Späte Jung-Unternehmerinnen: Marion Siegle (li.) und Mara Kleespies vertreiben in ihrer 2018 gegründeten Geltinger Firma „Die NEMs“ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel
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Späte Jung-Unternehmerinnen: Marion Siegle (li.) und M ara Kleespies vertreiben in ihrer 2018 gegründeten Geltinger Firma „Die NEMs“ hochwertige Nahrungsergänzungsmittel.  

„itsme.now“ im Porträt

Nahrungsergänzungsmittel made in Gelting

  • vonPeter Borchers
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Mit der „Schönheits- und Gesundheits-Geheimwaffe Aminosäure“ wollen die Geltingerin Mara Kleespies und die Münsingerin Marion Siegle den umkämpften Nahrungsergänzungsmittel-Markt aufmischen. Ihr junges Unternehmen „itsme.now“ sitzt in Gelting.

Geretsried – Manchmal braucht es einen Stupser, um zu wissen, ob man den richtigen Weg einschlägt. Marion Siegle half eine ihrer beiden Katzen auf die Sprünge. Der Kater, gerade ein paar Monate alt, konnte plötzlich nicht mehr laufen, die Hinterbeine knickten ständig weg. „Wir sind von Klinik zu Klinik, von Tierarzt zu Tierarzt gerannt, haben einen Haufen Geld gezahlt. Aber niemand konnte helfen.“ Eine Ärztin riet Siegle und ihrem Mann schließlich, sich Carnitin und das Coenzym Q10 zu besorgen und dem Tier ins Futter zu streuen. „Es dauerte keine Woche“, schwört Siegle, „da bewegte sich der Kater wieder, wurde immer agiler, und nach zehn Tagen war die Sache gegessen.“ Für die 55-Jährige ein Hinweis, dass Nahrungsergänzungsmittel funktionieren können, „denn die Katze kennt ja keinen Placebo-Effekt“.

Auch Siegle selbst überwand mithilfe von Aminosäuren und Co. ihre zeitweiligen Durchschlafprobleme und freut sich „über festeres Bindegewebe“. Dabei hatte sie sich zuvor kaum mit dem Thema Nahrungsergänzungsmittel beschäftigt. „Das war eher Maras Ding. Sie hat immer schon sehr viel darüber gelesen, kennt sich supergut aus.“ Siegle ist dagegen „der Typ, der etwas selbst ausprobieren und erleben muss. Und ich habe gespürt, dass sich damit vieles in meinem Körper zum Positiven verändert“.

Kleespies liest, Siegle testet

Kleespies’ Interesse und Siegles Erfahrungen hatten Folgen: Anfang 2018 gründeten sie das Unternehmen „Die NEMs GmbH“ und kreierten die Marke „itsme.now“. Die beiden Frauen kennen sich seit den 1990er Jahren. Beide arbeiteten gut 20 Jahre bei Sport Scheck in München – Kleespies im E-Commerce des Unternehmens, Siegle in der Presseabteilung. Aus Kolleginnen wurden rasch gute Freundinnen – und vor zwei Jahren Geschäftspartnerinnen.

Nun ist die Idee, Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen, nicht unbedingt neu. Die Branche ist riesig, der Konkurrenzdruck groß. Tatsächlich schüttelten einige Freunde und Bekannte den Kopf. „,Ganz schön mutig. Wie könnt ihr eure guten Jobs hinschmeißen und euch auf so ein Geschäft einlassen?‘, haben uns viele gefragt“, erzählt Siegle. Doch die beiden Freundinnen waren überzeugt davon, mit ihren Produkten auf dem Markt „nicht nur mithalten zu können“, sondern durch ihren hohen Qualitätsanspruch und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sogar hervorzustechen. Ein vielseitiges Team rund um die beiden Gründerinnen – bestehend aus Spezialisten in den Bereichen Ernährung, Nahrungsergänzung, Physiotherapie und Heilpraktik – „entwickelte mit Know-how, Leidenschaft und vor allem Überzeugung Produkte, die die Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffkonzentraten perfekt ergänzen“, so Kleespies.

Hoher Qualitätsanspruch

Dass einige Ernährungswissenschaftler und Mediziner die Notwendigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln in der westlichen Zivilisation, in der es jede Art von Lebensmittel zu kaufen gibt, anzweifeln, ficht die beiden Gründerinnen nicht an. Theoretisch stimme das, sagt Kleespies, „wenn man an einer selbst angebauten Karotte, unverarbeitet direkt vom Feld kommend, knabbert“. Doch selbst dann habe die konstante Ausbeutung von immer derselben Agrarfläche über lange Zeiträume zu Lebensmitteln geführt, die sehr nährstoffarm sind. „Der Verlust von Vitamin A bei Äpfeln zum Beispiel hat seit den 1970er Jahren um über 40 Prozent abgenommen“, nennt Kleespies ein Beispiel. Hochgezüchtetes Gemüse enthalte nur einen Bruchteil an Vitaminen und Nährstoffen. Siegle verweist überdies auf den notwendigen Eiweißbedarf, den viele Menschen heutzutage nicht mehr oder nur über einen geringen Teil über Fleischprodukte decken wollen. Hier unterstütze ihr Aminosäuren-Produkt, das „zu 100 Prozent vegan“ ist. Von der Qualität ihrer Kapseln und Pülverchen in den stylishen, schwarz-metallicbunten Dosen sind die Unternehmerinnen absolut überzeugt: Die werde von zertifizierten Laboren laufend überprüft, sagt Kleespies, „das sind schließlich Sachen, die wir auch unseren Kindern geben und selbst zu uns nehmen“. Noch etwas ist der Geltingerin wichtig: „Unsere Produkte kann man beliebig miteinander kombinieren, ohne einen Bestandteil, beispielsweise Zink, zu überdosieren.“ Auf Konservierungsstoffe, künstliche Süßungsmittel und Aromen, Gluten, Laktose, Weizen, Soja, Milchbestandteile, Ei und die umstrittenen Magnesiumstearate verzichtet das Unternehmen ganz.

Zugpferd des Start-up-Unternehmens ist sein Aminolife-System. Siegle erklärt, wie es funktioniert. „Da haben wir etwas, das keiner hat. Das Basis-Produkt ist der L-Amino Basix. In ihm stecken alle acht L-Aminosäuren, die der Körper selbst nicht herstellen kann, aber täglich dringend benötigt, um lebenswichtige Eiweiße zu bilden. Somit ist eine optimale Proteinversorgung gewährleistet, und alle Nährstoffe gelangen besser und schneller in die Zellen.“ Diese Basis kombiniert mit weiteren wertvollen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen mache das Ganze erst effizient „und bringt den Körper richtig in Schwung“.

„Ganz tolle Rezessionen“

Auf zwei Vertriebswegen bringt das Duo seine Waren auf den Markt. Selbst verkauft es unter dem Namen „itsme.now“ im eigenen Online-Shop und bei einem großen Onlinehändler – „mit ganz tollen Rezensionen“, wie Kleespies anmerkt. In Läden der Region sind die Dosen nicht erhältlich – noch nicht. „Das packen wir in naher Zukunft an“, verspricht Siegle. Dafür gibt es die Produkte bereits in einer großen Drogeriemarktkette in Norddeutschland zu kaufen. Und ein großer deutscher Handelskonzern hat sein Interesse ebenfalls bekundet.

Darüber hinaus bieten Siegle und Kleespies über ihre Vertriebsgesellschaft „Die NEMs“ Business-to-Business-Partnerschaften an: Das bedeutet: Eine fremde Firma bezieht ihre Produkte und verkauft sie unter ihrem eigenen Markennamen – clever. Für beide ist klar: Sie stehen erst am Anfang ihres Wegs, aber es ist der richtige.

peb

Infos im Internet:

www.itsme-now.de

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