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Geschmackstest bestanden: Die Brüder Ludwig (re.) und Georg Schmid (li.) und Bürgermeister Michael Müller kosten das Jubiläumsbrot.

„Ob herzhaft oder süß – darauf passt jeder Belag“

Geretsried bekommt zum Geburtstag ein besonderes Butterbrot

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Die Stadt Geretsried feiert heuer ein Doppeljubiläum. Das nahm der Schmid-Bäck‘ zum Anlass, ein besonderes Brot zu backen. Es ist ganz nach dem Geschmack der Kunden.

Geretsried - Die Stadt kann ihr Doppeljubiläum zur Gemeindegründung vor 70 Jahren und zur Stadterhebung vor 50 Jahren aufgrund der Corona-Pandemie nicht feiern wie geplant. Zum Festakt am 1. April sollte Bürgermeister Michael Müller eigentlich das erste Jubiläumsbrot vom Schmid-Bäck’ anschneiden. Das musste ausfallen. Nachdem die Ausgangsbeschränkungen gelockert worden waren, konnten die Brüder Ludwig (re.) und Georg Schmid (li.) dem Rathauschef aber nun immerhin persönlich ein Exemplar überreichen.

„Das ist ein Brot, das unter echter Bürgerbeteiligung entstanden ist, von Geretsriedern für Geretsrieder“, sagte Müller bei der Übergabe. „Und das Jubiläumsbrot ist natürlich etwas Besonderes, das in speziellen Zeiten besonders gut schmeckt.“

Um eine kulinarische Sonderedition zum Stadtgeburtstag zu kreieren, hatte der Schmid-Bäck’ seine Kunden befragt: Wie sollte ein Brot sein, wenn sie sich es aussuchen könnten? Gefragt wurde noch Größe und Form. Soll das Brot mild oder sehr kräftig gewürzt sein? Wie viel Säure soll es haben? Auf einer Skala von eins bis zehn konnten die Befragten ihr Kreuzchen machen. Und zum Schluss die Frage beantworten: Welches Mehl soll verwendet werden?

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Aus den Antworten auf diese Fragen entstand eine ganz individuelle Rezeptur für das Jubiläumsbrot. „Es gab schon eindeutige Tendenzen“, verrät Ludwig Schmid. „Es sollte ein weizenfreies Roggen-Dinkel-Bauernbrot mit Natursauerteig sein; nicht zu stark in der Säure und nicht zu kräftig gewürzt.“

Schmid startete mehrere Backversuche, wie in der Geretsrieder Bäckerei üblich mit Rohstoffen aus der Region. „Das Mehl stammt beispielsweise von der nächstgelegenen Mühle, der Leitzachmühle im Landkreis Miesbach.“

Mit klassischer Bäckerhandwerkskunst entstand schließlich das Jubiläumsbrot. „Es ist kein typisches Brotgewürz drin, sondern Senf. Es ist halt einfach anders, so wie Geretsried“, ergänzt der 42-Jährige mit einem Augenzwinkern. Das Brot ist weizenfrei, sehr saftig und dünnkrustig. „Und es hat eine extrem gute Frischhaltung“, betont der Geschäftsführer. „Ob herzhaft oder süß – darauf passt jeder Belag.“

Übrigens: Den Schmid-Bäck’ gibt es fast so lange wie Geretsried. „1951 hat mein Großvater Anton die Bäckerei in Lenggries gegründet“, berichtet Ludwig Schmid. 1960 kamen Anton und seine Frau Anna nach Geretsried. Dort konnten sie die vormalige Bäckerei Lauermann an der Schlesischen Straße kaufen. „Es war wie damals üblich ein alter Bunker. Die Grundmauern und so manche Tür in der Backstube erinnern heute daran noch.“ sw/Foto: Privat

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