Warnung für München: KATWARN löst wieder aus - Heftige Gewitter mit extremem Starkregen kommen

Warnung für München: KATWARN löst wieder aus - Heftige Gewitter mit extremem Starkregen kommen
Enge Zusammenarbeit mit räumlicher Distanz: In den Ratsstuben hat jeder Stadtrat einen eigenen Tisch. Bürgermeister Michael Müller (CSU, vorne mit Mikrofon) vereidigte die neuen Mitglieder.
+
Enge Zusammenarbeit mit räumlicher Distanz: In den Ratsstuben hat jeder Stadtrat einen eigenen Tisch. Bürgermeister Michael Müller (CSU, vorne mit Mikrofon) vereidigte die neuen Mitglieder.

Sonja Frank ist Vize-Bürgermeisterin

Konstituierende Sitzung des Stadtrats: SPD und Grüne ziehen den Kürzeren

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
    schließen

Der Geretsrieder Stadtrat hat gewählt. Sonja Frank ist neue Vize-Bürgermeisterin. SPD und Grüne hatten in der konstituierenden Sitzung keine Chance.

Geretsried – Anders als in Wolfratshausen kommen die Bürgermeister-Stellvertreter in der größten Stadt des Landkreises nicht aus den Reihen der unterlegenen Bürgermeisterkandidaten. Wolfgang Werner (SPD) und Larry Terwey (FDP) standen erst gar nicht zur Verfügung. Martina Raschke (Grüne), die bei der Kommunalwahl nach Amtsinhaber Michael Müller (CSU) die meisten Stimmen bekommen hatte, kandidierte zwar, wurde aber nicht gewählt.

Neue Vize-Bürgermeisterin: Sonja Frank (FW) freute sich über ihre Wahl.

Die neue Vize-Bürgermeisterin von Geretsried heißt Sonja Frank (Freie Wähler). Die 52-Jährige hatte vor sechs Jahren auf diesen Posten verzichtet – zugunsten des SPD-Stadtrats Hans Hopfner. Dafür hatten die Freien Wähler als zweitstärkste Partei damals das Amt des Dritten Bürgermeisters für sich reklamiert, waren aber von CSU und SPD ausgebootet worden. Der Stadtrat wählte mehrheitlich Gerhard Meinl (CSU) und nicht Sonja Frank.

Diesmal scheint es ähnlich gelaufen zu sein, aber in einer anderen Konstellation. Die SPD war sich vor der konstituierenden Sitzung der Unterstützung der CSU „ziemlich sicher“, wie Werner gesagt hatte. Hans Hopfner sollte Zweiter Bürgermeister bleiben. Das Ergebnis der geheimen Wahl am Dienstag sorgte dann allerdings für enttäuschte Gesichter. Hopfner bekam nur 5 Stimmen, Raschke 7, und Frank gewann mit 19 Stimmen. Exakt so viele Sitze haben die CSU inklusive Bürgermeister und die Fraktionsgemeinschaft FW/FDP zusammengerechnet im Stadtrat.

Um das Amt des Dritten Bürgermeisters, das das Gremium im Anschluss besetzte, bewarb sich die SPD nicht mehr. Die Grünen versuchten es erneut und unterlagen ein zweites Mal. Die CSU hatte Meinl vorgeschlagen, der mit 20 Stimmen gewählt wurde. Raschke erhielt neun Stimmen, ein Stimmzettel war ungültig, und ein Wahlberechtigter schrieb Franz Wirtensohn (CSU) auf den Stimmzettel. „Eine alte Tradition im Geretsrieder Stadtrat“, erklärte Müller. Für Wirtensohn reichte es damit freilich nicht. Der heimliche Geltinger Bürgermeister darf sich aber künftig quasi Vierter Bürgermeister von Geretsried nennen. Den gibt es zwar offiziell nicht. Entsprechend der Geschäftsordnung bestimmte der Stadtrat aber einen Stellvertreter für den seltenen Fall, dass Erster, Zweiter und Dritter Bürgermeister verhindert sind. Zuletzt war das Gerda Bretz (CSU) als dienstälteste Mandatsträgerin, sie hatte aber nicht mehr für den Stadtrat kandidiert. Wirtensohn gehört dem Gremium nach Gerhard Meinl am längsten an, ebenso wie Ewald Kailberth (CSU) und Volker Reeh (vorher CSU, jetzt Geretsrieder Liste). Die beiden letzteren verzichteten auf die Stellvertretung, da Wirtensohn älter an Lebensjahren ist.

Mit der Wahl der Stellvertreter sowie der Besetzung der Ausschüsse und der Vergabe der Referentenposten (siehe unten) entsprach die Tagesordnung den bisherigen konstituierenden Sitzungen des Stadtrats. Ansonsten war diesmal alles anders. Um die wegen der Corona-Pandemie geforderten Abstände einhalten zu können, fand die Sitzung im großen Saal der Ratsstuben statt. Jeder Stadtrat hatte seinen eigenen Tisch, die Besucherplätze waren begrenzt.

Die geheime Wahl der Stellvertreter glich einem Hindernislauf mit Mundschutz. Den musste jeder tragen, wenn er sich durch den Raum bewegte. In die Wahlkabinen im Nebenraum mussten die Stadträte zudem ihre eigenen Stifte mitnehmen und wurden möglichst kontaktarm über Pfeile, die auf den Boden klebten, von Stimmzettelausgabe über Stimmzettelabgabe zurück zu ihrem Platz geleitet.

Der Bürgermeister vereidigte die neuen Stadträte – neben Raschke und Terwey sind das Peter Curtius (Grüne), Patrik Kohlert, Dr. Elmar Immertreu (beide Geretsrieder Liste), Robert Meyndt Schmidt, Martin Huber (beide CSU) sowie Felix Leipold (FW) – ohne sie nach vorne zu bitten. Sie sprachen die Eidesformel von ihren Plätzen aus. Zum Einstand gab es ein Mundschutz im Design des Stadtwappens.

Auch in seiner Antrittsrede kam Müller nicht um das Thema Corona herum. An deren Ende wünschte er allen Stadträten nicht nur „viel Erfolg und viel Freude für unser Geretsried“, sondern auch: „Bleiben Sie gesund!“

Besetzung der Ausschüsse

In den Ausschüssen, die künftig zehn statt bisher neun Sitze haben, bekommt entsprechend der Fraktionsstärke die CSU vier Sitze, die Fraktionsgemeinschaft Freie Wähler/FDP und die Grünen jeweils zwei sowie SPD und Geretsrieder Liste jeweils einen Sitz. 

Haupt- und Finanzausschuss: Gerhard Meinl, Ewald Kailberth, Hans Ketelhut, Sabine Lorenz (alle CSU), Martina Raschke, Dr. Detlev Ringer (beide Grüne), Sonja Frank, Dominik Irmer (beide Fraktionsgemeinschaft FW/FDP), Hans Hopfner (SPD) und Volker Reeh (Geretsrieder Liste) 

Entwicklungs- und Planungsausschuss: Martin Huber, Erwin Knöbl, Karin Schmid, Franz Wirtensohn (alle CSU), Beate Paulerberg, Peter Curtius (beide Grüne), Sonja Frank, Heiko Hawla (beide FW/FDP), Kerstin Halba (SPD) und Patrik Kohlert (GL) 

Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport: Hans Ketelhut, Gerhard Meinl, Robert Meyndt-Schmidt, Christos Saridis (alles CSU), Peter Curtius, Volker Witte (beide Grüne), Heidi Dodenhöft, Felix Leipold (FW/FDP), Wolfgang Werner (SPD) und Dr. Elmar Immertreu (GL) 

Bau- und Umweltausschuss: Dr. Sabine Gus-Mayer, Andras Rottmüller, Karin Schmid, Franz Wirtensohn (alle CSU), Martina Raschke, Volker Witte (Grüne), Heidi Dodenhöft, Larry Terwey (beide FW/FDP), Arthur Wolfseher (SPD) und Patrik Kohlert (GL)

Stadtrat bestimmt neue Referenten

Die Geretsrieder Liste hätte die Bestellung der neuen Referenten gerne auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Angesichts der Corona-Pandemie sollten „nur notwendige Punkte“ besprochen werden, argumentierte Fraktionssprecher Patrik Kohlert, der eine „zeitintensive Diskussion“ erwartete. Sein Antrag wurde allerdings abgelehnt. Die Vergabe der einzelnen Posten verlief später ohnehin recht zackig, obwohl sich die Fraktionen nicht immer einig waren. Der Luxus, mit Felix Leipold (Freie Wähler) und Peter Curtius (Grüne) gleich zwei junge Stadträte zu haben, die beide Erfahrung aus dem Jugendrat mitbringen, führte zu einer Kampfabstimmung bei der Wahl des Jugendreferenten. Leipold, dem die Situation sichtlich unangenehm war, gewann mit 26 zu 5 Stimmen. Er kündigte später gegenüber unserer Zeitung eine gute Zusammenarbeit mit Curtius an, „damit im Bereich der Jugendarbeit etwas vorwärtsgeht“. Das liege beiden am Herzen. 

Bislang war Heidi Dodenhöft (FW) Jugendreferentin. Der Stadtrat wählte sie nun in das Ressort „Familie, Schule und Bildung“. Sie sei als Grundschulrektorin „sehr geeignet“, warb Fraktionssprecher Dominik Irmer, betonte aber auch, die Freien Wähler würden noch ein anderes Amt anstreben und daher aufgrund des Proporzes hier einer anderen Fraktion den Vortritt lassen wollen. Es meldete sich jedoch kein anderer Bewerber. 

Bei den folgenden vier Aufgabengebieten blieb alles beim Alten, da gab es keine Diskussion. Die Referenten hätten „hervorragende Arbeit“ geleistet, hieß es jeweils. Dr. Sabine Gus-Mayer (CSU) ist weiterhin Ansprechpartner für Senioren, Wolfgang Werner (SPD) für Sportler und Hans Ketelhut (CSU) kümmert sich um die Belange der Kultur. Volker Witte (Grüne) bleibt Referent für „Umwelt, Klimaschutz und Integration“. 

Sabine Lorenz (CSU) betraute der Stadtrat einmütig mit den Themen „Soziales, Inklusion und Integration“. Den Job hatte zuvor Sonja Frank, neue Vize-Bürgermeisterin. 

Ewald Kailberth (CSU) wurde mit 20 Stimmen zum Referenten für „Personal und Verwaltung“ gewählt. Das Amt hatte zuvor Kerstin Halba (SPD) inne, sie bekam jedoch nur 5 Stimmen. Zur Wahl stand auch Kohlert (6 Stimmen). 

Wirtschaftsreferent bleibt Volker Reeh (Geretsrieder Liste). Die Grünen hatten Martina Raschke vorgeschlagen („gut vernetzt“), sie fand jedoch nicht genügend Unterstützer. 

Neu hinzugekommen ist das Aufgabengebiet „Verkehr, Mobilität und Digitalisierung“. Als Referenten wählte der Stadtrat Heiko Hawla von den Freien Wählern. Hans Hopfner (SPD) hatte vor der Abstimmung angemahnt, dass die Posten entsprechend der Fraktionsstärke vergeben werden sollten und somit das Amt den Grünen zustehen würde. Diese nannten jedoch keinen Namen. Bürgermeister Michael Müller (CSU) meinte zu Hopfners Einwand: „Es ist nicht vorgeschrieben, aber wünschenswert.“

sw

Lesen Sie auch: Mann gerät mit schwer kranker Freundin in Corona-Kontrolle - Reaktion der Polizei macht fassunglos

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Andreas Vogelmeier wird neuer Pfarrer der Geretsrieder Stadtkirche
Seine Zeit war von Anfang an begrenzt: Der Pfarrer der katholischen Stadtkirche, Stefan Scheifele, wird Geretsried wieder verlassen. Aber es gibt einen Nachfolger.
Andreas Vogelmeier wird neuer Pfarrer der Geretsrieder Stadtkirche
Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer: Hausärzte an Grenze der Belastbarkeit
Kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer: Hausärzte an Grenze der Belastbarkeit
Ergiebiger Regen: Hochwasser-Vorwarnung für Isar und Loisach
Die ergiebigen Niederschläge seit Sonntag haben am Montagnachmittag zu einer Vorwarnung vor Hochwasser für den Landkreis durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim geführt.
Ergiebiger Regen: Hochwasser-Vorwarnung für Isar und Loisach
Keine Werbung, kein Zuschuss: Stadt lässt Kulturveranstalter abblitzen
Der Wolfratshauser Stefan Eckardt und der Münchner Dr. Harry Rosenkind schufen quasi aus dem Nichts eine Open-Air-Reihe, um notleidenden Künstlern eine Plattform zu …
Keine Werbung, kein Zuschuss: Stadt lässt Kulturveranstalter abblitzen

Kommentare