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Tatort Sandkasten: Geretsriederin (57) ohrfeigt achtjährigen Nachbarsjungen

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Von: Rudi Stallein

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In einem Sandkasten ohrfeigte eine Frau einen Achtjährigen.
In einem Sandkasten ohrfeigte eine Frau einen Achtjährigen. © dpa / Monika Skolimowska

Eine Geretsriederin (57) hat einen achtjährigen Nachbarsjungen geohrfeigt. Er soll ihren Enkel mit Sand beworfen haben.

Geretsried Man kann’s ja mal probieren. So muss man wohl den Auftritt einer Geretsriederin (57), die sich kürzlich wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten musste, werten: Die Frau soll einem achtjährigen Nachbarsjungen, der im Sandkasten spielte, eine Ohrfeige gegeben haben. Deshalb war sie per Strafbefehl zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Dagegen legte die Frau Einspruch ein, den sie am Ende der Verhandlung jedoch wieder zurücknahm – ohne ein einziges Wort gesagt zu haben. Stattdessen erzählte der Achtjährige, was ihm noch von jenem Nachmittag Mitte Juli vorigen Jahres in Erinnerung war. Er habe Sand auf einen Jungen geworfen. „Ich wollte ihn ärgern. Er hat mich aber auch geärgert und auch mit Sand geworfen. Das war gegenseitig. Dann kam die Frau und hat mich geschlagen“, sagte der Bub. „Das war ein Streit zwischen Kindern, der eskalierte“, berichtete eine Zeugin. Der Junge habe den Enkel der Angeklagten mit Sand beworfen. „Die Frau sagte: Hör auf! Er schmiss noch einmal.“ Daraufhin habe die Beschuldigte ihm mit der offenen Hand auf die Backe gehauen. „Ich sagte zur ihr: Das ist nicht richtig, was Sie machen.“ Eine weitere Zeugin, deren Kinder ebenfalls auf dem Spielplatz spielten, berichtete, sie habe von ihrem Balkon im zweiten Stock „ein Klatschen gehört, wie eine flache Hand, die auf Haut schlägt“.

Als alle Zeugen gehört worden waren und Richter Helmut Berger signalisierte, dass ihm die Aussagen für eine Verurteilung genügten, bat der Verteidiger um eine Unterbrechung. Das Gespräch mit seiner Mandantin im Gerichtsflur mündete in den Wunsch, den Einspruch zurücknehmen zu dürfen. Seinen ursprünglichen Einwand begründete der Rechtsanwalt damit, dass sich „manchmal in der Verhandlung ja andere Aspekte ergeben“. Dem war dieses Mal nicht so, weshalb die Angeklagte nun den Strafbefehl über 750 Euro (50 Tagessätze zu je 15 Euro) akzeptierte. Die Staatsanwältin stimmte widerwillig zu.  rst

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