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So könnte der Karl-Lederer-Platz ab Herbst aussehen. Wegdenken muss man sich den „Sternenhimmel“ als Beleuchtung. Weil es Probleme mit der Befestigung gibt, werden nun auf dem Platz Mastleuten aufgestellt. 

Neuer Standort für den Maibaum?

Stadtrat und Architekt richten den Karl-Lederer-Platz ein

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Bäume hier, Wasser dort und dazwischen Kunst: Der Karl-Lederer-Platz wird heuer umgestaltet. Viele Details stehen fest.

Geretsried – Architekt Klaus Kehrbaum ist mittlerweile Dauergast in den Sitzungen des Stadtrats – und der Karl-Lederer-Platz längst Dauerthema. Der Entwurf für dessen Wiederherstellung und Umgestaltung wurde bereits gebilligt. Am Dienstag galt es, weitere Details festzulegen und die Tiefbauarbeiten zu vergeben.

Diese sollen am 6. Mai starten. „Wir werden bis November bauen“, kündigte Stadtbaurat Rainer Goldstein an. Um die Platzoberfläche, technische Einbauten, Fundamente und Substrate für die Bäume kümmert sich die Firma Strabag aus Wolfratshausen. Ihr Angebot passte ziemlich genau in die Kostenberechnung, berichtete Achim Ignatow vom beauftragten Büro „ing-Ingenieure“ in Planegg. „Wir können froh sein, dass es auf marktüblichem Niveau war, da wir spät dran waren.“

Die drei Wasserträgerinnen des Bildhauers Prof. Wilhelm Srb-Schloßbauer sind schon zweimal umgezogen. Künftig sollen die drei Grazien vor dem Rathaus stehen.  

Insgesamt liegt die Kostenberechnung für die Oberflächengestaltung des Karl-Lederer-Platzes bei 4,06 Millionen Euro. Zunächst war angedacht, die Beleuchtung wie einen Sternenhimmel an Seilen über der Oberfläche zu verteilen. Da sich die Befestigung allerdings nicht umsetzen ließ, hatte der Stadtrat nun die Wahl zwischen einer sogenannten Mastleuchte und einer Lichtstele. Architekt Klaus Kehrbaum empfahl die Mastleuchte, eine Art Stab mit Teller, da sie um 25 000 Euro günstiger sei. Und „sie hat den Vorteil, dass sie flächig aus- oder punktuell anleuchten kann“, erklärte er. Der Stadtrat willigte ein. Heidi Dodenhöft und Vera Kraus (beide Freie Wähler) stimmten dagegen. Neben dem funktionellen Licht will Kehrbaum mit Effektbeleuchtung Akzente an Brunnen, Bäumen und Rathaus setzen. Der Brunnen besteht wie berichtet aus einem Wasserfilm, der maximal fünf Zentimeter tief sein soll. Eine Wasserfläche ist rechts vor dem Rathaus vorgesehen. „Dort könnten wir die drei Grazien aufstellen“, schlug der Architekt vor (siehe Kasten). Wenn zwei im Wasser und eine davor stünden, wäre das ein schönes Motiv für Hochzeitsfotos.

An der Ecke zur Graslitzer Straße könnte die Egerländer Gmoi ihren traditionellen Maibaum aufstellen. „Beim historischen Rathaus würde er mir gut gefallen“, sagte Kehrbaum. Alternativ wäre aber auch der alte Standort möglich. Franz Wirtensohn (CSU) stimmte dem Architekten zu. „Wir sollten aber die Egerländer fragen, was ihnen lieber ist“, betonte er.

In der Wasserfläche vor der Ladenzeile zwischen Bücher Ulbrich und Subway sollen Steine eingelassen werden, über die Fußgänger steigen können. Für Kinder plant Kehrbaum Wackelsteine zum Spielen sowie Fontänen. Auf letztere solle im Wasserfilm vor dem BGZ-Gebäude verzichtet werden. „Wir denken, dass das Plätschern im Café-Bereich, wo man sich unterhalten möchte, eher negativ ist“, so der Architekt. Beim Wasserspiel im Platzbereich vor dem Edeka könnte ein Rohr als Trinkwasserbrunnen fungieren, erklärte Kehrbaum auf Nachfrage von Wolfgang Werner (SPD).

Die Platzfläche wird glatt sein, Strom- und Wasseranschlüsse für Veranstaltungen sind im Boden versteckt und werden bei Bedarf mit mobilen Aufsätzen angezapft. Die Verortung „ist mit den bisherigen Marktplänen abgestimmt“, versicherte Kehrbaum. Mit Blick auf die Skizzen wunderte sich Dr. Detlev Ringer (Grüne) über die Anzahl der Bäume: „Waren da nicht mal mehr eingezeichnet?“ Der Platz müsse ein Multifunktionsraum sein, anwortetee der Architekt. Zudem solle die Aufenthaltsqualität am Brunnen gestärkt werden. „Deswegen stehen alle Bäume entlang des Bachlaufs.“ 

Rundgang auf der Baustelle am Karl-Lederer-Platz: Neben Edeka kommt Eisdiele

Kunst soll sich über den Platz ziehen

Für die Wasserträgerinnen von Bildhauer Prof. Wilhelm Srb-Schloßbauer schlägt Architekt Klaus Kehrbaum eine neues Zuhause vor. Die drei Grazien, wie sie im Volksmund gerne genannt werden, könnten im beziehungsweise am Wasserfilm vor dem Rathaus stehen. Neben dem Brunnen-Ensemble sollen weitere Kunstwerke auf dem Karl-Lederer-Platz zur Geltung kommen. Der Gorilla von Hans Kastler steht bekanntlich bereits vor dem Baugenossenschaftszentrum (BGZ) Die Skulptur „Dialog“ von Ernst Grünwald aus Münsing, die 2018 im Miniaturformat als Kulturpreis an Werner Sebb verliehen wurde, sieht Kehrbaum unter einer Baumgruppe auf Höhe des Subway-Imbisses. „Das sind Elemente, die sich gut im öffentlichen Raum machen“, erklärte er. An die Graslitzer Straße würde „Der Geher“ von Otto Süßbauer passen, so der Architekt. Ziel ist nach einer Idee von Bürgermeister Michael Müller, dass sich eine Kulturmeile vom Museum bis zur Petruskirche erstreckt. Dadurch sollen Geschichte und Identität der Stadt in Form von moderner Kunst abgebildet, dargestellt und erlebbar gemacht werden.

sw

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