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Fühlt sich als Frau nicht als Minderheit: Sabrina Palik engagiert sich seit 21 Jahren bei der Feuerwehr. 

Vorreiterin wider Willen 

Diese Geltingerin ist erste Kreisbrandmeisterin im Landkreis

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Frauen, sagt Sabrina Palik, sind bei der Feuerwehr nicht mehr in der Minderheit. Sie ist erste Kreisbrandmeisterin im Landkreis. Als Vorreiterin sieht sie sich aber eigentlich nicht.

Geretsried– Bisher waren es ausschließlich Männer, die in Bad Tölz-Wolfratshausen den Posten des Kreisbrandmeisters und des Kreisjugendfeuerwehrwarts bekleideten. Mit Sabrina Palik hat nun erstmals eine Frau diese Aufgaben übernommen. Diese Nachricht quittierten die Feuerwehrler beim Dreikönigstreffen im Tölzer Kurhaus mit begeistertem Beifall (wir berichteten). Aber eigentlich möchte die 35-Jährige gar nicht viel Aufhebens darum machen.

„Warum sollte eine Frau keine Führungsposition übernehmen?“, fragt Palik. Für sie sei das etwas ganz Normales. Ebenso wie die Tatsache, dass sie als Frau bei der Feuerwehr ist. „Jeder, der Lust hat, kann zur Feuerwehr kommen.“ Palik möchte keine Extrawurst. „Ich leiste die gleiche Arbeit, und wir stehen für dieselbe Sache.“

Palik arbeitet als Bürokauffrau und wohnt mit ihrem Mann, ebenfalls aktives Feuerwehrmitglied, und ihrer dreijährigen Tochter in Gelting. Zuletzt war sie Stellvertreterin ihres Vorgängers Reinhold Iszovics. Deswegen musste sie nicht lange überlegen, ob sie Kreisbrandmeisterin werden will. „Mir unterstehen alle Jugendgruppen der Feuerwehren im Landkreis“, erklärt die 35-Jährige ihre Funktion. Mit einhergehen bürokratische Aufgaben, aber auch das Ziel, den Nachwuchs bei Zeltlagern, Ausflügen und Wettbewerben zusammenzubringen. „Es ist wichtig, dass nicht jeder nur in seiner eigenen Feuerwehr rumbrodelt, sondern auch die anderen kennenlernt.“

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Gelting ist Palik als Jugendwartin Bezugsperson für aktuell fünf Jugendliche. „Das hält gedanklich jung“, sagt die 35-Jährige. Und die Nachwuchsarbeit sei enorm wichtig. „Wenn keiner da ist, der nachrücken kann, ist irgendwann keiner mehr da.“

Palik vermittelt den Jugendlichen, dass es ihr gut geht, wenn sie anderen Gutes tut. „Wenn ich helfen kann, helfe ich gerne“, erklärt die Geltingerin. Das, und ihr Interesse an Technik, waren ihre Beweggründe, zur Feuerwehr zu gehen. Ihr damaliger Nachbar in Eurasburg hatte sie auf die Idee gebracht.

Die positiven Erlebnisse im aktiven Dienst überwiegen zwar, sagt Palik. Dennoch musste sie bei der Feuerwehr auch lernen, damit umzugehen, dass sie nicht immer helfen kann. In solchen Fällen helfe es, dass sie daheim durch ihre Tochter abgelenkt sei. Ansonsten „ist wichtig, darüber zu reden oder ich gehe raus in die Natur“.

Es gibt aber auch Einsätze, die Palik noch immer zum Schmunzeln bringen. In der Nachbarschaft brannte ein Wäschetrockner und rauchte ordentlich. Die Feuerwehrler trugen das Gerät aus dem Haus. „In der Trommel lagen noch die Spitzenhöschen, das hat für Spaß gesorgt.“

Von 3135 aktiven Feuerwehrkräften im Landkreis sind inzwischen 182 weiblich. Als Palik vor 21 Jahren zur Feuerwehr gekommen ist, war das noch ganz anders. „Bei meinem ersten Jugendzeltlager durften Mädels nicht übernachten“, erinnert sich Palik. Und im Atemschutzkurs, den sie mit 18 Jahren absolvierte, waren sie und eine Mitstreiterin die ersten Frauen dort. „Ich musste mich durchbeißen.“ Doch heute habe sich das eingespielt. „Frauen bei der Feuerwehr sind nicht mehr in der Minderheit.“

sw

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