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Erst schauen, dann gehen: Leni und Benedikt meistern ihren Schulweg alleine. Eine Gefahrenstelle macht ihnen und ihren Eltern Sorgen.

„Ganz schön gefährlich“

Egerlandstraße nicht sicher für Schulkinder: Eltern sammeln Unterschriften

Benedikt, Leni und viele andere Schulkinder um den Geltinger Weg haben Schwierigkeiten, die Egerlandstraße zu queren. Ihre Eltern fordern eine Hilfestellung.

Geretsried – Benedikt meistert seinen Schulweg seit Januar alleine. Wenn der Siebenjährige morgens zu Fuß von der Graslitzer Straße zur Isardamm-Grundschule stapft, sorgt sich seine Mutter Franziska Feulner um seine Sicherheit. Denn: An der Egerlandstraße herrscht zu dieser Zeit viel Verkehr, und die Straße ist für Schulkinder kaum einsehbar.

Die Geretsriederin hat sich aus diesem Grund mit Eltern aus dem Bereich Graslitzer Straße/Hermann-Löns-Weg/Geltinger Weg/Kirchplatz zusammengetan und kürzlich 37 Unterschriften an CSU-Bürgermeister Michael Müller übergeben. CSU-Stadträtin Dr. Sabine Gus-Mayer unterstützt Familie Feulner bei der Aktion. Die Eltern wünschen sich eine gefahrlose Querung der Egerlandstraße.

Beim Ortstermin mit unserer Zeitung verdeutlicht der siebenjährige Benedikt das Problem. Mit dem Weg von der Graslitzer Straße zur Isardamm-Grundschule kommt er eigentlich gut zurecht. „Es sind immer ein paar Viertklässler dabei“, sagt der Bub. Schwierig wird es, wenn er mit seinem blinkenden Schulranzen mit Polizeimotiv den Geltinger Weg entlang marschiert und die Egerlandstraße passieren muss. „Da sind die Autos immer ziemlich schnell unterwegs“, berichtet er. Außerdem parken an der Straße Autos, über die Benedikt nicht schauen kann. „Ich muss immer schon auf die Straße gehen, damit ich sehen kann, ob von rechts ein Auto kommt.“

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Seine Schulfreundin Leni stößt zum Gespräch hinzu. Als sie noch rund zwanzig Meter entfernt ist, stürmt Benedikt los, um sie zu begrüßen. „Solche Situationen können an einer befahrenen Straße böse enden“, sagt Stadträtin Gus-Mayer. Die achtjährige Leni besucht bereits die zweite Klasse an der Isardamm-Grundschule. Das eine Jahr, das sie an Schulweg-Erfahrung mehr mitbringt, hilft ihr aber auch nicht. Das Mädchen klagt ebenfalls über den Verkehr an der neuralgischen Stelle an der Egerlandstraße, die sie täglich zweimal überqueren muss. „Es ist hier oft ganz schön gefährlich“, sagt Leni.

Schülerlotsin hilft Am Isardamm

„Einmal – das ist noch nicht lange her – ist ein anderer Junge hier fast vor ein Auto gelaufen“, erinnert sich das Mädchen. In kindlichem Leichtsinn habe er nicht auf den Verkehr geachtet – und konnte einem heranrauschenden Auto nur mit einer schnellen Reaktion ausweichen. Am Isardamm werden die Kinder von einer Schülerlotsin über die Straße gewunken. An der viel befahrenen Straße im Zentrum sind die Kinder auf sich allein gestellt.

„In dem Wohngebiet an der Graslitzer Straße leben viele Familien, die das Problem kennen“, erklärt Franziska Feulner. Es sei ein Leichtes gewesen, die 37 Unterschriften zusammenzubekommen. Während die Initiatorin der Aktion erzählt, fahren auf der Egerlandstraße in engem Abstand mehrere Kleinwagen vorbei. Obwohl sie auf die Kreuzung mit dem Geltinger Weg zusteuern, geben die Fahrer Gas. Denn: Direkt vor dem Knotenpunkt endet die Tempo 30-Zone und, man darf mit 50 Stundenkilometern weiterfahren.

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Sabine Gus-Mayer sieht genau dies kritisch. „Wenn man die Tempo 30-Zone etwas verlängert, würde sich die Situation an der Kreuzung sicher entspannen“, sagt sie. Dieses Gedankenspiel habe sie bereits mit Bürgermeister Michael Müller durchgesprochen. Der Rathauschef möchte diese Variante überprüfen, berichtet der Pressereferent der Stadt, Thomas Loibl. auf Nachfrage.

Bereits in der kommenden Bauausschusssitzung soll das Gremium einen Profi beauftragen, der das Thema Schulwegsicherheit überprüft. In Zusammenarbeit mit den Schulen und einem Blick über das gesamte Stadtgebiet sollen Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Speziell an der Egerlandstraße stünden einige Überlegungen im Raum. „Ab 2020 wird sich die Verkehrssituation an dieser Stelle durch die Baustelle im Zentrum verändern“, so Loibl. Für die Zeit nach den Maßnahmen gibt es den Wunsch einiger Bürger, die Egerlandstraße zu beruhigen sowie den erklärten Willen einiger Geschäftsleute, den Autoverkehr weiterhin durch das Zentrum zu leiten. „Es steht eine Gesamtschau der Verkehrsströme in Geretsried an“, sagt Loibl. Die Nord-Süd-Achsen, also auch die Egerlandstraße würden dabei besonders unter die Lupe genommen.

Dominik Stallein

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