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Endstation Geretsried: Damit das Langzeitprojekt S7-Verlängerung zügig umgesetzt wird, will der Geretsrieder Stadtrat sich mit den Wolfratshauser Kollegen zusammentun.

„Es zeigt sich, dass die Verkehrsinfrastruktur an ihre Grenzen stößt“

S7-Verlängerung: Geretsried will Druck machen

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Im Jahr 2036 könnten 36.000 Einwohner in Geretsried leben. Weil sich das auch auf den Verkehr auswirken wird, will die Stadt unter anderem in Sachen S7-Verlängerung Druck machen.

Geretsried – Statt aktuell 26.000 könnten im Jahr 2036 36.000 Menschen in Geretsried leben. Darüber sprach der Geretsrieder Stadtrat vergangenes Jahr bei seiner Klausurtagung in Bad Aibling. Was das konkret für die Stadt bedeutet, war nun das Thema. Das Gremium formulierte am Wochenende bei seiner zweitägigen Klausur in Oberammergau Zielsetzungen. „Wir haben uns auf drei Themen konzentriert, die sich aufdrängen“, erklärte Bürgermeister Michael Müller am Dienstag in einem Pressegespräch.

Verkehrsentwicklung

„Es zeigt sich, dass die Verkehrsinfrastruktur an ihre Grenzen stößt“, resümierte der Rathauschef. Aus diesem Grund strebe der Geretsrieder Stadtrat eine Sitzung mit den Kollegen aus Wolfratshausen an, um auf die rasche Umsetzung der geplanten S7-Verlängerung zu drängen. „Wir müssen permanent bei der Bahn und Staatsregierung auf der Matte stehen“, forderte Müller. Denkbar wäre, den Druck durch eine gemeinsame Resolution zu erhöhen. Gleiches gelte für die B11, die bekanntlich an den Schwaigwaller Hang verlegt werden soll.

Darüber hinaus möchte der Stadtrat ein Verkehrsleitsystem für das gesamte Stadtgebiet erarbeiten. „Es geht um die Frage, wie wir mit dem Verkehr zwischen Geretsried und Wolfratshausen, aber auch innerorts umgehen“, erläuterte der Bürgermeister. Angesichts der Wachstumsprognose müsse man diese systematisch angehen. Das betreffe auch den ruhenden Verkehr. „Wir sind uns einig, ein Parkraumkonzept anzustoßen, es ging aber noch nicht um Details.“

Schließlich sprach sich der Stadtrat in Oberammergau erneut dafür aus, den Öffentlichen Personennahverkehr stärken und optimieren sowie dessen Attraktivität erhöhen zu wollen. Zudem solle das Rad- und Fußwegnetz stärker ausgebaut und Lücken geschlossen werden. Müller: „Knapp die Hälfte der Menschen kommt nicht mit dem Auto ins Zentrum.“

Siedlungsentwicklung

Die Böhmwiese, an der auch ein S-Bahnhof geplant ist, will der Stadtrat entwickeln. Bis auf diese Ausnahme habe man sich aber auf den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ geeinigt, so der Bürgermeister am Dienstag. Konkret bedeutet das: „Es wird keine neuen großen Wohngebiete außerhalb geben.“

Wenn es Neuausweisungen gibt, möchte die Stadt regelnd eingreifen. Wie berichtet werden die rund 750 geplanten Wohnungen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal nach dem sogenannten Geretsrieder Modell vergeben. Nach diesem Vorbild, also je 30 Prozent des Wohnraums sind gefördert und freifinanziert, 40 Prozent werden Eigentumswohnungen, soll laut Müller eine Regelung gefunden werden.

Auch über die Entwicklung der Innenstadt sprach der Stadtrat am Wochenende. Die Maßgabe, Einzelhandel gezielt in die T-Zone, also an Karl-Lederer-Platz und Egerlandstraße, sowie in Nebenzentren anzusiedeln, soll konsequent fortgesetzt werden. In Bezug auf Gewerbe möchte der Stadtrat Leerflächen, Brachen und Baulücken ermitteln, um diese systematisch zu entwickeln.

Grünentwicklung

Trotz des Wachstums will Geretsried die „Stadt im Grünen“ bleiben. Der Stadtrat habe sich dafür ausgesprochen, die bestehenden Waldflächen zu erhalten und zu schützen, berichtete Müller. Ausnahme sei die Erweiterung der Adalbert-Stifter-Mittelschule und die Suche nach einem Grundstück für den Neubau einer Grundschule. Der Buchberger Zipfel im Geltinger Gewerbegebiet, der dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen ist, soll hingegen gestärkt werden. Darüber hinaus sollen in der Stadt Grünachsen geschaffen werden. Müller: „Wir wollen Straßenzüge konsequent durchgrünen.“

sw

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