stadt für drei Jahre Container gemietet. Für Aufbau, Montage, Außenanlagen und einen besseren Fußboden fielen 50 000 Euro an, monatlich kostet die Miete 3500 Euro.

sw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer: Hausärzte an Grenze der Belastbarkeit
Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer: Hausärzte an Grenze der Belastbarkeit
Ergiebiger Regen: Hochwasser-Vorwarnung für Isar und Loisach
Die ergiebigen Niederschläge seit Sonntag haben am Montagnachmittag zu einer Vorwarnung vor Hochwasser für den Landkreis durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim geführt.
Ergiebiger Regen: Hochwasser-Vorwarnung für Isar und Loisach
Keine Werbung, kein Zuschuss: Stadt lässt Kulturveranstalter abblitzen
Der Wolfratshauser Stefan Eckardt und der Münchner Dr. Harry Rosenkind schufen quasi aus dem Nichts eine Open-Air-Reihe, um notleidenden Künstlern eine Plattform zu …
Keine Werbung, kein Zuschuss: Stadt lässt Kulturveranstalter abblitzen
Corona-Fall im Kindergarten Oberfischbach:  Erzieherin hat niemanden angesteckt
Wir geben einen Überblick während der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in unserem News-Ticker. Aktuelle Zahlen und Entwicklungen lesen Sie hier.
Corona-Fall im Kindergarten Oberfischbach:  Erzieherin hat niemanden angesteckt

Kommentare