Inklusion an Schulen: Um Kinder mit bestimmtem Förderbedarf durch den Alltag zu helfen, werden Integrationsassistenten eingesetzt.
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Inklusion an Schulen: Um Kinder mit bestimmtem Förderbedarf durch den Alltag zu helfen, werden Integrationsassistenten eingesetzt. 

Projekt soll auch ausgeweitet werden

„Richtiger Weg“: Schulbegleiter-Modell wird fortgesetzt

Der Landkreis setzt weiterhin auf Integrationsassistenten an Geretsrieder Schulen. Das Modellprojekt soll sogar ausgeweitet werden. 

Geretsried/Bad Tölz– Um Kindern, die einen sonderpädagogischen Bedarf haben, die freie Schulwahl zu ermöglichen, gibt es Schulbegleiter, die sich ausschließlich um den einen, ihnen zugeteilten Schüler kümmern. Diese Integrationsassistenten werden entweder vom Landkreis oder vom Bezirk Oberbayern bezahlt, wobei nicht unerhebliche Kosten entstehen. Zudem fühlen sich Schüler, die ständig einen Begleiter im Klassenzimmer an ihrer Seite haben, nicht selten ausgegrenzt.

Im Tölzer Jugendamt hat man sich daher schon vor einigen Jahren Gedanken gemacht, ob man nicht mit einer sogenannten Poolbildung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte. Dazu wurde ein Modellprojekt Integrationsassistenten am Schulstandort Geretsried geschaffen. Im Gegensatz zur 1:1-Betreuung nehmen sich hier drei Hilfskräfte unter sozialpädagogischer Anleitung jeweils bis zu fünf Kindern an – innerhalb einer Klasse oder auch klassenübergreifend.

Das Modellprojekt soll nun um ein weiteres Jahr verlängert werden. Dies entschied der Ausschuss für Jugend und Familie in seiner jüngsten Sitzung – vorbehaltlich der Mittelfreigabe durch den Kreistag. Dabei geht es um einen Betrag von 75 000 bis 80 000 Euro, so Jugendamtsleiter Ulrich Reiner. „Doch der rechnet sich“, zeigte er sich überzeugt. Das sah auch Heiko Arndt vom Kreisjugendring so: „Das ist der richtige Weg.“

Dass der kein leichter ist, machten Jugendamtsleiter Reiner und sein Mitarbeiter Christian Lösch deutlich. Letzterer gab einen Rückblick auf das im Schuljahr 2014/15 gestartete Projekt an der Karl-Lederer-Grundschule mit aktuell 424 Schülern sowie der Geretsrieder Mittelschule mit 463 Schülern. Damals gab es vier Betreuungen, heute sind es 41. Das jeweilige Assistenzpersonal für insgesamt 70 Schüler im Landkreis wird vom Jugendamt oder vom Bezirk finanziert, wobei beide Kostenträger unabhängig voneinander arbeiten und auch keiner den anderen informiert. Das soll sich aber in Zukunft ändern. Jeder Schulbegleiter soll dann flexibel eingesetzt werden und zwei oder drei Kinder betreuen. Das Modellprojekt soll zudem auf weitere Schulen wie Münsing und die Förderzentren in Bad Tölz und Geretsried ausgedehnt werden.

Derzeit gibt der Landkreis pro Jahr rund eine Million Euro aus, obwohl die Schulbegleiter keine besondere Qualifikation brauchen. „Das ist auch gar nicht gewollt,“ so Ulrich Reiner auf eine entsprechende Nachfrage. Ein Sozialpädagoge und ein Lehrer zusammen in einem Klassenzimmer, das müsse nicht unbedingt gut gehen.

Der Jugendamtsleiter machte auch deutlich, welch langwieriger Weg es sein kann, bis ein Schüler einen einzelnen Schulbegleiter bekommt: Nach Terminen in einer Fachklinik benötige man ein ärztliches Gutachten, dann werde alles von einem Controller geprüft. Bis schließlich die Finanzierung gesichert und ein entsprechender Schulbegleiter gefunden sei, könne es bis zu eineinhalb Jahre dauern. „Dann ist das Kind vielleicht schon in einer anderen Schule,“ so Reiner.

Dritter Landrat Klaus Koch (Grüne), der die Sitzung leitete, ließ über den Antrag, das Modellprojekt bis zum 31. Juli 2021 zu verlängern, abstimmen, was von allen befürwortet wurde. Zuvor hatte Ausschussmitglied Ulrike Stehle von der Diakonie Rosenheim zu bedenken gegeben, dass eine ähnliche Regelung von staatlicher Seite angestrebt werde und man sich deshalb „vielleicht unnütz Arbeit macht“. Ulrich Reiner wusste aber noch nichts von konkreten Plänen. Zudem befürchtet er, dass deren praktische Umsetzung sicher noch einige Jahre dauern werde.

Karl Bock

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