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Noch herrscht Kabelsalat, aber Ende des Jahres wird Edeka hier Lebensmittel verkaufen.

Zentrumsgestaltung

Rundgang auf der Baustelle am Karl-Lederer-Platz: Neben Edeka kommt Eisdiele

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Am Karl-Lederer-Platz geht es voran. Der Rohbau fast abgeschlossen und die ersten Details nehmen Formen an. Ein Rundgang.

Geretsried – Es zischt, piept und knattert am Karl-Lederer-Platz. Rund 70 Handwerker von fast 40 Subunternehmen wuseln auf der Großbaustelle herum. Diejenigen, die am Rohbau arbeiten, werden bald weiterziehen: Sie sind fast fertig mit den Wohn- und Geschäftsgebäuden Centrum 20 von den Architekten Adamek &  Hölzl und Puls G von der Krämmel-Unternehmensgruppe.

Wann wer wo anpacken muss, steht auf einer überdimensionalen Tabelle mit kleiner Schrift und vielen Farben, die in einem der Baucontainer gegenüber des Rathauses hängt. Auch wenn der Terminplan unübersichtlich aussieht, Franz Theuerkorn kennt sich aus. „Der Winter hat uns mit dem Rohbau etwa zwei Monate nach hinten geworfen“, erklärt der Projektleiter der Krämmel-Unternehmensgruppe. Keiner habe mit so viel Schnee gerechnet. „Aber nach dem Plan holen wir wieder gut auf.“

Ohne Abstimmung geht nichts: Projektleiter Franz Theuerkorn erklärt die Arbeitspläne.

Ein ganz entscheidender Termin steht vom 10. bis 12. April an. „Dann bauen wir den Kran in Einzelteilen mit einem Autokran raus“, kündigt Theuerkorn an. Der Kran ragt aus der sogenannten Beletage heraus, er wurde ins Gebäude eingebaut. Für den Rohbau war das praktisch, jetzt wird es aber Zeit, das Gebäude komplett abzudichten. Den Grund zeigt der Projektleiter im Keller der künftigen Mieter. Über dem Fußboden liegen weiße Schläuche verteilt. „Wenn es regnet, kommt Wasser ins Gebäude, das vertragen manche Materialien nicht.“ Sobald der Kran weg ist, könne der edle Ausbau starten.

Der Keller befindet sich noch unter der Tiefgarage im zweiten Untergeschoss, also im Grundwasserbereich. Dort werden aktuell auch zwei Blockheizkraftwerke gebaut. Das Rohrnetz im Technikraum ist schon relativ weit. „Wir wollen es bald in Funktion setzen und testen“, sagt Theuerkorn. Mit dem komplexen System solle Energie aus dem Gebäude genutzt werden, damit das Puls G möglichst netzautark ist. „Die Hochschule München begleitet das Projekt.“

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Wie das siebengeschossige Gebäude später einmal aussehen wird, ist schon an manchen Stellen zu sehen. An einem Balkon haben die Handwerker die Metallverkleidung montiert, um auszuprobieren, ob es so klappt, wie es auf dem Plan eingezeichnet ist. Das sogenannte Alucobond mit runden Ecken schimmert golden in der Sonne. Außenherum muss die Fläche noch weiß verputzt werden. „Zu 99 Prozent ist klar, dass es so werden wird“, sagt Theuerkorn.

Loggia in Gold: Die Musterfassade soll den anderen Balkonen als Vorbild dienen.

Anders verhält es sich mit dem Mustergeländer, das der Schlosser an einem Treppenabsatz montiert hat. „Das gefällt uns noch nicht so.“ Die Stäbe sollen dünner und die Schweißnähte schöner werden. Fest steht aber, dass der Handlauf aus silberfarbenem Edelstahl sein wird. Das Geländer an sich bekommt die Farbe mit dem Namen Ral 7021, ein Schwarzgrau. „Das ist die Farbe im Gebäude“, sagt der Projektsteuerer mit Blick auf die Glasfronten, die ebenfalls in dem dunklen Ton eingefasst sind.

In den ersten der 66 Wohnungen hat die Raumaufteilung schon begonnen. Männer arbeiten sich Rigips-Wand um Rigips-Wand voran. Dazwischen warten Kabel darauf, hinter den Platten zu verschwinden. Die Vermietung der Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen läuft. „Es gibt Anfragen“, sagt Theuerkorn. Aus dem Turm – der fünfte und sechste Stock erstrecken sich nicht über die gesamte Baufläche – sind die Berge zu sehen. Die Wohnungen sollen vor Weihnachten fertig sein.

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Keinen Weitblick, dafür dank der wandhohen Fenster einen Ausblick auf den Karl-Lederer-Platz, hat man im Erdgeschoss. Wer hier einziehen wird, ist bekannt. Für den Edeka-Vollsortimenter wird alles vorbereitet. Ende Oktober soll der Laden fertig sein. Nach einem Supermarkt sieht es jetzt allerdings noch nicht so richtig aus. Wo einmal die Obst- und Gemüsetheken stehen werden, sind jetzt noch Pakete und Säcke abgestellt. Rechts davon geht es in einen abgetrennten Bereich, die Leergutannahme. Hinter der Fläche für die spätere Wursttheke stehen bereits die Kühlstellen. Solange sie nicht gebraucht werden, schützen Folien sie vor Staub und Dreck. Ein Stück weiter liegt eine lange Betongarage. Hier soll einmal der Lieferwagen rückwärts einfahren und bei geschlossenem Tor ausladen. „Damit die Anwohner nicht gestört werden.“

Hinter der nächsten Tür geht es zu den Nebenräumen für die Mitarbeiter und dem benachbarten Kassenbereich. Hier zeigt der Projektleiter eine Besonderheit. „Hier sind wir im Centrum 20“, erklärt Theuerkorn. Der Unterschied ist an einer Fuge im Boden zu sehen und daran, dass die Decke etwas tiefer hängt. „Das wird später nicht so auffallen.“ Angrenzend zu den Kassen ist ein Backshop mit Café geplant. Und einmal ums Haus herum soll eine Eisdiele einziehen.

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Zum Abschluss des Rundgangs geht es auf die Beletage im ersten Stock – über die Treppe, die beiden Lastenaufzüge und die beiden Personenaufzüge sind noch nicht eingebaut. In den Räumen hinter den Glasfronten will sich ein Allgemeinarzt niederlassen, die Sparkasse denkt über ein Ausweichquartier nach, wenn sie ihr Gebäude an der Egerlandstraße neu baut. Zwei Geschäftsräume sind noch frei.

Der große Innenhof dazwischen soll mit Sitzmöbeln und Pflanzen versehen werden. Fertig ist in dem Rohbau allerdings noch nichts. „Mit dem Geländer haben wir aber schon angefangen“, sagt Theuerkorn. Es wird um das gesamte Gebäude herumgehen. Das ist auch wichtig, jeder wird die Beletage über eine Freitreppe – noch fehlen die Stufen – betreten und das Puls G auf der Beletage komplett umrunden können. Theuerkorn: „Mich erinnert das ein bisschen an die Elbphilharmonie in Hamburg.“

sw

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