Da rauchten die Köpfe: Im Kurs „Kreatives Schreiben“ mussten die Gymnasiasten innerhalb von einer Stunde eine „Drei-Minuten-Geschichte“ zu Papier bringen.
+
Da rauchten die Köpfe: Im Kurs „Kreatives Schreiben“ mussten die Gymnasiasten innerhalb von einer Stunde eine „Drei-Minuten-Geschichte“ zu Papier bringen.

Fantasieren, fabulieren, formulieren

Nachwuchsschriftsteller üben sich im kreativen Schreiben

Am Ende des Schuljahres bleibt Zeit für die schönen Dinge. Zu ihnen gehört für die Schüler des Kurses „Kreatives Schreiben“ am Geretsrieder Gymnasium unter der Leitung von Deutschlehrerin Anna Schwarz das Fantasieren, Fabulieren und Formulieren – noch dazu, wenn einem ein Profi Tipps dabei gibt.

Geretsried  Zwölf Fünft- und Sechstklässler im Alter von zehn bis zwölf Jahren – zehn Mädchen und zwei Buben – verfassten in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien gemeinsam mit der Münchner Autorin Luisa Hartmann „Drei-Minuten-Geschichten“. Das bedeutet, dass die Kurzgeschichten zwar in drei Minuten gelesen sind, man aber natürlich deutlich länger daran sitzt. Eine Stunde hatten die Nachwuchsschriftsteller Zeit, um eine spannende Story aus dem Bereich Fantasy mit einigen vorgegeben Wörtern zu Papier zu bringen.

Zuvor hatten sie Beispiele aus Hartmanns insgesamt sieben Bänden mit Kurzgeschichten gehört. Dabei lernten sie unter anderem, dass das Ende ruhig offen sein darf. Jeder für sich dachte sich daraufhin einen Plot aus. Um die Kernhandlung herum galt es, einen kurzen Einstieg und einen möglichst überraschenden Schluss zu finden.

Lesen Sie auch: Geretsrieder Gymnasiasten bringen eigenes Musical auf die Bühne

Nach diesen Vorbereitungen rauchten die Köpfe. Hochkonzentriert saßen die Kursteilnehmer über ihren Blöcken. Sie kritzelten Sätze aufs Blatt, strichen sie wieder durch, stellten Passagen um, kicherten auch mal leise vor sich hin über eine Idee. Manche verzichteten auf die Pause, um ihr Werk zu Ende zu bringen. Schwierig war es für viele, die fünf vorgegebenen Stichwörter einzubauen, darunter „Ära“, „Gasse“ und „Rad“. Doch nicht alle mussten unbedingt vorkommen. Als Luisa Hartmann fragte, wer sich traue, seine Kurzgeschichte vorzulesen, hoben fast alle die Hand. Bei Maxi ging es um eine wilde Schlacht zwischen Drachen, bei Christina um zwei verliebte Wölfe aus rivalisierenden Rudeln und ein Happy End. Die Mitschüler durften die Texte kommentieren, was auf faire und konstruktive Weise geschah.

Ebenfalls interessant: “Beispiellose Tat“ bei Sonnwendfeuer: Rädelsführer eigentlich „brav wie Lämmchen“

Die Workshop-Leiterin zeigte sich beeindruckt von der Wortgewandtheit der Jugendlichen und von ihrem Einfallsreichtum. „An Eurem Vokabular merkt man, dass Ihr viel lest“, sagte sie. Anna Schwarz lobte ihre Schützlinge für ihre Disziplin während des zweitägigen Workshops. Am zweiten Tag feilte sie gemeinsam mit den Verfassern an den Drei-Minuten-Geschichten, indem sie half, Wortwiederholungen zu vermeiden, etwas unklare Passagen deutlicher zu formulieren oder mehr Spannung zu erzeugen. Als Erinnerung schrieb jeder eine Zusammenfassung, wie beim Klappentext eines Buchs, die auf eine Postkarte passte.

Stichwort: Kreatives Schreiben

Der Pluskurs „Kreatives Schreiben“ ist ein Zusatzangebot des Geretsrieder Gymnasiums für besonders begabte und am Schreiben interessierte Schüler der Unterstufe. Alle zwei Wochen lernen die Teilnehmer, wie man die unterschiedlichsten Arten von Texten verfasst. Vor zwei Jahren etwa gab es einen Workshop über Haikus, die aus Japan stammenden dreizeiligen Gedichte. Die Kopfarbeit des Kurses wird am Ende des Jahres durch Handarbeit ergänzt, indem die Schüler ihre Texte gestalterisch umsetzen. Die Haikus haben sie in einer Setz- und Druckwerkstatt selbst gedruckt.

tal

Lesen Sie auch: Geretsrieder Mittelschulen sollen zusammengelegt werden

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare