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Als Fahrschullehrer ist Heiko Hawla fast jeden Tag au f den Geretsrieder Straßen unterwegs.  

Ein Experte in Sachen Verkehr

Heiko Hawla will als Nachrücker im Stadtrat erstmal die kleinen Probleme lösen

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Er hat noch ein Jahr im Stadtrat: Heiko Hawla rückte für Robert Lug nach. Der Fahrlehrer ist bekannt in Geretsried - und weiß um die Probleme in Sachen Verkehr.

Geretsried – Der Straßenverkehr ist Heiko Hawlas Steckenpferd. Seit gut einem Monat kann der Fahrlehrer seine Erfahrung im Stadtrat einbringen. Der 50-Jährige rückte wie berichtet für Robert Lug nach, der sein Mandat aus persönlichen Gründen niedergelegt hat. Seine Sitznachbarn sind Hawla fünf Jahre voraus, ihm verbleibt nur noch ein Jahr bis zur nächsten Kommunalwahl.

Große Ziele hat sich der 50-Jährige aus diesem Grund nicht gesteckt. „Ich kenne die Abläufe nicht und weiß nicht, was sich in dieser Zeit umsetzen lässt“, erklärt der Geretsrieder im Gespräch mit unserer Zeitung. Trotzdem hofft Hawla, kleine Dinge auf dem kurzen Weg erledigen zu können. Von diesen kleinen Dingen hat er genügend auf seinem Zettel.

Im Leitbildprozess im Jahr 2011 leitete Hawla das Ressort Verkehr. „Da ist vieles, was noch nicht umgesetzt werden konnte“, sagt der Freie-Wähler-Stadtrat. So verhalte es sich auch mit den Ergebnissen einer Verkehrsschau vor ein paar Jahren, an der Hawla beteiligt war. Da die zuständige Stelle im Rathaus nicht besetzt sei, fehlten die nötigen Kapazitäten. „Viele Probleme hat Geretsried nicht“, betont der 50-Jährige. „Es gibt nur einige Stellen, an denen es zwickt.“

Das kam auch beim jüngsten FW-Stammtisch heraus, bei dem Hawla als frischgebackener Stadtrat über das Thema Verkehr referierte. „Wir haben keine Kreuzungen mit akuter Unfallgefahr, wir haben einen Radweg von Nord nach Süd, eine Umgehungsstraße, meist ausreichend Parkplätze – sicher könnten es immer mehr sein – und abgesehen von einer Stelle keine Staus“, zählt Hawla auf.

Für diese eine Stelle am Knotenpunkt Elbe-/Blumenstraße empfiehlt ein Verkehrsgutachter eine Ampellösung. Dieser hat überprüft, wie sich die geplante Bebauung des ehemaligen Lorenz-Areals auf die umliegenden Kreuzungen auswirkt. Das Ergebnis: Sie können den entstehenden Verkehr abwickeln. Lediglich die Einmündung Elbe-/Blumenstraße muss ertüchtigt werden, da sie schon jetzt mit der schlechten Qualitätsstufe F, also Schulnote 5, bewertet wird. „Ich persönlich glaube, dass die Ampel nur eine vorübergehende Lösung sein kann“, sagt Hawla. Sobald das neue Quartier auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße bebaut ist, „werden wir Probleme bekommen.“ Der FW-Stadtrat fordert eine kreuzungsfreie Anbindung der Blumenstraße an die Bundesstraße 11 wie in Waldram.

Handlungsbedarf sieht Hawla zudem an der gesamten Adalbert-Stifter-Straße und der Böhmerwaldstraße. „Wir brauchen dringend Fahrradstreifen.“ Das gehe sicher nicht von heute auf morgen, doch die Planung müsse in Angriff genommen werden. Ein anderes Problem könnte leichter gelöst werden: „Am Isaraustadion an der Jahnstraße herrscht Halteverbot. Trotzdem bleiben dort viele stehen, um jemanden abzuliefern, oder sie parken und gehen zum Training“, erklärt Hawla. Er schlägt vor, die Abbiegerspur aufzulösen und den gewonnenen Platz für Parkplätze zu nutzen. Die Bushaltestelle könnte an die Alpenstraße verlegt werden.

Als Nachrücker ist Hawla aktuell noch dabei, sich Zeit für das Ehrenamt im Stadtrat zu schaffen. Er ist Gesellschafter der kmh-Fahrschule, verheiratet und Vater von zwei Buben (8) und einer Tochter (10). „Wie gut das funktioniert, weiß ich noch nicht“, sagt er. Solange könne er nicht entscheiden, ob er nächstes Jahr wieder kandidieren wird. „Wenn ich dabeibleibe, will ich nicht nur fünfmal meine Hand in der Sitzung heben, sondern aktiv mitarbeiten.“

Die Themen kennt Hawla in- und auswendig. „Ich war schon immer interessiert am Stadtgeschehen“, sagt der 50-Jährige. Ebenso wie er schon immer Interesse an Autos hat. Nach dem Abitur am Geretsrieder Gymnasium begann er ein Studium der Fahrzeugtechnik und stieg schließlich als Fahrlehrer in der Schule seines Vaters ein. „Es gibt nahezu keine andere Situation, in der man so lange auf so engem Raum mit einem Unbekannten verbringt“, sagt er. Und wenn sich ein Schüler nach der Prüfung für die gute Ausbildung bedankt, habe man alles richtig gemacht. „Das ist wie der Applaus für einen Tänzer am Schluss.“

sw

Lesen Sie auch: Ein Jahr vor der Kommunalwahl: 17 von 30 Stadträten wollen wieder kandidieren

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