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Wer suchet, der findet: Die Kleidertauschparty im Hinterhalt kam bei den Besucherinnen gut an.

Kuriose Szene

Arbeitshose gegen Hochzeitssakko: Warum Bürgermeister und sein Stellvertreter Kleider tauschen

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Bürgermeister Michael Müller trägt künftig das Hochzeitssakko seines Stellvertreters, Hans Hopfner. Der bekam dafür eine Arbeitshose. So kam der Tausch zustande.

Gelting – Die Szenerie erinnerte an den Schlussverkauf: Schon eine Viertelstunde vor dem offiziellen Beginn der Kleidertauschparty bildete sich vor der Kulturbühne in Gelting eine lange Menschenschlange: Jeder wollte das beste Schnäppchen ergattern. Doch ganz anders als in großen Kaufhäusern, hatten die Besucherinnen ihre vollbepackten Tüten schon dabei.

Eva Maria Trost-Groß und Kirsten Braun hatten am Einlass dementsprechend viel zu tun, um die Hosen, Jacken, Schals, Accessoires und Schuhe zu registrieren. Denn jeder Besucher bekam eine besondere Tauschkarte ausgestellt. Während es für T-Shirts „nur“ einen Punkt gab, brachte ein Wintermantel drei Zähler. Angesichts der Vielzahl der eingegangenen Kleidermengen war es gut, dass der Wolfratshauser Nachbarschaftshilfeverein Bürger für Bürger mehrere große Kleiderständer zur Verfügung gestellt hatte.

„Die vereinsübergreifende interkommunale Zusammenarbeit funktioniert bestens“, freute sich Assunta Tammelleo. Die Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL), der das PiPaPo-Festival in diesem Jahr zum achten Mal veranstaltet, begrüßte neben vielen Frauen auch Bürgermeister Michael Müller und seinen Stellvertreter Hans Hopfner. Beide waren natürlich nicht mit leeren Händen gekommen. Während der Rathauschef eine kaum getragene Arbeitshose mitbrachte, erschien sein Stellvertreter sogar mit seinem Hochzeitssakko. Müller fackelte nicht lange und probierte den feinen Zwirn sofort an. „Passt wie angegossen“, staunte er. Hopfner musste sich dagegen mit der Hose begnügen. „Die kannst du auf eine unserer vielen Großbaustellen tragen“, witzelte Müller.

Am Wühlen und Anprobieren beteiligten sich auch viele junge Geretsriederinnen. „Ich finde das Punktesystem und die Atmosphäre hier toll“, schwärmte Leah Kube. Die 17-Jährige war mit ihrer gleichaltrigen Freundin Pia Wank in die Kulturbühne gekommen und ließ sich viel Zeit beim Stöbern. Wer zwischendurch durstig wurde, konnte sich mit einem kostenlosen Glas Prosecco oder Orangensaft erfrischen. Für Hungrige bereiteten Andrea und Klaus Weber Pizza zu. „Die Kleidertausch-Party hat zudem einen nachhaltigen Aspekt, denn Wegwerfen ist out“, erklärte KIL-Vorstandsmitglied Andrea Weber.

Nach etwa drei Stunden blieben dennoch viele Anziehsachen übrig. Sie werden für den gemeinnützigen Zweck an den Verein Frauen helfen Frauen und an die Arbeiterwohlfahrt weitergegeben. Aufgrund des großen Zulaufs plant der Kulturverein nun, weitere Kleidertauschpartys zu veranstalten. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir das künftig mehrmals im Jahr machen“, kündigte Tammelleo an. ph

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