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Neuer Nachbar: Zwischen Zahn- und Hausarzt richtet die Stadt ihr Archiv ein.

Große Aufgaben für neue Archivarin 

Archiv und Chronik: Nadine Wickert hat viel vor

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Der neue Archivarin der Stadt Geretsried, Nadine Wickert, wird so schnell nicht langweilig werden. Sie baut das neue Archiv an der Elbestraße auf und arbeitet an einer neuen Chronik fürs Stadtjubiläum 2020.

Geretsried – Eigentlich sollte das Stadtarchiv schon früher in die neuen Räume an der Elbestraße umziehen, nun wird es wohl Mitte des Jahres. „Wir müssen uns nach den Firmen richten“, erklärte Nadine Wickert in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport des Stadtrats. Die Archivarin arbeitet seit Dezember für die Stadt. Neben dem Verfassen einer neuen Chronik zum Stadtjubiläum 2020 (siehe unten) ist es derzeit ihre Hauptaufgabe, das Archiv auf neue Beine zu stellen.

Nadine WickertArchivarin der Stadt

Wie berichtet hat die Stadt im Januar eine Ladenfläche an der Elbestraße angemietet. „Um diese fachgerecht einzurichten, wurden drei Firmen damit beauftragt, Vorschläge zur Gestaltung und sinnvollen Raumnutzung einzureichen“, erklärte Wickert. Im April möchte die neue Vollzeitkraft die Pläne vorstellen. Zwischenzeitlich könnten die Räume für Ausstellungen genutzt werden.

Aktuell ist das Archivmaterial über das Rathaus verteilt. „Wir wollen die Bestände zusammenführen“, so Wickert. Außerdem sollen diese professionell gelagert werden. „Fotos brauchen zum Beispiel einen eigenen Raum“, erklärte die Archivarin. Davon gebe es etwa 95 000 Stück. Vor dem Umzug sichtet Wickert die Bestände und ordnet sie gegebenenfalls neu. Aufbewahrt werden neben Fotos allerlei Verwaltungsschriftgut, Presseartikel seit dem Jahr 1949, Tonaufnahmen und Plakate sowie rund 150 Karten und Pläne.

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Für das neue Archiv soll laut Wickert ein Buchscanner angeschafft werden, um die Archivalien selbst digitalisieren zu können. Auch einen Arbeitsplatz zur Recherche werde es in den neuen Räumen geben. „Wir wollen Ansprechpartner für alle Bürger sein und freuen uns über Besuch.“

Stadträtin Vera Kraus (Freie Wähler) lobte den Sachstandsbericht als „ganz wunderbar“. Sie regte an, Chöre anzusprechen, da viele von ihnen wahre Notenschätze aufbewahren. In diesem Zusammenhang erwähnte Nadine Wickert, dass auch Platz für Firmenarchive zur Verfügung stünde.

Der Standort an der Elbestraße, der heuer geschaffen wird, soll eine Zwischenlösung sein, betonte Rathauschef Michael Müller. Langfristig „wollen wir das Archiv durch einen wie auch immer gearteten Anbau ans Rathaus anbinden“, so der Bürgermeister. Aktuell befinde sich ein Architektenwettbewerb in der Vorbereitung.

Bis zur Umsetzung der Ideen, die dabei gesammelt werden sollen, kann es aber noch dauern. Vor einem Anbau muss die B11 an den Schwaigwaller Hang verlegt werden. Bis dahin besteht eine Anbauverbotszone zwischen Verwaltungsgebäude und Bundesstraße.

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Zum Stadtjubiläum eine neue Stadtchronik

Die Chronik der Stadt Geretsried stammt aus dem Jahr 1999 und wird immer noch ab und an als Geschenk verteilt. Ab dem nächsten Jahr soll es endlich eine Neuauflage geben: Sie wird zum Jubiläum 70 Jahre Gemeindegründung und 50 Jahre Stadterhebung erscheinen. Für Nadine Wickert, neue Archivarin der Stadt, ist die Erstellung der neuen Chronik neben der Einrichtung des Archivs an der Elbestraße zurzeit das größte Projekt. 

In der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport stellte sie das Konzept vor. „Die Chronik soll sich sowohl inhaltlich als auch im Erscheinungsbild von der Chronik aus dem Jahr 1999 unterscheiden“, erklärte die Rathausmitarbeiterin. Wickert ist ein zeitgemäßes Layout wichtig, wofür sie mit einer Agentur zusammenarbeite. 

Außerdem soll die Chronik ein hochwertiges Erscheinungsbild haben, also als Hardcover erscheinen. Aufbauen will Wickert die Chronik nicht chronologisch, sondern es sollen exemplarisch Versatzstücke der Erfolgsgeschichte Geretsrieds gezeigt werden. 

Als Themen schlug sie unter anderem Krieg und Vertreibung, Heimat und Fremde sowie Veränderung und Entwicklung vor. Die Archivarin sei für Anregungen, welche Geschichten in der Chronik erzählt werden sollen, offen. Bürgermeister Michael Müller nutzte die Gelegenheit sofort und regte an, den Aspekt Wirtschaftswunder aufzuarbeiten. 

Textlastig soll die Stadtgeschichte nicht werden. Wickert: „Im Fokus stehen bildliche Darstellungen der Stadtgeschichte, die durch informative Texte ergänzt werden.“ Hierfür wolle sie Bürger um Filmaufnahmen und Fotos bitten.

sw

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