Erste Amtshandlung als Vize-Bürgermeisterin: Sonja Frank vertritt in den Pfingstferien erstmals Michael Müller.
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Erste Amtshandlung als Vize-Bürgermeisterin: Sonja Frank vertritt in den Pfingstferien erstmals Michael Müller. 

Zum Einstand ein Bananenbrot

Interview: Sonja Frank über ihren ersten Einsatz als Vize-Bürgermeisterin 

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Sonja Frank hat in den laufenden Pfingstferien ihren ersten Einsatz als Vize-Bürgermeisterin. Im Interview spricht sie über ihren ersten Tag und ihre Erwartungen.

Geretsried – Wenn der Bürgermeister Urlaub hat, müssen seine Stellvertreter ran. Seit Mai ist Sonja Frank (Freie Wähler) Vize-Chefin im Rathaus. Während der gerade laufenden Pfingstferien hat die 52-Jährige ihren ersten Einsatz. Unsere Zeitung hat sie an dem aufgeräumten Schreibtisch mit immergrünen Tulpen, an dem sonst Erster Bürgermeister Michael Müller (CSU) sitzt, besucht.

Frau Frank, von wem ist denn das Bananenbrot vor Ihrer Tür?

Das habe ich heute mitgebracht, weil ich an meinem ersten Tag mit dreierlei Muffins empfangen worden bin. Anfang der Woche bringt wohl öfter jemand von der Verwaltung etwas Selbstgebackenes mit.

Das klingt so, als seien Sie sehr herzlich im Rathaus empfangen worden. Wie war Ihr erster Arbeitstag als Zweite Bürgermeisterin sonst so?

Er war sehr schön, weil ich richtig arbeiten konnte. Es war keine aufgeregte oder nervöse Situation, weil ich die zwei Wochen vorher schon mit dem Bürgermeister mitgehen konnte.

Wie eine Praktikantin?

Als Praktikant ist man ja eher unsicher, und alles ist neu. So ging es mir nicht, der Bürgermeister hat mich als seine Stellvertreterin eingebunden. Und da ich seit zwölf Jahren Stadträtin bin, kannte ich die Verwaltung schon. Als ehemalige Jugendreferentin und Referentin für Soziales und Integration war ich über manche Themen bereits gut informiert. Jetzt ist nur der Blickwinkel anders. Als Stadtrat bekommen wir die vorbereiteten Unterlagen vorgelegt, jetzt bin ich beim Vorbereitungsprozess dabei.

Welche Termine hatten Sie an Ihrem ersten Tag?

Am Anfang jeder Woche gibt es eine Abteilungsleiterbesprechung. Da habe ich einen sehr guten Überblick bekommen, was in dieser Woche ansteht. Danach waren zwei weitere Besprechungen, und ich musste einiges unterschreiben. Insgesamt war ich vielleicht etwas langsamer als der Bürgermeister, aber ich musste eben an der einen oder anderen Stelle etwas nachfragen.

Steht während ihrer Vertretung etwas Wichtiges an?

Wir müssen die Ladung für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 16. Juni, fertig machen. Außerdem bin ich in die laufenden Projekte eingebunden. Auch die Bürgersprechstunde findet weiterhin statt, wegen der Corona-Pandemie aber nur am Telefon. Ansonsten kann im Tagesgeschäft natürlich auch immer etwas Unerwartetes passieren.

Können oder wollen Sie als Vize-Bürgermeisterin eigentlich eigene Akzente setzen?

Den Gedanken hatte ich bisher nicht. Als Stellvertreterin des Bürgermeisters, den die Bürger mehrheitlich gewählt haben, muss ich ihm gegenüber loyal sein. Aber ich bin natürlich weiterhin ich und verstelle mich nicht. Frauen haben vielleicht eine andere Herangehensweise als Männer, aber das ist ja auch gut so.

Haben Sie sich etwas vorgenommen als Stellvertreterin?

In den Bereichen Kinderbetreuung, Jugendliche und Familien habe ich einen Erfahrungsschatz und viel Hintergrundwissen. Da möchte ich mich stärker einbringen. Aber andere Belange sind natürlich genauso wichtig.

Als der Stadtrat Sie zur Zweiten Bürgermeisterin wählte, ist da ein Traum in Erfüllung gegangen? Sechs Jahre zuvor hatte es ja nicht geklappt mit dem Posten als Dritte Bürgermeisterin.

Ich kann gut damit umgehen, wenn ich nicht gewählt werde. Dass mir aber nun die Mehrheit des Stadtrats sein Vertrauen ausgesprochen hat, war für mich ein wichtiges Signal. Die vergangenen zwölf Jahre war ich die jüngste Stadträtin, obwohl ich inzwischen 52 bin. Jetzt bin ich immer noch die Jüngste unter den Frauen – und wir sind nur noch acht Frauen bei 31 Stadtratsmitgliedern. Vize-Bürgermeisterin zu werden war für mich kein Prinzessinnentraum, aber ich hoffe, anderen Frauen dadurch vielleicht die Scheu zu nehmen, sich ein Amt zuzutrauen. Ich selbst habe mich damals nur für den Stadtrat aufstellen lassen, weil es durch Bürgermeisterin Cornelia Irmer ein Vorbild gab.

sw

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