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Im Kreise seiner River Rats: ESC-Ehrenmitglied Günther Bilmaier (roter Pullover) starb im Alter von 82 Jahren. 

Nachruf

Der Eigenwillige mit dem großen Herzen

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Der frühere Gerichtsvollzieher und langjährige ESC-Betreuer, Günther Billmaier, ist mit 82 Jahren gestorben.

Geretsried/Attenham – Wenn Günther Billmaier die Kabine des Geretsrieder Eishockeyteams betrat, folgte einem meist eher knappen Gruß stets ein strenger Blick in die Runde, nicht selten gefolgt von der Ermahnung: „Wie schaut’s denn hier wieder aus?“ Aber schon bei den ersten Fragen der jungen Burschen nach einem frischen Klebeband für den Schläger, dem kürzlich verloren gegangenen Handschuh oder einer Wurstsemmel für den plötzlich aufkommenden Hunger, wurden die Gesichtszüge Billmaiers weich, und er half seinen Schützlingen, wo er nur konnte. Entsprechend groß ist die Trauer beim ESC Geretsried, wo er über ein Jahrzehnt lang als Teammanager und Betreuer aktiv war: Am Mittwoch vor einer Woche ist der Attenhamer im Alter von 82 Jahren nach langer Krankheit, aber doch überraschend gestorben.

Als Billmaiers Engagement bei den River Rats begann, hatte er schon ein ereignisreiches Leben hinter sich. Geboren im niederbayerischen Hengersberg erlernte er als junger Mann den Beruf eines Bäckers und Konditors. Anschließend arbeitete er als Rettungssanitäter. Ein einschneidendes Erlebnis für ihn war wohl der Flugzeugabsturz am 17. Dezember 1960, als eine Maschine der US Air-Force kurz nach dem Start in München auf eine Straßenbahn abstürzte.

Nach vier Jahren ließ sich Billmaier zum Justizassistenten ausbilden und kam später ans Amtsgericht Wolfratshausen. In seine Zeit als Gerichtsvollzieher (1967 bis 1998) fiel auch ein Fall, der 1989 bundesweit für Schlagzeilen sorgte: Dem verheirateten Vater zweier Töchter wurde wegen Verstoßes gegen die Dienstvorschriften der Prozess gemacht. Man warf ihm vor, häufig mit Schuldnern Ratenzahlungen vereinbart zu haben. Das Verfahren ging bis zum Verwaltungsgerichtshof, das ihn freisprach. Ein Bußgeld von 500 Mark wurde dennoch fällig, „aber das hat SAT-1 bezahlt. Es war meine Auftrittsgage in der Sendung ,Schreinemakers’“, erzählte Billmaier später schmunzelnd. Danach konnte sich der Gerichtsvollzieher vor Anfragen der Medien nicht mehr retten, war bei Radio Luxemburg, RTL und Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege zu Gast. Dazu porträtierte das Bayerische Fernsehen den Attenhamer im Rahmen der Serie „Lebenslinien“. Genugtuung war ihm am Ende, „dass das, was man mir damals vorgeworfen hat, heute Gesetz ist“.

Zwischendurch hatte Billmaier auch noch ein Abendstudium in Theologie begonnen (das er später abbrach) und war als Bergwanderführer für die Wolfratshauser Alpenverein-Sektion aktiv. Trotz seiner oft etwas eigenwilligen Art, war er ein Mann mit einem großen Herzen. Da kam es schon mal vor, dass er auf dem Heimweg eine S-Bahn sausen ließ, weil er sich um einen vermutlich hilfsbedürftigen Passanten kümmern wollte. Allein 36 Mal ist Billmaier, der auch das Geltinger Tierheim tatkräftig unterstützte, für die Pfarrei Endlhausen nach Polen gefahren, um beim Aufbau eines Kinderheims zu helfen.

Als Rentner widmete er sich seiner großen Leidenschaft Eishockey und wurde für seine Verdienste 2006 vom ESC zum Ehrenmitglied ernannt. In den letzten Jahren machte ihm eine bösartige Krankheit zu schaffen, dennoch kam sein Tod überraschend. Beerdigt wird Billmaier am 24. Februar auf dem Waldfriedhof Unterpfaffenhofen-Germering – einen Tag zuvor wäre er 83 Jahre alt geworden. 

tw

Lesen Sie auch: Das Geretsrieder Eisstadion ist noch lange eine Baustelle

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