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Schluss: Die kc Möbel-Einrichtungshäuser GmbH in Geretsried hat Insolvenz angemeldet. 

„Es gibt kein Unternehmen mehr, es gibt Schulden“

kc-Möbel in Geretsried geschlossen - Unternehmen meldet Insolvenz an

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kc-Möbel in Geretsried ist seit Januar geschlossen. Statt Möbeln gibt es Schulden. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.

Geretsried– Die Küche ist ein Schnäppchen: Dekor Fichte Bernstein, Arbeitsplatte aus Granit, inklusive Siemens-Mikrowelle, Kühlgefrierkombination und autarkem Induktionskochfeld zum Preis von 12 270 Euro statt 22 317 Euro. Abholung und Selbstabbau vorausgesetzt – denn das Internet-Angebot stammt aus dem Abverkauf des Geretsrieder Möbelhauses kc-Möbel „Zum Küchenbauer“. Wer sich die Küche vor Ort anschauen will, kommt zu spät. Das Geschäft ist geschlossen.

Auf den wenigen hinter der Doppelglastür verbliebenen Einbauelementen sammelt sich der Staub. Ein Aushang an der Glasscheibe teilt mit: Die kc Möbel-Einrichtungshäuser GmbH hat am 13. Februar Insolvenz angemeldet. Schon Mitte Januar hatte das seit bald 40 Jahren im Süden von Geretsried ansässige Möbelhaus den Verkauf eingestellt.

Im Frühjahr 2013 musste Inhaber Hubertus Franz schon einmal einen „totalen Möbel- und Küchen-Räumungsverkauf“ bewerben. Damals war die Kündigung des Mietvertrags für die Geschäftsräume an der Sudetenstraße der Grund. Wenige Monate später eröffnete das 1962 in Coburg gegründete Unternehmen einen neuen Laden: 600 Meter entfernt, im Untergeschoss der „Stoff- und Teppichwelt“. Fortan konzentrierte sich das Sortiment auf Küchen, aus kc Möbel wurde „Zum Küchenbauer“. Dieses Mal scheint das Aus endgültig zu sein. „Es geht nicht darum, das Geschäft zu retten“, sagt Rechtsanwalt Thomas Klöckner, zu dessen Spezialgebieten nach Eigenauskunft im Internet unter anderem die Restrukturierung und Sanierung von Unternehmen gehört.

„Es gibt kein Unternehmen mehr, es gibt in dem Sinne keine Waren mehr, außer den paar Resten, die im Laden stehen. Es gibt Schulden und Zahlungsverpflichtungen, aber wohl keine Mitarbeiter mehr“, fasst Klöckner, der vom Amtsgericht Wolfratshausen zum Insolvenzverwalter bestellt worden ist, zusammen. Deshalb sehe er für eine Fortführung des Geschäfts derzeit „keine Möglichkeit“. Allerdings sei es für eine endgültige Aussage noch zu früh. „Wir sind dabei, das Mosaik zusammenzusetzen“, so Klöckner. Dazu gehöre, herauszufinden, ob es Kunden gebe, die noch Ansprüche gegen das Unternehmen haben, weil ihre Bestellung vielleicht nicht mehr ausgeliefert worden sei. „Das ist natürlich sehr ärgerlich, wenn jemand Vorauszahlungen geleistet hat. Wer uns bekannt wird als Gläubiger, den schreiben wir an“, sagt der Insolvenzverwalter.

Über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entscheidet das Amtsgericht, wenn der Rechtsanwalt sein Gutachten erstellt hat. Was laut Klöckner voraussichtlich frühestens Ende März der Fall sein wird. kc-Geschäftsführer Hubertus Franz war am Wochenende auf schriftliche Anfrage für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

rst

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